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Lieferung frei Heimatplanet

Ein frher Zusammenstoss der Erde mit einem anderen Proto-Planeten knnte uns nicht nur den Mond, sondern auch einen lebensfreundlichen Cocktail an Elementen beschert haben (knstlerische Darstellung ‘the-earth-story.com’).

In umfangreichen Simulationen konnten Wissenschaftler zeigen, dass die Erde – und damit

vermutlich auch andere Gesteinsplaneten – einen groen
Anteil jener Elemente, die Leben

ermglichen, ber frhe Kollisionen mit einem
‘Geschwisterplaneten’ erhalten hat.

Wenn das bestellte Paket mit soviel Schwung auf die Terrasse geschleudert wird, dass

ein Stckchen von jener herausbricht und sich einen eigenen
Orbit sucht – es wrde

warscheinlich Punktabzug bei der Lieferantenbewertung
geben. Im Falle der Erde aber,

vor etwa 4,4 Milliarden Jahren, als unser Heimatplanet
einigen Theorien nach mit einem

etwa marsgroen Protoplaneten zusammenstie, war der Effekt
ausgesprochen erfreulich:

nicht nur bekamen wir einen Begleiter, den Mond, sondern
durch den Zusammensto soll

die Erde auch mit Elementen angereichert worden sein, die
Leben begnstigen, wie etwa

Kohlenstoff, Stickstoff und Sauerstoff.

Bei der Analyse von Meteoriten, unvernderten Festkrpern
aus der Frhzeit des

Sonnensystems, zeigt sich, dass bestimmte
Elementverhltnisse, insbesondere Kohlenstoff

zu Stickstoff, nicht mit jenen der Erde bereinstimmen.
Geht man aber davon aus, das

alle Krper des Sonnensystems aus dem gleichen
Ausgangsmaterial entstanden sind, ist

solch eine Diskrepanz nur schwer zu erklren. Mit
verbesserten Modellen und

leistungsstarken Rechnern haben Wissenschaftler der NASA-
Initiative ‘CLEVER-Planets’

(Cycles of Life-Essential Volatile Elements on Rocky
Planets) einen Satz von mehr als

einer Milliarde Modellen simuliert, bei denen die junge
Erde mit einem anderen Planeten

kollidierte. Die Modellparameter beinhalteten etwa die
enormen Drcke und Temperaturen,

die im Planeteninnern herrschen (heutiger Erdkern: etwa 3,6
Millionen Bar und gut 6000

Kelvin) sowie verschiedene Zusammensetzungen an chemischen
Verbindungen. In den

sogenannten ‘spter Mantel’-Theorien (late veneer theories)
geht man davon aus, das

durch Kollision und folgende Mischprozesse der beiden
Krper eine Zusammensetzung des

Erdmantels erreicht werden kann, welcher der heutigen
Beschaffenheit entspricht. Den

neuen Modellen nach wre ein marsgroer Planet mit einem
schwefelreichen Kern der

aussichtsreiche Kandidat, um die irdische Element-
Komposition zu erreichen.

Die Ergebnisse sind auch fr das Verstndnis anderer
Gesteinsplaneten von groem

Interesse und wie lebensfreundliche Umgebungen in anderen
Sternsystemen entstehen oder

entstanden sein knnten. Leichtflchtige Elemente, die
nicht ‘von Anfang an’ auf einem

Planeten zur Verfgung standen, wrden demnach auch von
einem anderen Krper

‘geliefert’ werden knnen, der (durch andere kosmische
Herkunft oder Zusammensetzung)

die noch fehlenden Zutaten mitbringt.
27.01.2019

  

27.01.2019 21:48 Uhr, Ilka Petermann



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