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15. December 2018

Lärmbeschwerden gegenüber Berliner Theater: Muss Kunst dem Kapital weichen?




Kultur

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Das Monbijoutheater in Berlin-Mitte gehört zu den bekanntesten Spielstätten der Stadt. Nach dem Theaterbesuch wollen sich viele Gäste in der theatereigenen Strandbar an der Spree erholen und etwas trinken. Doch der dabei entstehende Lärm ist den neuen Anrainern ein Dorn im Auge. Das könnte die Existenz des Theaters bedrohen.

Es klingt wie eine Gentrifizierungsgeschichte aus dem Bilderbuch. Reiche Bürger, ausgerechnet aus dem Süden der Republik, ziehen in die Hauptstadt und beschweren sich über den Lärm einer ansässigen Kulturstätte. Diese fürchtet um die wirtschaftliche Existenz, sollten sich die neuen Anwohner durchsetzen. So oder ähnlich ist es schon einigen Kulturbetrieben in Berlin ergangen: wie dem alternativen Kulturhaus Tacheles und der renommierte Fotogalerie C/O aus Mitte, oder Clubs wie dem Knaack und dem Icon in Prenzlauer Berg.

Wohnlage im Park oder in der Stadt?

Nun gerät das Monbijoutheater in das Fadenkreuz der Ruhebedürftigen. Das Theater in Berlin-Mitte gehört zu den bekanntesten Spielstätten der Stadt. Am Ufer der Spree – gegenüber der Museumsinsel – führt die freie Theatergruppe im Sommer Stücke von Shakespeare, Schiller und Goethe auf. Gäste sitzen an der Strandbar Mitte, die es seit 17 Jahren gibt und somit die älteste Strandbar der Stadt ist.


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Foto : Bernd Schönberger/ Monbijou Theater

Monbijou Theater

Doch jetzt fürchten die 80 Mitarbeiter des Theater- und Barbetriebes um ihre Existenz. Neue Nachbarn sind dieses Jahr in das „Forum Museumsinsel“, eine Immobilie des bayerischen Unternehmers Ernst Freiberger, gezogen. Sie haben sich mehrfach über die abendlichen Geräusche aus der Strandbar und von der Bühne beschwert. Ein Novum, seit das Theater im Monbijoupark residiert, erzählt Theaterdirektor Christian Schulz im Sputnik-Interview:

„Bisher gab es eigentlich nichts, was in einer auffälligen Weise als störend empfunden wurde. Aber nun haben wir Nachbarn bekommen, die direkt gegenüber wohnen, und darauf pochen, dass die Lärmschutzverordnung eingehalten wird. Sie sind der Auffassung, dass sie mitten im Park wohnen und nicht in der Stadt, wo man ein gewisses gesellschaftliches Leben an sich toleriert, weil es zu Berlin gehört.“

Ist das Treiben in der Strandbar zu laut?

Im Sommer finden im Open-Air-Theater zwei Vorstellungen statt. Eine beginnt um 19:00, die andere um 21:00 Uhr. Die spätere Aufführung dauert bis circa 22:10, anschließend klatschen die Leute natürlich, „meistens sogar sehr heftig“. Viele wollen sich dann nach dem Verlassen des Geländes an die Spree setzen und noch etwas trinken. Zum Theater gehört auch die Strandbar Mitte. Sie ist die älteste Strandbar Berlins. Die Geräuschkulisse, die aus der Bar tönt, wo gerne auch dem Open-Air-Tango auf der Tanzfläche gefrönt wird, ist der eigentliche Stein des Anstoßes. „Das Leben, das also nach dem Theater stattfindet, ist den Anwohnern zu laut“, so Schulz.

Dialog der Betroffenen gefordert

Ephraim Gothe (SPD), Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung in Mitte, regte am Montag einen Runden Tisch an, an dem sich Anwohner und Schauspieler zusammensetzen. Er sagte: „Wir werden das Thema im Bezirksamt und der Bezirksverordnetenversammlung besprechen.“


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Foto : Bernd Schönberger/ Monbijou Theater

Monbijou Theater

Auch Theaterdirektor Schulz wünscht sich den Dialog mit den Anwohnern und der Politik. Er bietet an, mit dem Theater etwas früher anzufangen, so dass man um 22:00 Uhr tatsächlich mit der Vorstellung fertig ist. Auch für die Außengastronomie hat er bereits diverse Lösungsvorschläge parat:

„Entweder man zieht die Tanzfläche etwas weiter flussaufwärts, Richtung S-Bahn und Hackescher Markt, oder aber man überlegt sich vonseiten des Bezirks und der Politik, dass man die Tanzfläche aufhebt und sie woanders hin baut. Man kann im James-Simon-Park, östlich vom Monbijou-Park an der Spree gelegen, auch eine Tanzfläche am Wasser bieten.“

Dort seien die Anwohner nicht ganz so nah dran, und die S-Bahn würde eine „Geräuschkulisse“ erzeugen, in denen die Gastronomiegeräusche untergehen würden. Bereits im November hat Schulz dort die „James Simon Bar“ im gleichnamigen Park eröffnet. Etwa 250 Meter vom Theater entfernt, vis-à-vis der Alten Nationalgalerie; dort könnte die Party nach den Vorstellungen auch weitergehen.

Das komplette Interview mit Christan Schulz zum Nachhören:





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