Interview mit geflohener Saudi-Araberin: Schwedisches TV zensiert das Wort „Islam“

Interview mit geflohener Saudi-Araberin: Schwedisches TV zensiert das Wort „Islam“



Die Geschichte der jungen Frau Rahaf Mohammed, die aus Saudi-Arabien in den Westen geflohen war, sorgt seit Tagen für große mediale Aufmerksamkeit. Sie soll in ihrer Heimat misshandelt worden sein. Der schwedische TV-Sender STV steht derzeit im Kreuzfeuer der Kritik – wegen einer etwas „freien Übersetzung“ des Interviews mit dem Mädchen.

Der Sender strahlte ein Interview mit der 18-Jährigen aus. Darin erzählte die junge Frau von der grausamen Behandlung, die sie zuhause erleben musste. So habe man sie sechs Monate lang eingesperrt, nachdem sie sich die Haare habe kurz schneiden lassen. Dabei hätten ihre Mutter und ihr Bruder sie misshandelt.

Denn kurze Frisuren seien für Frauen im Islam verboten, weil sie sie wie Männer aussehen ließen.

Das Interessante dabei: In den Untertiteln zu ihrem Interview fehlen sowohl das Wort „Islam“ als auch das Wort „haram“ (dt. „verboten“), obwohl das Mädchen diese Worte klar ausspricht.

Auf diese Ungereimtheit wurde zuerst der schwedische demokratische Politiker Kent Ekeroth aufmerksam. Er verglich die schwedische Übersetzung mit den englischen Untertiteln und schrieb daraufhin einen Beitrag bei Samhällsnytt.

​Das rief wiederum Unmut bei einigen Schweden hervor. Manche Nutzer ließen sich über die Fernseh-Steuer aus, die in Schweden jeder zahlen muss — ungeachtet dessen, ob man einen Fernseher besitzt oder nicht.

„Es ist so, als würde man das Wort,Nazismus‘ aus einem Bericht über die Überlebenden des Zweiten Weltkriegs entfernen! Oder das Wort,Kommunismus‘ aus einem Bericht über die Sowjetunion“, schrieb der Nutzer Mikael Nilsson.

​Andere äußerten die Meinung, dass SVT Inhalte in Übereinstimmung mit seiner sogenannten „Wertebasis“ behandle – was mit Fake News gleichzusetzen sei.

Rahaf Mohammed war Anfang Januar aus Saudi-Arabien geflohen. Sie war mit einer Maschine aus Kuwait in Bangkok gelandet und dort gestoppt worden. Zunächst drohten die thailändischen Behörden, sie gegen ihren Willen wieder nach Saudi-Arabien zurückzuschicken.

Daraufhin verbarrikadierte sich die 18-Jährige in einem Hotelzimmer in Bangkok und machte über den Kurzbotschaftendienst Twitter auf ihr Schicksal aufmerksam. Kanada gewährte der jungen Frau schließlich Asyl, am Samstag traf sie in Toronto ein.

 





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