Der Multimilliardär Warren Buffett hat schon Anfang des Jahrtausends verlautbart*, es gebe Klassenkrieg und es sei seine Klasse, die Klasse der Reichen, die diesen Krieg gewinne. Zur Zeit wird uns vermutlich vorgeführt, wie das geht. In Frankreich. Mit Deckung von Präsident und Regierung geht die französische Polizei mit brutaler Gewalt gegen Gelbwesten vor. Hier ist eine eindrucksvolle Bilanz des Geschehens. Aus diesem Text stammt der oben gezeigte Ausschnitt, den ich bewusst hier eingestellt habe, weil wir in den deutschen Medien ansonsten wenig von der Brutalität dieses Klassenkampfes erfahren. Albrecht Müller.

Sie müssen nach unten scrollen und finden dann die Fotos der schon im November und Dezember verletzten Menschen. Das reicht, um einen Eindruck davon zu bekommen, wie die Regierenden mit dem Volk umgehen, wenn es seine Stimme zum Protest erhebt.

Die folgenden Fotos geben einen Eindruck von der Depression, die die staatliche Gewalt bei den protestierenden Menschen auslöst:

Die Bundesregierung schweigt zu den Vorgängen.

Von Angela Merkel, die gestern den französischen Präsidenten in Aachen getroffen hat, war nichts zu hören. Hat sie bei Macron die Einhaltung der Menschenrechte angemahnt? Mit Sicherheit nicht.

Man muss davon ausgehen, dass in der gesamten westlichen Welt und auch in Deutschland im Notfall der von Warren Buffett beschworene Krieg der Reichen gegen die Armen mit ähnlichen Mitteln, wie sie in Frankreich sichtbar werden, geführt wird.

Die Superreichen haben viel zu verteidigen.

Das wird in einem Film sichtbar, den arte ausgestrahlt hat: Ganz oben – Die diskrete Welt der Superreichen.

Im Begleittext heißt es:

„Noch nie waren die Reichen hierzulande so reich wie heute. Und noch nie war das Vermögen in Deutschland so ungleich verteilt. Wer sind sie, dieses oberste Prozent oder Promille der deutschen Gesellschaft? Wie leben sie? Und was denken sie über Deutschland? Grimme-Preisträger Florian Opitz unternimmt eine Reise in die diskrete Welt der Superreichen.

Ein Prozent der Deutschen besitzt über ein Viertel der Vermögenswerte des Landes, die Hälfte der Bürger hat wiederum gar kein Vermögen. Noch nie waren die Reichen so reich wie heute. Und noch nie waren die Vermögen in Deutschland so ungleich verteilt.“

Der Film zeigt, auch wenn er nicht sonderlich kritisch ist, eindrucksvoll: der Teufel macht auf den größeren Haufen. Ganz selbstverständlich wird hierzulande hingenommen, dass die Vermögensverteilung immer weiter auseinandergezogen wird.

Die im Film skizzierte Entwicklung wird von der Bundesregierung und der Bundeskanzlerin hingenommen. Es wird nichts dagegen getan. Im Gegenteil. Man nimmt in Kauf, dass die Großkonzerne um vieles weniger Steuern zahlen als die große Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger. Man hat bei der Erbschaftssteuer entlastet. Man lässt die Vermögenssteuer ruhen und tut nichts gegen Steueroasen, die der normale Mensch in der Regel nicht nutzen kann, die Superreichen aber schon. Und wenn einer dieser Vermögenden eine seiner Kapitalgesellschaften verkauft, dann sind die versteckten Gewinne bei der Realisierung auch noch steuerfrei.

Noch gibt es in Deutschland keine den Gelbwesten vergleichbare Aufstandsbewegung.

Der arte-Film zeigt, dass auch hierzulande eine Protestbewegung notwendig wäre. Aber wenn sich diese bilden würde, dann würde Politik und Polizei vermutlich ähnlich reagieren wie in Frankreich. Der Klassenkampf von oben würde auch hierzulande geführt, auch mit Gewalt.

Fazit: Die Artikelüberschrift “Mit brutaler Gewalt wird der Klassenkampf von oben gewonnen. Das ist absehbar” klingt resignierend und deprimierend. Ist das verwunderlich? Würden Sie Ihrem 23-jährigen studierenden Sohn oder ihrer 50-jährigen Tante raten, sich zusammenschießen zu lassen, ein Bein, einen Arm oder ein Auge zu verlieren oder das Gebiss zertrümmert zu bekommen? Die Brutalität hat abschreckende Wirkung. Sie zeigt, was der Multi-Milliardär aus den USA meinte, wenn er vorhersagte, der Klassenkampf werde von denen da oben gewonnen. Dank der Helfer in der Politik, von Macron bis Merkel, dank der Mitwirkung der Polizei und auch dank der Medien, die zumindest in Deutschland die Brutalität des Vorgehens gegen die Gelbwesten, also gegen die protestierenden Ausgegrenzten und sogenannten Kleinbürger niedrig hängen.

  • (Warren Buffett Original engl.: ”There’s class warfare, all right, but it’s my class, the rich class, that’s making war, and we’re winning.” – im Interview mit Ben Stein in New York Times, 26. November 2006)



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Von Veritatis

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