Go to ...
RSS Feed

16. September 2019

Wegen Russlands cleverer Gold-Käufe: Putin ist „Person der Woche“




Der Nachrichtensender „n-tv“ wählt Wladimir Putin zur „Person der Woche“. Begründung: „Fast unbemerkt baut Präsident Putin die Goldbestände Russlands massiv aus. Er will sich vom US-Dollar emanzipieren.“ Sputnik befragt dazu den erfahrenen Finanz-Analytiker und Wirtschaftsexperten Folker Hellmeyer von „Solvecon Invest“ in Bremen.

„Ich stimme Herrn Putin bei seiner Gold-Politik vollkommen zu“, sagte Folker Hellmeyer, Volkswirt und Chef-Analytiker bei der Fondsboutique „Solvecon Invest“ in Bremen, im Sputnik-Interview.

Russland sei mit seinen Gold-Käufen Vorbild für andere Akteure im Weltfinanzmarkt. Der Bremer Finanzmarkt-Analytiker empfehle „jedem global tätigen Unternehmen, den US-Dollar so weit wie möglich zu vermeiden. Denn wer den Dollar nutzt, der unterwirft sich der extraterritorialen Anwendung des US-Rechts auf internationaler Ebene. Am Ende stellt diese weltweite Wirkung des US-Rechts nichts anderes dar als einen totalitären Anspruch  der USA.“ Washington habe seit jeher den Dollar als wirtschaftliches und politisches Druckmittel auf andere Staaten und Institutionen genutzt. Dies sei für einen freien, demokratischen Weltmarkt und für die Freiheit der darin Handelnden „nicht tolerierbar.“

So beurteilt der Wirtschaftsexperte die „Ernennung“ Putins zur „Person der Woche“ durch ein großes deutsches Nachrichtenmedium.

n-tv: „Goldpreis-Hoch ist Milliarden-Geschenk für Putin“

„Fast unbemerkt von der Weltöffentlichkeit baut Präsident Putin die Goldbestände Russlands massiv aus“, meldete am Dienstag der Nachrichtensender „n-tv“ unter der Überschrift „Person der Woche: Wladimir Putin im Goldrausch. Er will sich vom Dollar emanzipieren und profitiert nun vom Handelsstreit zwischen USA und China.“

Putin wird im Beitrag mit folgenden Worten zitiert:

„Zum ersten Mal in unserer Geschichte decken unsere Gold-Reserven die gesamte Auslandsverschuldung, sowohl staatliche als auch private, ab.“

Dabei beschere ihm „der steigende Goldpreis ein milliardenschweres Geschenk“, so der Sender.

Putin „lässt seine Zentralbank derzeit vier bis fünf Tonnen Gold kaufen. Und zwar jede Woche. Seit vielen Monaten macht er das so. (…) Die Goldreserven Russlands betragen nun mehr als 2000 Tonnen. Allein im Juni hat Moskau 18,66 Tonnen des Edelmetalls zugekauft. Seit Jahresbeginn ist Putins Goldschatz um 100 Tonnen gewachsen.“

Die Spekulation des russischen Präsidenten scheine dabei „aufzugehen. Da der Goldpreis binnen Jahresfrist um 20 Prozent gestiegen ist und inzwischen ein Sechsjahreshoch erreicht, mehren sich die russischen Reserven rechnerisch um etwa 20 Milliarden Dollar. Analysten beziffern den Wert des Edelmetalls in russischen Zentralbank-Tresoren auf inzwischen mehr als 100 Milliarden US-Dollar.

Gegenwärtig „sind wir hier in Bremen zuversichtlich, dass das Aufwärtspotenzial für Gold bei weitem noch nicht ausgeschöpft ist“, ergänzte Finanz-Analytiker Hellmeyer im Interview. Auch Silber bleibe stabil mit Luft nach oben. Übersetzt bedeutet das für die russischen Goldschätze, dass diese im Wert noch weiter steigen werden.

