Tausende weitere Stellen sollen bei Volkswagen (VW) gestrichen werden. Es gehe um ein neues, milliardenschweres Sparprogramm und die Entscheidung wäre „niemandem leicht gefallen“ heißt es aus der Konzernspitze. Schwere Kritik und Vorwürfe hagelt es dafür vom Betriebsratschef.

Rund 5.000 Arbeitsplätze sollen bei Volkswagen wegen Sparmaßnahmen wegfallen

Es geht um den Abbau von rund 5.000 weiteren Arbeitstellen um ein neues Sparprogramm zu realisieren. 5,9 Milliarden Euro will der Autohersteller so von 2023 an jedes Jahr einsparen. Das habe der Vorstand von Volkswagen rund um den Konzernchef Herbert Diess beschlossen. So zumindest lässt es das Magazin „Handelsblatt“ unter Berufung auf „Insider“ verlauten. Effizienzmaßnahmen seien dies. Der Konzern brauche mehr Geldmittel um den Umstieg auf Elektroautos zu stemmen.

Und es könnte noch schlimmer kommen: rund 5.000 Arbeitsplätze zu streichen wäre womöglich nicht ausreichend. Bis zu 7.000 Arbeitsplätze seien in Gefahr, heißt es aus Medienkreisen. Volkswagen wollte hierzu keine Stellung beziehen. Am kommenden Mittwoch jedoch ist die Jahrespressekonferenz des Unternehmens angesetzt und spätestens dann wird hoffentlich Stellung zum Ausmaß des Stellenabbaus bezogen. Dass ein Teil der Sparmaßnahmen mit den Problemen bei den Abgastests und -limits zu tun habe, davon will VW allerdings schon vor der Jahrespressekonferenz nichts wissen.

Schwere Kritik und Vorwürfe vom VW-Betriebsratschef

VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh kann sich anders wie der Vorstand des Konzerns nicht zurückhalten. Er übt schwere Kritik an der Konzernführung aus und macht dem Vorstand Vorwürfe. „Es kann nicht sein, dass hier Milliarden versenkt werden und das bleibt ohne Folgen“, sagte er. Weiter gab er an, dass die Versäumnisse bei der Umstellung auf den neuen Abgasstandard WLTP alleine schon Milliarden gekostet hätten.

Im vergangenen Herbst wiesen Abgastestergebnisse bei VW-Fahrzeugen zu hohe Werte auf. Die Folge war, dass der Konzern Tausende Fahrzeuge nicht an den Handel schicken konnte, da keine Zertifizierung vorlag. Wie die Nachrichtenagentur Reuters damals berichtete, sollen diese Probleme bei der Abgaszertifizierung rund 3,6 Milliarden Euro gekostet haben. 3,6 Milliarden Euro, die jetzt für einen „Umstieg auf Elektroautos“ fehlen.

Zum Stellenabbau sagte Osterloh lediglich, dass der VW-Vorstand hier erst noch mit den Arbeitnehmerverbänden verhandeln müsse. Die Arbeiter des Autoherstellers jedenfalls, dürften nicht die „Leidtragenden sein“ für „schwere Verfehlungen der Konzernspitze.“ Wenngleich Osterloh damit Recht hat, so zeigt uns doch die Vergangenheit, dass die Arbeiter oftmals die Leidtragenden sind. Die Jahrespressekonferenz bei VW steht jedenfalls vor der Tür und die Öffentlichkeit wird Antworten fordern. Bleibt zu hoffen, dass Volkswagen hierbei nicht ebensoviel Nachholbedarf aufweist, wie damals bei den Abgasstandards.

Autor: Thomas Schmied

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Von Veritatis

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