Hatschi!

Gesundheit! Der Asteroid Bennu schleudert Gesteinsbrocken in die Hhe und wird dabei von der Raumsonde OSIRIS-REx ganz genau beobachtet (NASA/Goddard/University of Arizona/Lockheed Martin).

Die Raumsonde OSIRIS-REx der NASA, die den erdnahen, kohlenstoffreichen Asteroiden (101955) Bennu untersucht, hat mehrere unerwartete Partikelausbrche von der Asteroidenoberflche detektiert, deren Ursprung noch nicht verstanden ist.

Hndeschtteln, Verbeugen oder High-Five: Begrungsrituale gibt es viele. Als unschicklich gilt dagegen das direkte Anniesen des Gegenbers – es sei denn, man besteht hauptschlich aus Kohlenstoff und ist nach dem altgyptischen
Totengott Bennu benannt, dann freuen sich Astronomen ber ein bisschen ‘Asteroiden-Spucke’. Nach gut zwei Jahren
Flugzeit hat die Raumsonde ‘Origins Spectral Interpretation Resource Identification Security Regolith Explorer’, oder
kurz OSIRIS-REx, der NASA am 3. Dezember 2018 den C-Typ Asteroiden Bennu erreicht. In einem Abstand von weniger als zwei
Kilometer (das ist Rekord – Rosetta war immerhin sieben Kilometer vom Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko entfernt)
kartographiert die Sonde die Oberflche, stellt Messungen zur Oberflchenerwrmung des Planeten whrend seines Umlaufs
um die Sonne an (der ‘Jarkowski-Effekt’ beschreibt Bahnnderungen aufgrund unterschiedlicher Aufheizung eines Himmelskrpers)
und scannt den Boden des Planeten fr die groe Mission: die Probenent- bzw. mitnahme. Die Sonde soll sich dabei, vermutlich Mitte
2020, dem Asteroiden auf wenige Meter nhern und mit ihrem Sammelinstrument TAGSAM (Touch-And-Go Sample Acquisition Mechanism)
Oberflchengestein und Staub aufsammeln und anschlieend zur Analyse zurck zur Erde bringen. Der knapp 500 Meter im
(mittleren) Durchmesser groe Asteroid macht es der Mission dabei nicht ganz einfach, da seine Oberflche felsiger und
zerklfteter ist, als bisher angenommen. Damit hnelt er dem Asteroiden ‘Ryugu’, der letztes Jahr von der japanischen
Raumsonde Hayabusa2 Besuch bekam und um 10 g Material erleichtert wurde – auch dieses Gestein wird zurck zur Erde gebracht.

Whrend Hayabusa2 ein kleines Projektil auf den Asteroiden loslie um Staub fr die Probenaufnahme aufzuwirbeln, wird OSIRIS-REx
seinen Asteroiden mit Stickstoff ‘anpusten’ und das so gelste Material aufsammeln. Da Asteroiden nur eine sehr geringe Gravitation haben,
gengen diese eher sanften Abbauverfahren.

Und eine berraschung hatte Bennu noch auf Lager: Seit seiner Ankunft wurde die Raumsonde bereits mehr als ein Dutzendmal Zeuge, wie
hunderte Gesteinsbrocken, von Kieselstein- bis Faustgre, von der Asteroiden-Oberflche in die Hhe geschleudert wurden. Manche fielen
anschlieend zurck, andere verlieen den Asteroiden und flogen in den Weltraum. Die Ursache dieser spontanen Ausbrche stellt zwar keine Gefahr
fr die Mission dar, aber die Astronomen vor ein Rtsel, da bisher (noch) kein Mechanismus bekannt ist, der solche Aktivitten erklren knnte.
24.03.2019

  

24.03.2019 20:17 Uhr, Ilka Petermann



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Von Veritatis

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