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7. Dezember 2019

Straße von Hormus: Zwingt eine Sperre Washington zum Verhandeln?




Rein technisch kann Teheran die Straße von Hormus tatsächlich sperren. Ob die USA dadurch an den Verhandlungstisch zu bekommen sind, ist aber fraglich. Denn Verhandlungsbereitschaft zeigen die Verantwortlichen in Washington nur, wenn es für sie wirklich gefährlich wird, schreibt die Zeitung „Gazeta“.

„Wenn wir uns dazu entschließen, die Durchfahrt durch den Golf zu sperren, dann sind wir stark genug, um dies erstens offen und zweitens überhaupt zu tun“, erklärte Generalmajor Mohammad Bagheri, Chef des iranischen Generalstabs, laut der Zeitung.

Rein technisch gesehen kann Teheran die Straße von Hormus tatsächlich sperren. Durch Minen, durch die Verlegung von Raketen und Artillerie in direkte Nähe dieser wichtigen Wasserstraße oder durch das Versenken großer Frachtschiffe in diesem flachen Gewässer.

Washington würde sicherlich nicht zögern, die Blockade dieser für den weltweiten Ölhandel wichtigen Meerenge schnellstmöglich aufzuheben. Die Fähigkeiten der US Navy sind definitiv ausreichend, um die Straße von Hormus innerhalb weniger Tage für die Schifffahrt freizuräumen. Es sei denn, schreibt die Zeitung, man stellt sich für nur einen Augenblick vor, Teheran verfüge über taktische Kernwaffen.

Man stelle sich vor, in der Straße von Hormus ist atomares Minenfeld ausgelegt worden. An der Küste und auf den Inseln des Golfs hat Iran seine mit atomarer Munition bestückte Artillerie aufgestellt. Die iranischen Raketentruppen haben die Militärinfrastruktur der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten in der Region ins Visier genommen. Und die iranische Luftwaffe ist bereit zum Abwurf von Atombomben, seien es auch nur leichtere freifallende Bomben.

Das wäre garantiert ein Fall, dass Washington sich mit der Blockade abfinden und sich mit Teheran an den Verhandlungstisch setzen müsste. Deswegen besteht Washingtons Hauptaufgabe darin, Teheran um jeden Preis an der Entwicklung eigener Atomwaffen zu hindern.

Es wird ja viel darüber spekuliert, ob die USA und ihre Verbündeten die iranischen Atomanlagen nicht durch Luft- und Raketenschläge vernichten könnten. Damit wäre die Sache doch erledigt, lautet eine weit verbreitete Meinung. Zu vernichten wären die Atomanlagen durch Luftschläge in der Tat, gäbe es da nicht das Problem, dass Teheran darauf mit Gegenschlägen auf US-Stützpunkte und Verbündete in der Region reagieren würde.

Der ganze Nahe und Mittlere Osten würde dann brennen, erledigt wäre die „Sache“ durch die Vernichtung iranischer Atomanlagen also nicht. Erledigt wäre die Region. Einen weiteren Krieg am Persischen Golf könnten die USA ohne Weiteres auslösen.

Nur: Die iranischen Streitkräfte sind zahlenmäßig ziemlich stark. Die USA müssten alle ihre Truppengattungen gegen die iranische Armee in den Einsatz führen. Währenddessen herrscht der Eindruck vor, dass sich weder das Pentagon noch das Weiße Haus darüber im Klaren sind, wie so ein Einsatz enden würde und mit welchen langfristigen Folgen zu rechnen wäre. Oder hat ein US-Politiker schon einmal eine konkrete Nachkriegsordnung für den Nahen Osten wenigstens skizziert?

Indes kommt man nicht umhin festzustellen, dass ausgerechnet die Vereinigten Staaten in den letzten Jahrzehnten am meisten für die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen unternommen haben. Denn es ist doch jedem verantwortlichen Politiker klar: Die US-Militärmaschinerie ist gegenwärtig so gewaltig, dass sie jeden Gegner jederzeit zermalmen könnte.

Die Staatschefs vieler Länder wissen allzu gut, dass nur die Verfügbarkeit von Massenvernichtungswaffen und die Androhung ihres Einsatzes ihnen helfen kann, Washington einen Dämpfer zu verpassen und die Souveränität ihres Landes zu erhalten. Nordkorea ist das beste Beispiel dafür.

Im Zusammenhang mit Nordkorea muss man ein wichtiges Detail kennen. Während Kim Jong-un den USA die Vernichtung im atomaren Flammenmeer androhte, ließ er einige Trägerraketen von nordkoreanischen Testarealen starten. Die flogen unter anderem auch über das Gebiet eines US-Verbündeten in der Region, nämlich Japans.

Für die Vereinigten Staaten war das eigentlich die Gelegenheit, ihr seegestütztes Raketenabwehrsystem in der Praxis zu erproben. Aber das geschah nicht. Warum nicht?

Eine naheliegende Erklärung ist die, dass die USA sich der Wirkung ihres Raketensystems nicht 100-prozentig sicher sind. Ein oder zwei erfolglose Abfangversuche hätten die Vereinigten Staaten vor der ganzen Weltöffentlichkeit vorgeführt.

Und deshalb bleibt auch die Frage offen, so die Zeitung, ob die USA einen Pulk ballistischer Raketen abwehren könnten, würde Teheran solche im Konfliktfall gegen amerikanische Stützpunkte und die Infrastruktur amerikanischer Verbündeter am Persischen Golf einsetzen. 





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