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Sommer, Sonne, Sonnenenergie: Diesen Traum von emissionsfreier Energie will ein Berliner Unternehmen auf dem Wasser der Spree verwirklichen. Die Vorteile: Keine Abgase wie bei den Dieselschiffen und keine Lärmbelästigung. Bei schlechten Wetterbedingungen müssten die Schiffe allerdings zum Stromtanken an das Ufer.

Für echte Berlin-Touristen gehört eine Tour auf der Spree eigentlich zu einem richtigen Stadturlaub-Erlebnis dazu. Die  langgezogenen Flussschiffe tuckern den lieben Tag lang über den Hauptstadtfluss und erzeugen neben einzigartigen Eindrücken leider auch jede Menge Abgase. Eine Alternative zu den Treibhausgas-Flotten könnte das Unternehmen „Solarcircleline“ bieten, Es will in Berlin  demnächst die ersten komplett solargetriebenen Passagierschiffe in Betrieb nehmen.

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„Die Idee gab es schon einmal vor 20 Jahren, sie hatte sogar beim Berliner Senat einen Preis gewonnen, aber konnte damals mangels Anleger nicht umgesetzt werden“, erklärt der Geschäftsführer des Unternehmens, Tim-Derek Schultze, im Sputnik-Interview. Schultze ist zudem im Vorstand der „SolarWaterWorld“ AG,  welche eine erste Solarboottankstelle Deutschlands 1995 in Berlin-Köpenick eröffnete und im Bereich Sonnenenergie auf eine lange Tradition zurückblicken kann.

Dass die Idee erst jetzt realisiert werden kann, hat einen einfachen Grund: „Damals war die Technik noch nicht soweit, vor allem die Batterie- und Antriebstechnik. Aber dank der Umstrukturierung derzeit bei der Autoindustrie gibt es jetzt natürlich bessere Techniken“, erklärt Schultze. Außerdem seien die Schiffe aus Aluminium gefertigt, so müsse weniger Masse bewegt werden. Im Vergleich zu dieselgetriebenen Schiffen sollen die Schiffe von „Solarcircleline“ entsprechend nur einen Bruchteil der Energie brauchen – und die soll über Solarmodule auf dem Dach gesammelt und in Batterien gespeichert werden.


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Foto : Solarcircleline GmbH

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Einziger Haken: Schlechtes Wetter. Wenn die Sonne nicht genug Energie liefert, müssen die Solarliner ans Stromnetz. Hier gilt laut Schultze: Getankt wird nur Ökostrom, sonst wäre das Ganze inkonsequent. Aus Erfahrungen mit einem kleine Solarschiff wisse das Unternehmen, dass die Schiffe ohne Stromtanken vier bis sechs Wochen in Betrieb sein können.


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Foto : Solarcircleline GmbH

Interviewpartner Schultze (vorne links) und das Team

Aber benötigt die Berliner Flussschifffahrt überhaupt solche neuen Modelle? Schultze antwortet: „Die Spree braucht diese Schiffe, weil der Bürgermeister schon lange sagt, dass Berlin die Hauptstadt der Elektromobilität werden soll. Wir haben Umweltzonen, die bisher nicht für die Spree gelten, sondern nur für die Autos. Aber auf der Spree können Schiffe weiterhin mit Diesel ungefiltert fahren. Das ist einfach ein wertvoller Beitrag zur Emissionsfreiheit in dieser Stadt.“ Und mit Blick auf die Batterien fügt er hinzu: „Natürlich ist mir bewusst, dass die Produktion der Batterietechnik auch nicht emissionsfrei oder umweltpolitisch immer korrekt ist, aber zumindest hält man das so aus dem Innenstadtbereich heraus.“

Das erste Schiff soll im Juli auf der Spree getauft werden, das zweite bald darauf folgen.

Das Interview mit Tim-Derek Schultze in voller Länge:





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Von Veritatis

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