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17. September 2019

astronomie.info



  

Radikale im Untergrund

In Marskratern knnten ehemalige Untergrundschichten so freigelegt sein, dass Astronomen untersuchen knnen, ob dort vor Milliarden Jahren lebensfreundliche Bedingungen unter dem Marsboden herrschten (Bildnachweis DLR)

Neue Studien zeigen die Mglichkeit auf, dass sich auf dem Mars vor knapp vier Milliarden Jahren lebensfreundliche
Zonen in Untergrundschichten gebildet haben knnten – und
dort womglich Mikroben ber hunderte Millionen Jahren
einen stabilen Lebensraum bieten konnten.

Auf der Erde folgt das Leben in den allermeisten Fllen dem Mainstream – und das Sonnenlicht ist

dabei nicht nur Mittel gegen den Herbstblues, sondern
absolut lebensnotwendig.
Auf dem Mars dagegen knnte dagegen einst auch der
Underground regen Zulauf gefunden haben.
Den Anstoss fr die Theorie gaben den Astronomen spezielle
Vertreter von Lebewesen, die auf der Erde

vorkommen: die sogenannten ‘lithotrophen’ Organismen. Fr
ihren Bau- und Energiestoffwechsel

bentigen alle Lebewesen Enzyme, die als
Elektronenbertrger fungieren und regeneriert werden

mssen. Als Elektronenspender nutzen die meisten Organismen
organische Komponenten – nur ein sehr

kleiner Teil aller Lebewesen nutzt anorganische Stoffe: Zu
diesen ‘lithotrophen’ Spezialisten

gehren etwa schwefeloxidierende und eisenoxidierende
Mikroben
oder ‘Knallgasbakterien’, die in schwermetallreichen
Abwssern von Zinkhtten gedeihen oder sich

sogar auf Goldnuggets wohlfhlen. Ihr besonderer
Stoffwechsel knnte einen Weg aufzeigen, der auch

auf dem kalten, atmosphrenlosen Mars und ohne direkte
Sonneneinstrahlung ‘unter Tage’ einst fr

eine Mikroben-gemtliche Umgebung gesorgt haben knnte.

Die intensive Gammastrahlung, die den Mars trifft knnte
die Energie und damit den Anstoss zur

Radiolyse von Moleklen, dem Aufspalten von chemischen
Verbindungen, gegeben haben, wobei Ionen oder

Radikale entstehen. Bei der Radiolyse von Wasser, H2O,
entstehen bei diesem Prozess Sauerstoff und

molekularer Wasserstoff und letzterer knnte dann im
Stoffwechsel von Bakterien die entscheidende Rolle gespielt
haben. Die dnne Atmosphre von Mars wre dabei sogar von
Vorteil gewesen, da mehr Strahlung den Boden erreicht und
damit mehr Wasserstoff entstanden wre.

Spektroskopische
Daten von NASAs ‘Space Odyssey’ Raumsonde und Dichte- und
Porosittsmessungen der Marsoberflche lieen den neuen
Berechnungen nach den Schluss zu, dass genug Wasser
versickert und genug Strahlung

angekommen wre, um fr viele hundert Millionen Jahre eine
lebensfreundliche ‘Subkultur’ auf dem Mars
aufrechtzuerhalten. Auch eine dicke Eisdecke wre kein
Hindernis gewesen: als gefrorener ‘Stpsel’ htte das Eis
die Strahlung zwar durch, den Wasserstoff aber nicht
rausgelassen – eine fr mgliche Marsmikroben ‘leckere’
Mischung.

Ob es aber – auf diese oder andere Art – frher tatschlich
rauschende, mikrobielle ‘Kellerpartys’ auf dem Mars gab,
ist noch nicht bewiesen. Der NASA Rover ‘Mars 2020’, der
nach astrobiologischen Spuren
auf dem Mars suchen soll indem er durch Meteoriten-Einschlge freigelegte Untergrundschichten
analysiert, lsst Astronomen auf umfangreiche Daten hoffen,
welche die Lebensfreundlichkeit unseres Nachbarn weiter
erhellen soll.
28.09.2018

  

28.09.2018 14:58 Uhr, Ilka Petermann



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