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21. March 2019

EU-Behörde EFSA muss geheime Glyphosat-Studie herausgeben



Die EU-Lebensmittelbehörde EFSA hat bislang versucht, die Studie über das Krebsrisiko des Pflanzengifts Glyphosat unter Verschluss zu halten. Offenbar sollten die Interessen des Agrochemie-Konzerns Monsanto gewahrt werden.

Jetzt hat das Gericht der Europäischen Union ein Urteil gefällt. Die EFSA muss die geheim gehaltene Studie über Glyphosat freigeben. Die Richter begründeten ihr Urteil damit, dass die Informationen über die tatsächlichen Wirkungen des Pflanzengiftes wichtiger seien, als die Geschäftsinteressen von Monsanto. Das Interesse bestehe zudem nicht nur darin, zu wissen, was in die Umwelt freigesetzt worden sei, sondern auch, wie die Umwelt dadurch beeinträchtigt werde.

Viele Europaparlamentarier hatteN bei der EFSA Zugang zu zwölf Studien von Monsanto und Cheminova verlangt, die sich mit dem Krebsrisiko von Glyphosat befassten. Glyphosat war 2017 nach monatelangen Ringen in der EU für weitere fünf Jahre zugelassen worden. Die Internationale Krebsforschungsagentur der WHO (IARC) stufte Glyphosat bereits im März 2015 als „wahrscheinlich krebserregend“ ein. Die EFSA sah in dieser Einschätzung allerdings keine Bestätigung für die Gefährlichkeit des Giftes.

Auch die Chemikalienagentur Echa und das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung sahen in der Einschätzung der IARC keine Bestätigung über das Krebsrisiko durch Glyphosat. Während es in Deutschland heftige Proteste gegen die Verlängerung von Glyphosat gab, hatte der ehemalige Agrarminister der Merkel-Regierung, Christian Schmidt (CSU), entgegen der Absage der ehemaligen Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD), in Brüssel im Alleingang für die Verlängerung gestimmt.

Der Agrarchemiekonzern Bayer erklärte, das Urteil der Luxemburger Richter „werde derzeit noch geprüft“. Umweltschützer bewerten das Urteil aus Luxemburg jedoch bereits als Erfolg. Die Entscheidung des Gerichts wird mehr Klarheit in die öffentliche Diskussion um Glyphosat bringen. Die Öffentlichkeit wird nun bald Zugang zu Informationen aus bisher verheimlichten Studien über die langfristigen Folgen des Pflanzengiftes bekommen.

Greenpeace bezeichnete es „als schockierend“, dass die EFSA von einem Gericht „daran erinnert werden muss“, dass ihre Aufgabe der Schutz der öffentlichen Gesundheit ist und nicht der Schutz der Geschäftsinteressen von Glyphosatherstellern. Jetzt werde ans Tageslicht kommen, was die Geschäftemacher der Öffentlichkeit vorenthalten wollten.

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