Es ist mal wieder Zeit. Zeit für Abiturprüfungen. Diese stehen nämlich in Deutschland in den nächsten Wochen an. Während einzelne Noten zwar, statistisch betrachtet, besser werden, scheitern auch immer mehr Schülerinnen und Schüler beim Abitur.

Immer mehr Schülerinnen und Schüler packen das Abi nicht

Deutschland blickt vielen Hürden entgegen. Viele Hürden, die viele verschiedene Ansätze erfordern, um bewältigt zu werden. Beispielsweise Deutschlands Nachwuchs, der unter gefährlichem Leistungsdruck steht und schon früh an psychischen Stressbelastungen leidet. Oder auch die zahllosen Unternehmen, ja selbst die Deutsche Bahn, die Probleme haben mit den globalen Herausforderungen bei der Digitalisierung. Verpasste Klimaziele? Auch die kann die Regierung Berlin vorweisen. In der Bildung scheint es auch längst nicht mehr rundzulaufen.

Denn Fakt ist: immer mehr Schülerinnen und Schüler fallen durch die Prüfungen zum Abitur. Laut Statistiken sei die Quote der gescheiterten Prüfungsteilnehmer in den letzten neun Jahren nur in eine Richtung gewandert: nach oben. Wenngleich es wenig klingen mag, aber ca. 1 von 26 Schülerinnen und Schülern schafft die Prüfungen zum Abitur nicht. Und das, obwohl die Einzelnoten im Durchschnitt besser werden. Das zumindest zeigt eine Auswertung der Deutschen Presseagentur.

Quote der „Durchfaller“ seit neun Jahren stetig gestiegen

Tiefer gebohrt zeigen Statistiken der Kultusministerkonferenz, dass im Jahr 2009 rund 2 Prozent aller zur Abitur-Prüfung zugelassener Schülerinnen und Schüler durchfielen. 2017 verdoppelte sich dieese Zahl auf rund 4 Prozent. Im letzten Jahr schien sich dieser besorgniserregende Trend fortzusetzen, wenngleich noch nicht alle Zahlan aus allen Bundesländern vollständig vorliegen. Doch die vorläufigen Zahlen bestätigen einen erneuten Anstieg der Durchfaller-Quote.

Die Noten werden hingegen immer besser. Einzeln betrachtet. Die Note 1 wird beispielsweise immer häufiger vergeben. Rund jede/-r 4. Schülerin/-er erhält die Bestnote zumindest in einem Fach. Nutzt nur nichts, wenn die Abschlussprüfung dennoch nicht bestanden wird. Der Begriff „Fachkräftemangel“ wird oft in der Politik verwendet. Eventuell sollten die Damen und Herren Politiker mal auf diese Statistiken sehen und nachdenken, was daran zu verbessern ist. Aber das ist nicht Kern des Artikels.

Bildungserfolg abhängig vom Geldbeu… ähm, Elternhaus

Udo Beckmann, Vorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), machte schon eher eine Aussage, die den Kern des Artikels trifft: die Statistiken verdeutlichen angeblich, dass der Bildungserfolg abhängig vom Elternhaus der jeweiligen Kinder sei. Denn die Statistiken zeigten auch, dass Kinder mit entsprechend außerschulischer Förderung (bzw. Nachhilfe) im Schnitt bessere Ergebnisse erzielten, als diejenigen ohne diese Förderung. Solche Maßnahmen müssten aber aus privater Tasche heraus bezahlt werden und so schnitten all jene Kinder schlechter ab, von welchen die Eltern diese Mittel nicht aufbringen konnten. „Die Schere öffne sich immer weiter“, so Beckmann.

Haben wir ein Arm-Reich-Problem in der Bildung? Nein, sagt die Vorsitzende des Philologenverbands, Susanne Lin-Klitzing. Sie sieht den Punkt, an dem der Schuh drückt eher in der Konzeption des Abiturs selbst. Laut Lin-Klitzing gehe es beim Abitur lediglich um das Resultat „aus kontinuierlichem Lernen und kontinuierlicher Leistung“. Diese Kontinuität werde Schülern aber vor dem Abitur nicht abverlangt. Manche Schülerinnen und Schüler aus der Unter- und Mittelstufe würden nur versetzt, weil schlechte Leistungen in einigen Fächern, durch gute Leistungen in anderen Fächern ausgeglichen würden.

Nur am Schluss, im Abitur, müssen Mathe, Deutsch und eine Fremdsprache verbindlich bestanden werden, da hilft kein Ausgleich mehr.

Schülerinnen und Schüler sollten „leistungsgerechter bewertet“ werden

Die Erziehungswissenschaftlerin fordert nun, dass „Abiturienten leistungsgerechter“ bewertet würden. „Was ich will, ist, dass gute Leistung gut bewertet wird, sehr gute Leistung sehr gut, aber nicht-ausreichende Leistung eben auch nicht-ausreichend.“ Es könne nicht sein, dass Schülerinnen und Schüler lediglich die Hälfte der Maximalpunktzahl bräuchten, um Prüfungen zu bestehen. Dies wäre, so Lin-Klitzing, eine denkbar schlechte Vorbereitung auf das Studiums- und Arbeitsleben.

An dieser Stelle gehen die Meinungen gewiss weit auseinander. Fakt ist, dass die politische Führung in Deutschland viele Hürden zu bewältigen hat. Mehr Leistungsdruck auf Schülerinnen und Schüler könnte womöglich stressbedingte Erkrankungen bei unserem Nachwuchs nur verschlimmern. Die Bildung muss aber besser gefördert werden, denn ansonsten haben wir in mehreren Jahren mehr als nur Fachkräftemangel.

Autor: Thomas Schmied

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Von Veritatis

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