Die sog. Konversionstherapie soll nach dem Willen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gesetzlich verboten werden. Diese angebliche Therapieform, zum Zwecke der sexuellen Umorientierung von Homosexuellen hin zu Heterosexuellen, wird in der Bundesrepublik nach wie vor legitim angeboten. Auch wird Homosexualität in Deutschland nach wie vor öffentlich als Störung bezeichnet.

Angebliche „Heilung“ für Homosexuelle soll noch vor der Sommerpause gesetzlich verboten werden

Noch vor der Sommerpause im politischen Berlin soll so Einiges geschehen. Hubertus Heil (SPD), Bundesminister für Arbeit und Soziales, kündigte an, dass er sein Konzept für die Grundrente bis dahin in einen tauglichen Gesetzesentwurf umarbeiten will, der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will bis dahin ein gesetzliches Verbot sogenannter Konversionstherapien in Deutschland auf den Weg bringen.

Die Konversionstherapie, auch Reorientierungs- oder Reparativtherapie genannt, ist eine Methode in der Psychotherapie, die am Ende homosexuelle Neigungen in heterosexuelle Neigungen umwandeln soll. Vor 1974 bzw. 1992 wurde Homosexualität zu psychischen Störungen gezählt. Das ist für die Wissenschaft jedoch längst alter Käse, lesbisch oder schwul zu sein hat heute unstrittig nichts mit irgendeiner Störung oder gar Krankheit zu tun.

Dies sieht der selbst homosexuelle Gesundheitsminister ebenso. „Ich halte nichts von diesen Therapien, schon wegen meines eigenen Schwulseins. Ich sage immer, der liebe Gott wird sich was dabei gedacht haben“, gibt Spahn gegenüber Medien an. Er nennt Therapien mit dem Ziel Homosexualität in Heterosexualität umzuwandeln „Pseudotherapien“ und führt an, dass eine Krankheit die nicht existiert keine Therapie braucht.

Homosexualität von „Gott nicht gewollt“ und in Deutschland öffentlich als „Störung“ bezeichnet

Propagiert werden entsprechende Therapien häufig von geistlich geprägten Bewegungen, aber auch Anhängern diverser Anti-Homosexualität-Gemeinschaften. Lange Zeit wurde die Konversionstherapie deshalb auch geistlich begeleitet. Homosexualität sei von Gott nicht gewollt wird hier von diversen Gruppierungen häufig angeführt. Ende August 2018 allerdings erklärte schließlich auch der Vatikan als Oberhaupt der katholischen Kirche selbst, dass Homosexualität keine Krankheit sei und deshalb entsprechende Therapien nicht befürwortet werden.

Die politische Debatte hierzulande ist nicht ganz neu. Die Grünen stellten 2017 bereits  eine Anfrage an die Bundesregierung, ein Jahr später wiederholten dies Mitglieder der Linken. Das Thema war exakt das Gleiche und die Bundesregierung gab in ihren Antworten an, dass sie sich für eine Gleichstellung „jeder sexuellen Identität“ stark mache. Ein Verbot der Konversionstherapie jedoch kam nie zur Sprache. Stattdessen setzte Berlin lieber auf Aufklärung:

Die Bundesregierung setzt beim Schutz junger Menschen vor unangemessenen und gegebenenfalls für sie schädlichen Therapie- und Beratungsangeboten insbesondere auf die frühzeitige sachgerechte Aufklärung und Information. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) unterstützt dies im Auftrag der Bundesregierung durch die Bereitstellung verschiedenster Informationen, die junge Menschen in ihrem Selbstwertgefühl und in der Entwicklung ihrer sexuellen Identität stärken.

Aufklärung alleine hat aber offenbar keinen Effekt. Denn in Deutschland wird Homosexualität nach wie vor offen als Fehler oder Störung angegeben. Das Deutsche Institut für Jugend und Gesellschaft (DIJG) zweifelt beispielsweise öffentlich im Internet an, dass jegliche sexuelle Identität im Grundgesetz gleichgestellt werden sollte. Es werde Jugendlichen ansonsten das „Leitbild einer monogamen Ehe zwischen Mann und Frau“ genommen. Dies könne weder ein moralisches, noch religiös-konformes Ziel eines Grundgesetzes sein.

Das Verbot der Konversionstherapie soll mit entsprechendem Strafrahmen einhergehen

Deutschland reiht sich damit in eine kleinere Anzahl an industriellen Ländern ein, in denen Konversionstherapien a) noch immer angeboten werden dürfen und b) sozialrechtlich unterstützt. Dies soll sich laut Jens Spahn jetzt ändern. In Zusammenarbeit mit dem Justizministerium soll ein gesetzliches Verbot gegen die Konversionstherapie erfolgen, als auch ein Verbot der sozialrechtlichen Vergütung dieser angeblichen Behandlungsmaßnahmen.

Ein gesetzliches Verbot sollte auch, so der Gesundheitsminister, mit einem entsprechenden Starfmaß versehen werden. Dessen Umfang ist bislang allerdings noch unbekannt bzw. sehr vage debattiert. Eine Geldstrafe in Höhe von 500 Euro, wie von den Grünen vorgeschlagen, hält Spahn für ausgeschlossen. Seinen eigenen Worten zur Folge sei ein solcher Betrag nicht „übermäßig abschreckend“. Stattdessen schweben ihm unter anderem Konsequenzen für die ärztliche Zulassung von Therapeuten vor, die eine Koversionstherapie anbieten.

Autor: Thomas Schmied

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Von Veritatis

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