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23. February 2019

„Erschießungen dienstags und freitags“: 77 Jahre Ausbruch aus KZ „Rotes Kreuz“




Im serbischen Niš ist heute der NZ-Opfer gedacht worden. Am heutigen Dienstag jährt sich der erste große Ausbruch aus dem Nazi-Konzentrationslager Crveni Krst zum 77. Mal. Heute erinnert ein an der Stelle des früheren KZ errichtetes Museum an die Tausende Todesopfer.

Durch den Namen Crveni krst (zu dt. „Rotes Kreuz“) soll man sich nicht täuschen lassen. Das berüchtigte Konzentrationslager, in dem von 1941 bis 1944 Schätzungen zufolge etwa 10.000 Menschen den Tod fanden, war nach dem gleichnamigen Vorort der serbischen Stadt Niš benannt worden. Nach Erkenntnissen des serbischen Historikers Aleksandar Dindic, wurden alle Häftlinge im KZ Crveni Krst in fünf Kategorien unterteilt: Kriegsgefangene, Juden, Partisanen, Tschetniks und Ausländer.

Ausstellung im ehemaligen Konzentrationslager Crveni Krst

In seiner Monografie „Lager in Crveni Krst“ („Logor na crvenom krstu“, 2011) schreibt der jetzige Kurator des Museums Nebojsa Ozimic, dass Massenerschießungen immer dienstags und freitags stattgefunden haben. Am Donnerstag, dem 12. Februar 1942, wollte eine Gruppe von Häftlingen aber nicht auf ihre Hinrichtung warten und wagte die Flucht.

In einem Sputnik-Gespräch erzählt Ozimic:

„Während des abendlichen Hofgangs stürzen mehrere KZ-Insassen zum Lagertor. Doch das Tor ist verriegelt: Die Deutschen hatten über den geplanten Ausbruch im Voraus erfahren und Vorsorge getroffen. Aber die Häftlinge lassen sich dadurch von ihrem Plan nicht abhalten. 105 von ihnen gelingt es, sich durch den Stacheldraht in die Freiheit durchzukämpfen und zu den Partisanen zu fliehen. Weitere 42 werden auf der Flucht erschossen.“

In Miroslav Milovanovics Buch „Lager am Crveni Krst in Niš“ („Logor na Crvenom krstu u Nisu“, 1984) schildert ein Überlebender seine Erinnerung:

„Der Schnee war überall auf dem Hof rot vom Blut, der dreireihige Stacheldraht an mehreren Stellen durchgerissen, wie nach einem Gefecht. Dann hat man eine Gruppe von Juden hinausgeführt, die mit Schaufeln und Hacken Gräben ausheben sollten. Am Nachmittag wurden dort die Toten begraben. Stadtbewohner, die ihre Familienmitglieder im Lager hatten, kamen noch viele Tage danach zu dem Zaun und versuchten, ihre Angehörigen unter den Überlebenden auszumachen.“

Nach diesem Massenausbruch, dem ersten in der Geschichte des KZ, wurden in Crveni Krst ca. 1000 Häftlinge erschossen – zur Einschüchterung. Das Lager wurde 1944 von Partisanen befreit. Seit 1945 wird der 12. Februar in Nis als Gedenktag gefeiert. Die Gedenkstätte, die in diesem Ort 1969 entstand, wurde während der Nato-Angriffe 1999 durch Bomben beschädigt und musste umfassend renoviert werden.





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