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6. Dezember 2019

Dank Trumps Sanktionen: Russische Öl-Exporteure um eine Milliarde reicher




Die US-Sanktionen gegen den Iran und Venezuela haben unbeabsichtigt die Nachfrage nach einer russischen Ölsorte gesteigert. Das meldet die Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitag.

Im Zeitraum zwischen November 2018 und Juli 2019 erhielten russische Öl-Firmen demzufolge zusätzliche Einnahmen in Höhe von mindestens 905 Millionen US-Dollar. Die Berechnung basiere auf einem Vergleich mit dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre.

„In diesem Moment besteht eine Verknappung konkurrierender schwerer, stärker schwefelhaltiger Rohölsorten als Ergebnis der Sanktionen gegen den Iran und Venezuela, aber auch wegen des geltenden OPEC+-Abkommens über die Kürzung der Ölförderung“, zitiert die Agentur die Analystin Konstantsa Rangelova vom Forschungsinstitut JBC Energy.

Iran

Die Spannungen zwischen dem Iran und den USA hatten sich seit Mai 2018 verschärft, als US-Präsident Donald Trump das Atomabkommen aufkündigte und die Strafmaßnahmen wieder in Kraft setzte. Acht wichtige Ölkunden des Irans – darunter China, Japan, Indien und Südkorea – erhielten jedoch bis Mai Ausnahmegenehmigungen von den Sanktionen.

Nach dem Wiederinkrafttreten der Handelsbeschränkungen Anfang Mai hatten die US-Behörden die Frist für diese Ausnahmen allerdings nicht verlängert. Damit hatte Washington geplant, die iranischen Erdölexporte komplett zu unterbinden.

Venezuela

Am 28. Januar hatte Washington als Reaktion auf die Machtkrise in Venezuela Sanktionen gegen den dortigen staatlichen Ölkonzern PDVSA angekündigt. Die US-Regierung hatte die Konten des Unternehmens im Wert von sieben Milliarden Dollar gesperrt.

Der Vorsitzende der Nationalversammlung von Venezuela, Juan Guaidó, hatte im Zuge der Massenproteste gegen den amtierenden Staatschef Nicolás Maduro im Januar sich selbst zum Übergangspräsidenten des Landes erklärt.

Die USA und einige andere Staaten hatten Guaidó als Übergangspräsidenten anerkannt. Russland, China, die Türkei und einige weitere Staaten bekundeten dagegen Solidarität mit Maduro, der seinen Rücktritt ablehnte und von einem von den USA inszenierten Putsch-Versuch sprach.

Opec+

Die als „Opec+” bekannte Gruppe, die sich aus den 14 Opec-Staaten, Russland und anderen Förderländern zusammensetzt, hat ihre Produktion seit längerem um 1,2 Millionen Fass pro Tag (1 Fass = 159 Liter) zurückgefahren, was rund 1,2 Prozent der weltweiten Nachfrage entspricht. Damit soll ein Überangebot auf dem Ölmarkt verhindert werden, das die Preise drücken würde. Das Förderlimit wurde im Juli um weitere neun Monate bis zum 31. März 2020 verlängert.

mo/sb





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