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6. Dezember 2019

Serbien empört: Der Kriegsverbrechen verdächtiger Kosovo-Kämpfer wird von Nordmazedonien nicht ausgeliefert




Politik

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Zwischen Serbien und Nordmazedonien droht ein Konflikt. Im Zentrum steht die Weigerung von Skopje, einen berüchtigten Kämpfer aus dem Kosovo auszuliefern, dem zahlreiche Verbrechen an Serben zugeschrieben werden.

Die Weigerung Nordmazedoniens, einen ehemaligen Kämpfer der sogenannten Kosovo-Befreiungsarmee (UCK) im Rahmen eines von Serbien beantragten internationalen Haftbefehls auszuliefern, verstoße gegen das Völkerrecht und beleidige das Andenken an die Opfer, erklärte der serbische Innenminister Nebojsa Stefanovic.

Zuvor am Mittwoch hatte der Oberste Gerichtshof von Skopje die Entscheidung des Strafgerichts des Landes bestätigt, den ehemaligen UCK-Kämpfer Tomor Morina nicht an Belgrad auszuliefern.

Morina wurde am 24. Juli aufgrund des internationalen Haftbefehls von Interpol bei der Einreise nach Nordmazedonien aus dem Kosovo festgenommen.

Die serbischen Behörden verdächtigen ihn, während des Krieges in den Jahren 1998-1999 zahlreiche Verbrechen gegen die serbische Bevölkerung im Kosovo und Metochien verübt zu haben.

Die albanischen Behörden im Kosovo und der stellvertretende Ministerpräsident von Nordmazedonien, Bujar Osmani, forderten die Freilassung von Morina noch während seiner Haft in Skopje.

Wie Skopje den Schritt erklärte

Der Oberste Gerichtshof in Skopje erklärte seine Entscheidung mit der Argumentation, dass Morina zum einen Staatsbürger des selbsternannten Kosovo und Großbritanniens sei. Zum anderen seien die ihm angelasteten Verbrechen gegen Serben auf dem Territorium der „Republik Kosovo“ und nicht in Serbien verübt worden.

„Es gibt also keine Bedingung für eine Auslieferung an Serbien“, schlussfolgerte das Gericht.

Nun wird damit gerechnet, dass der Ex-UCK-Kämpfer bald nach Pristina zurückkehren kann.

„Diese Entscheidung zeigt, dass sie gegen das Wesen des Völkerrechts verstoßen und das Andenken an alle unschuldigen Opfer des Verdächtigen Morina zutiefst verletzt haben“, heißt es dazu aus dem serbischen Innenministerium.

Die Tatsache, dass Medien und Funktionäre in Pristina bereits kurz nach der Verhaftung von Morina sicher waren, dass er freigelassen werden würde, werfe zudem „einen Schatten auf den ganzen Prozess“.

Der Minister betonte, dass der Haftbefehl weiterhin in Kraft bleibe, da „Kriegsverbrechen keine Verjährungsfrist haben“.

ng/mt





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