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Journalisten des polnischen Programms „Superwizjer“ TVN haben eine schockierende Reportage gemacht, in der sie davon erzählten, wie kranke Rinder ohne tierärztliche Kontrolle illegal in polnische Schlachthöfe transportiert und verkauft werden. Europa ist nun höchst besorgt, da Polen eines der größten Fleischexporteure in die EU-Länder ist.

Jetzt ist es fraglich, ob Polen die Gesundheitsanforderungen überhaupt erfüllt.

Wie der Cheftierarzt Polens, Pawel Niemczuk, mitteilte, wurde Fleisch von illegal geschlachteten kranken, aber auch von schon toten Rindern in 11 Länder und in mehr als 20 Annahmestellen in Polen geschickt.

Die Behörden konnten 9,5 Tonnen Rindfleisch, die in einem Kombinat in Kalinowo produziert worden waren, identifizieren – 2,5 Tonnen davon wurden nach Estland, Finnland, Litauen, Frankreich, Portugal, Rumänien, Spanien, Schweden, in die Slowakei sowie nach Deutschland und Ungarn exportiert.

Dem Bericht der Europäischen Kommission zufolge wird dieses Fleisch momentan eingezogen und vernichtet.

Der Chef des slowakischen Veterinärdienstes, Jozef Biresz, hat seinerseits mitgeteilt, dass fast 300 Kilogramm Fleisch von kranken Tieren aus Polen in slowakische Restaurants und Schulen sowie in drei Fleischverarbeitungsbetriebe gebracht worden seien.

Das Gesundheitsministerium Polens meldete, dass eine Partie Rindfleisch (insgesamt 99 Kilo), die aus dem polnischen Schlachthaus in Kalinow stammte, vom Inlandsmarkt abgenommen worden sei.

Rund 80 Prozent des in Polen produzierten Rindfleisches werden in EU-Länder exportiert:  Im Jahr 2017  soll der Rindfleischexport 415.000 Tonnen im Wert von über 1,5 Milliarden US-Dollar betragen haben.

Witold Choiński, Präsident des Verbandes der Polnischen Fleischproduzenten, hat gegenüber Sputnik einen Kommentar im Zusammenhang mit dieser Situation gegeben. Er glaubt, es sei schwierig, Schwachstellen im polnischen Veterinärkontrollsystem zu erkennen:

„Es besteht jedoch kein Zweifel, dass das Gesetz in diesem Fall verletzt wurde. Der polnische Cheftierarzt Paweł Niemczuk behauptet, dass das Fleisch nicht von kranken, sondern von posttraumatischen Kühen erhalten wurde und keine Gefahr für die Verbraucher darstelle. Das technologische Kontrollverfahren selbst wurde jedoch verletzt. In diesem Fall sprechen wir von illegaler Schlachtung. Die Tiere sollten vor Ort geschlachtet und nicht in den Schlachthof gebracht werden. Der Grund liegt offenbar in dem Bestreben, die Gewinne der Schlachtung zu erhöhen. Leider passiert dies manchmal in kleinen Unternehmen – für die großen Unternehmen ist das unvorteilhaft. Dabei verlieren jedoch die gesamte Fleischindustrie und ihr Image, das sich in vielen Jahren herausgebildet hat“, so Choiński.





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Von Veritatis

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