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20. Oktober 2018

Auf ewig im Rückstand: Russlands künftiger Flugzeugträger ist blind wie ein Küken



Ob Russland eine Flugzeugträgerflotte benötigt, ist derzeit Gegenstand vieler Fachgespräche. Ein Schiffsbauer hat sogar ein völlig neues Rumpfkonzept für den künftigen Flugzeugträger vorgeschlagen. Die Idee ist visionär, doch fehlt der russischen Marine bisher etwas sehr Wichtiges: die „fliegenden Augen“ eines Schiffsverbands.

Ein Doppelrumpf, der von einer großen Plattform zusammengehalten wird und im Heck zu einer Einheit zusammenläuft – so könnte Russlands künftiger Flugzeugträger aussehen. Der russische Schiffsentwickler „Krylov-Centre“ hat ein Model davon auf der letzten Rüstungsmesse „Army 2018“ in Moskau vorgestellt.

Ein Aufbau solcher Art ermöglicht es, das Schiff in den Abmessungen und im Gewicht relativ klein zu halten, ohne bei der Anzahl der Flugzeuge Abstriche machen zu müssen. „Letztlich erhalten wir ein Schiff, das bei mittlerer Wasserverdrängung ein ganzes Flugzeuggeschwader aufnehmen kann“, sagte ein Sprecher des „Krylov-Centre“.

So könnten auf dem Halbkatamaran, wie die Fachleute diesen Schiffstyp nennen, bei einer Wasserverdrängung von 44.000 Tonnen ganze 46 Luftfahrzeuge stationiert werden. Zum Vergleich: Russlands derzeitiger Flugzeugträger, die „Admiral Kusnezow“, transportiert 50 Luftfahrzeuge, wiegt aber 15.000 Tonnen mehr.

Natürlich würden auch beim künftigen Flugzeugträger Kampfjets den Großteil des Geschwaders ausmachen: je 12 bis 14 Mehrzweckjäger Su-33 und MiG-29K, hinzu kämen ebenso viele Bordhubschrauber und ganze vier bordgestützte Frühwarnflugzeuge. Und genau das ist das Problem.

Denn über solcherart Flugzeuge verfügt Russland einfach nicht – ein sehr bedauerlicher Umstand für ein Land, das eine eigene Flugzeugträgerflotte aufzubauen plant. Es ist dabei nicht so, dass es an Entwürfen gefehlt hätte.

Vielversprechend war etwa das Konzept Jak-44E: eine propellergetriebene AWACS-Maschine zur Stationierung auf schwimmenden Flugplätzen, vom russischen Flugzeugbauer „Jakowlew“ entwickelt. Der Prototyp war schon fertig, als die russische Führung die Entwicklung von Flugzeugträgern 1992 ganz einstellte. Damit wurde auch das bordgestützte Frühwarnflugzeug obsolet.

Erst in den letzten zehn Jahren ist die Entwicklung einer AWACS-Maschine für den künftigen russischen Flugzeugträger wiederaufgenommen worden. Der Flugzeugbauer „Beriew“ hat ein entsprechendes Modell entworfen: ein bordgestützter Frühwarnjet, der auch noch über Tarnkappenmerkmale verfügen soll.

Doch weder der staatliche Luftfahrtkonzern UAC noch die russischen Seestreitkräfte zeigen ernstes Interesse an dem Projekt. Eine Finanzierung des Vorhabens von staatlicher Seite steht jedenfalls noch aus.

Um die Frühwarn- und Aufklärungsfähigkeiten der russischen Marine steht es also nicht gut. Wichtige AWACS-Missionen werden gegenwärtig von Hubschraubern erledigt. Die Ka-31 sind speziell dafür entwickelt worden, doch sind ihre Möglichkeiten im Vergleich zu einem Flugzeug natürlich deutlich bescheidener.

Eine Ka-31 kann nur zweieinhalb Stunden lang im Einsatzgebiet patrouillieren. Der maximale Einsatzradius beträgt 300 Kilometer. Eine weitere Einschränkung: Der AWACS-Hubschrauber kann zwar bis zu 20 Luftziele gleichzeitig erkennen, doch die Fähigkeit, Abfangjäger ins Ziel zu lotsen, fehlt bei einer Ka-31 völlig.

Ohnehin patrouilliert dieser Hubschrauber in zu geringer Höhe von lediglich 3.500 Metern. Luftziele erkennt er deshalb erst auf eine Distanz von bis zu 150 Kilometern, Seeziele auf eine Entfernung von bis zu 28 Kilometern.

Und als ob das nicht genug wäre: Gegenwärtig verfügt die russische Marine nur über zwei solcher Hubschrauber.

Deutlich besser sind die Leistungsmerkmale eines AWACS-Flugzeugs: Der Patrouillenflug findet in bis zu 11.000 Metern Höhe statt. Luftziele werden aus 250 Kilometern Entfernung erfasst. Bis zu 150 Ziele werden gleichzeitig verfolgt, wobei auch noch bis zu 40 Abfangjäger ins Ziel geführt werden können.

So groß ist der Unterschied zwischen den Leistungsparametern eines Ka-31 und einer in den Achtzigerjahren entwickelten Jak-44E. Noch deutlicher wird der Rückstand, wenn man das US-amerikanische Frühwarnflugzeug Northrop Grumman E-2D „Advanced Hawkeye“ zum Vergleich heranzieht.

Auch diese Maschine ist für den Einsatz auf Flugzeugträgern gedacht. Bis zu sieben Stunden kann sie in der Luft bleiben, dabei bis zu 2.000 Ziele gleichzeitig verfolgen und bis zu 100 Abfangjäger ins Ziel navigieren. Größere Ziele – also gegnerische Jets oder Hubschrauber zum Beispiel – werden auf über 600 Kilometer Entfernung geortet.

Ein weiterer Pluspunkt des „Advanced Hawkeye“: Die Maschine ist auch für die Zusammenarbeit mit den Kampfjets der 5. Generation – also den Stealth-Jägern – ausgelegt. Außerdem kann dieses Frühwarnflugzeug seegestützte Abfangraketen des Aegis-Systems ins Ziel lenken, die auf den Begleitschiffen des Flugzeugträgerverbands stationiert sind.

Es bleibt also festzuhalten: Über künftige russische Flugzeugträger zu diskutieren, ohne die künftigen bordgestützten AWACS-Flugzeuge zu erwähnen, ist ziemlich sinnlos. Wie ausgefeilt ein Flugzeugträger auch sein mag, ohne Frühwarnflugzeuge an Bord bleibt er ein blindes Küken, das nicht mal erahnen kann, welche Überraschung ihm der Gegner hinter dem Horizont bereitet.





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