Der neue Weg: „Vom Dollar unabhängig“

„Der Weg führt in eine multilaterale Ordnung“, ordnete der Bremer Wirtschaftsexperte Putins Goldpolitik ein. Früher handelte die USA noch unilateral – also einseitig und meist ohne Rücksichtnahme auf andere Mächte in der Welt. Heute muss sich Washington in einer Welt mit neuen Machtzentren wie Russland oder auch China arrangieren. „Diese multilaterale Ordnung sehen wir mittlerweile auf verschiedensten Ebenen gewährleistet. Durch Alternativen zum IWF (Internationaler Währungsfonds, Anm. d. Red.) wie der ‚New Development Bank‘, die durch aufstrebende Länder gegründet wurde. Auch durch die ‚Asian Infrastructure Investment Bank‘ AIIB.“

Die „New Development Bank“ (dt.: „Neue Entwicklungsbank”) ist ein Finanz-Projekt der BRICS-Staaten um Russland, Indien, Brasilien, Südafrika und China. Seit 2014 arbeitet sie und vergibt Kredite. Diese neue Bank mit Sitz in der chinesischen Finanz-Metropole Shanghai steht in Konkurrenz zur westlich dominierten Weltbank.

Ein weiteres Zeichen der weltpolitischen Achsenverschiebung seien neue, vom US-Dollar unabhängige Zahlungssysteme wie Instex. „In China gibt es das CIPS“, erklärte Hellmeyer. „All diese Dinge werden genutzt. Und ich kann nur Deutschland und der Bundesregierung empfehlen, dass man sich nicht nur über die Bundesbank an der AIIB beteiligt, sondern auch an der New Development Bank. Auch an den anderen Zahlungssystemen. Weil der Westen immer wieder das eigene System – das Swift-System – für politische Zwecke missbraucht. Dazu sind Zahlungssysteme nicht gedacht.“

Gold: Russlands Werkzeug gegen Washington

Gold sei für Moskau auch ein Werkzeug, um sich von Dollar und US-Staatsanleihen und damit von der finanzpolitischen Abhängigkeit von Washington zu lösen, fährt der „n-tv“-Beitrag fort. Gold sei für Russland die „perfekte Anlage“, um sich gegen US-Sanktionen zu schützen.

Andererseits profitiere Putin aber auch vom „billigen Geld“ durch Trumps FED-Politik. „Je niedriger Washington und die Fed die Zinsen drücken, desto interessanter wird Gold als globale Geldanlage.“ So genieße Putin die Zufalls-Profite der US-amerikanischen Politik gleich doppelt.

Zudem kaufe die russische Regierung mittlerweile Gold, das in Russlands Minen geschürft wird, gleich selbst in großen Mengen ein. Dies sei in der Vergangenheit nicht der Fall gewesen. Ein weiterer kluger Schritt, so der Nachrichtensender, da aktuell die globalen Gold-Fördermengen stagnieren.

Edelmetall-Verband: „Russland ist weltgrößter Gold-Käufer“

Der World Gold Council, ein bedeutender internationaler Edelmetall-Verband, habe außerdem ermittelt, „dass die russische Zentralbank bereits im vergangenen Jahr der weltgrößte Goldkäufer war“. Fast 275 Tonnen seien in Moskau neu eingebunkert worden.

Putin verfolge mit seinen Goldkäufen „primär ein politisches Motiv. Russland will die US-amerikanische Dollardominanz schwächen und strebt eine ‚Entdollarisierung‘ seiner Reserven und seiner Handelswährung an. Importe und Exporte werden mit immer mehr Staaten systematisch auf Landeswährungen umgestellt. Nach einer Bloomberg-Analyse werden inzwischen gewaltige Handelsströme von und nach Russland völlig ohne Dollarfakturierungen abgewickelt.“

Zudem habe die Zunahme des begehrten Edelmetalls in Russlands Tresoren auch einen anderen positiven Effekt: Demnach verfügte die russische Zentralbank „nur noch über US-Staatsanleihen im Wert von 12,8 Milliarden Dollar. 2010 waren es noch fast 180 Milliarden Dollar.“

Das Radio-Interview mit Finanz-Analytiker Folker Hellmeyer („Solvecon Invest“) zum Nachhören:





Source link

Free Download WordPress Themes
Download WordPress Themes Free
Download Best WordPress Themes Free Download
Download Nulled WordPress Themes
free download udemy course

Tags: , ,

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

More Stories From Allgemein