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15. Dezember 2019

USA schicken weitere Soldaten in den Nahen Osten



Nach den Angriffen auf die beiden Öltanker im Golf von Oman und die Behauptung des amerikanischen Außenministers Mike Pompeo, der Iran habe die Attacken begangen, eskalieren die Spannungen zwischen dem Iran und den USA. Zwar betont die US-Regierung, keine Konfrontation mit Teheran zu suchen. Dennoch werden nun weitere US-Truppen in den Nahen Osten verlegt.

Verteidigungszwecke?

Der amerikanische Verteidigungsminister Shanahan sagte am Montag, 1000 Soldaten würden zu „Verteidigungszwecken“ in die Region entsandt. Die USA würden allerdings keinen Konflikt mit dem Iran anstreben. Die zusätzlichen Soldaten und Sicherheitskräfte sollen Überwachungs- und Geheimdienstaufgaben übernehmen, so der Verteidigungsminister.

Vor Shanahans Ankündigung kündigte die Führung in Teheran an, einen Teil ihrer Verpflichtungen aus dem internationalen Atomabkommen nicht mehr zu erfüllen. Zuvor hatten die USA jedoch den Atomvertrag gebrochen. Die EU will an dem Atomabkommen mit dem Iran festhalten. Allein deshalb forderten die EU-Außenminister am Montag eine unabhängige Untersuchung zu den Vorfällen im Golf von Oman.

US-Verteidigungsminister Shanahan sagte weiter, die „jüngsten Angriffe würden Geheimdienstinformationen über das feindselige Verhalten der iranischen Streitkräfte bestätigen.“ Mit der Entsendung weiterer Truppen sollen die „nationalen Interessen der USA in der Region geschützt werden“. Die USA hatten bereits Ende Mai ihre Streitkräfte um 1.500 Soldaten im Nahen Osten aufgestockt sowie einen Flugzeugträgerverband und eine Bomberstaffel in die Region verlegt.

Das Pentagon ist mit der Veröffentlichung angeblicher Beweisvideos und Beweisfotos offensichtlich sehr darum bemüht, den Iran für die Angriffe verantwortlich zu machen. Das Drehbuch dieses neuen Konflikts eines „Schurkenstaates“ mit den USA ist altbekannt. Letztlich geht es den USA und ihren Verbündeten wie Saudi Arabien nur um die Wahrung ihrer geopolitischen Interessen, um den Erhalt und Ausbau der Macht sowie um die Herrschaft über die riesigen Erdöl- und Erdgasressourcen im Iran.

Die EU ist an dem Atomabkommen nur deshalb interessiert, weil milliardenschwere Handelssverträge mit dem Iran geschlossen worden und bereits Milliarden geflossen sind. So soll es auch weiterhin bleiben – im Interesse beider Seiten. Das Atomabkommen interessiert die EU nur vordergründig. Es wird brisant – geostrategische Hintergründe lesen Sie hier.

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