Go to ...
RSS Feed

21. March 2019

Sex, Sport und Wodka: Die einfachsten Wege, das Gedächtnis zu verbessern




Ein durchschnittlicher Mensch kann sich innerhalb von 20 Minuten eine Reihe von 25 bis 30 miteinander nicht zusammenhängenden Begriffen merken und sie wiederholen. Die Teilnehmer der Gedächtnis-WM behalten innerhalb von 15 Minuten eine freie Zusammenstellung aus 300 Textelementen im Kopf.

Den Forschern zufolge handelt es sich dabei um nicht angeborene Fähigkeiten. Die Gedächtnisleistung kann trainiert werden.

Gedanken-Übungen

Ende 2016 haben Wissenschaftler aus den Niederlanden, den USA und Deutschland 50 Freiwilligen im Alter von 24 bis 27 Jahren beigebracht, wie man Reihen aus 72 Wörtern im Kopf behält. Die Teilnehmer des Experiments wurden in drei Gruppen aufgeteilt. Die erste Gruppe übte das Kurzzeitgedächtnis. Die zweite Gruppe wurde nach der so genannten Loci-Methode trainiert. Demnach wurden die Elemente der Liste – in diesem Fall waren es Wörter – mit einem bestimmten Ort verbunden. Die Probanden orientierten sich an diesen Orten und gaben die Reihen der Wörter richtig wieder. Die Freiwilligen aus der dritten Gruppe taten nichts – sie dienten lediglich der Kontrolle.

Vor dem Training konnten die Teilnehmer rund 25-30 von 72 Wörtern im Kopf behalten. Nach sechs Wochen intensiver Übungen konnten die Teilnehmer aus der Gruppe mit Loci-Methoden durchschnittlich 35 Worte mehr behalten. Die Gruppe mit Kurzzeitgedächtnis konnte elf Wörter mehr im Kopf behalten, die Mitglieder der Kontrollgruppe – ungefähr fünf Wörter mehr. Nach vier Monaten Pause wurden die Teilnehmer dieser Übung erneut gebeten, den Test zu absolvieren. Die besten Ergebnisse wurden wieder von der Gruppe mit dem Loci-Herangehen gezeigt. Ihre Fähigkeiten wurden durchschnittlich um 22 Wörter im Vergleich zu Beginn des Tests verbessert. Bei der ersten Gruppe gab es keinen Unterschied zu den ursprünglichen Kennzahlen. Bei der Gruppe, die überhaupt keine Übungen machte, verschlechterten sich sogar die Zahlen.

Beim Scannen des Gehirns der Teilnehmer wurde festgestellt, dass sich bei jenen, die ihr Gedächtnis maßgeblich verbesserten, die funktionalen Verbindungen zwischen Neuronen änderten – sie wurden fester. Es handelt sich um zwei Teile des Gehirns – um den medialen präfrontalen Cortex, der aktiv funktioniert, wenn Menschen neue Kenntnisse mit bereits vorhandenen Kenntnissen verbinden, und um den auf rechter Seite liegenden dorsolateralen Teil des präfrontalen Cortex‘, der als Substrat des Kurzzeitgedächtnisses gilt.

Das Gedächtnis könne auch mit Sport verbessert werden, so britische und niederländische Wissenschaftler. Sie baten die Freiwilligen, die Assoziierungen zwischen den Bildern und der Lage der Zeichen auf dem Bildschirm im Kopf zu behalten und sie dann wiederzugeben. Am nächsten Tag wurde die Übung wiederholt.

Die besten Ergebnisse wurden von den Teilnehmern gezeigt, die vier Stunden nach der ersten Etappe des Experiments Sport trieben. Sport kurz nach dem Einprägen der Informationen hatte keinen bedeutenden Einfluss auf das Gedächtnis.

Laut den Autoren der Studie erhöht Sport den Ausstoß von Noradrenalin und Dopamin. Diese Neurotransmitter fördern die Aktivität des Hippocampus – eines Teils des Gehirns, der die Hauptrolle bei der Bildung von Langzeit-Erinnerungen aus dem Kurzzeitgedächtnis spielt.

Ein Gläschen Wodka für ein gutes Gedächtnis

Laut einer Studie der Wissenschaftler aus der University Exeter (Großbritannien) behalten Menschen, die Alkohol nach der Übung konsumierten, Informationen besser im Kopf als nüchterne Menschen.

88 Menschen im Alter von 18 bis 54 Jahren, die keine Alkoholsucht hatten, mussten einige Dutzend Worte im Kopf behalten, die echten Worten ähnlich waren, jedoch überflüssige Buchstaben enthielten. Danach wurde einem Teil der Teilnehmer erlaubt, innerhalb von zwei Stunden eine beliebige Menge alkoholischer Getränke zu sich zu nehmen. Am darauffolgenden Tag wurde die Alkoholkonzentration im Blut gemessen und der Test wiederholt.

Die besten Ergebnisse zeigten die Teilnehmer, die am Vortag alkoholische Getränke zu sich nahmen – je höher die Konzentration von Alkohol im Blut war, desto besser waren die Ergebnisse. Die Wissenschaftler erklären diesen Effekt mit einem möglichen Einfluss von Alkohol auf Prozesse, die im Gehirn im Schlaf verlaufen. Allerdings ist es nur eine Vermutung.

Waffe der Frauen

Je häufiger Ratten Sex haben, desto besser funktioniert bei ihnen der Hippocampus — zu diesem Schluss kamen US-Wissenschaftler der Princeton University. Bei den Menschen spielt dieser Teil des Gehirns die Hauptrolle beim Speichern der Wörter im Kopf.

Kanadische Forscher stellten fest, dass Frauen, die mehr Zeit für Sex finden, besser abstrakte Begriffe im Kopf behalten. Das Personengedächtnis hängt dabei nicht von der Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs ab, weil dafür ein anderer Teil des Gehirns verantwortlich ist.

Im Alter über 50 Jahren  beeinflusst Sex das Gedächtnis von Männern und Frauen gleichermaßen. Laut dem australischen Psychologen Mark Allen verbessert mehr Sex das Gedächtnis älterer Menschen.

Der Wissenschaftler befragte rund 6000 Menschen im Alter ab 50 Jahren über ihre physischen Aktivitäten, Schlaf, Alkoholkonsum, Rauchen, Bevorzugungen beim Essen und Geschlechtsverkehr. Danach wurde den Teilnehmern vorgeschlagen, zehn Wörter im Kopf zu speichern und sie dann wiederzugeben. Zwei Jahre später wurden die Befragung und der Test wiederholt. Es stellte sich heraus, dass sich das Gedächtnis bei allen Teilnehmern im Ganzen verschlechtert hatte, doch jene, die aktiven Geschlechtsverkehr führten, konnten Informationen besser im Kopf behalten.





Source link

Download WordPress Themes Free
Download Premium WordPress Themes Free
Download WordPress Themes Free
Premium WordPress Themes Download
udemy paid course free download

Tags: , , , , , , ,

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

More Stories From Allgemein