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14. November 2019

Nord Stream 2 als Gewinner: Welche Auswirkungen Trump-Vorstoß auf Dänemark haben könnte




Als US-Präsident Donald Trump plötzlich vorschlug, bei Dänemark die Insel Grönland zu kaufen, sorgte er in Kopenhagen für Kopfschütteln. Dabei ist das Land von immenser Bedeutung für Washington, denn es ist eines der letzten Hürden für das Pipelineprojekt Nord Stream 2.

Donald Trump hat mit seinem Vorschlag für den Grönland-Kauf für einen Affront bei Dänemark gesorgt. Als die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen sein Angebot abschlug und als „absurd“ zurückwies, reagierte der US-Präsident undiplomatisch und strich kurzerhand seinen für den 2. und 3. September geplanten Staatsbesuch. In Dänemark sorgte dieser Schritt wiederum für Entsetzen.

Damit ist es wie aus dem Nichts zu einer unerwarteten Krise in den dänisch-amerikanischen Beziehungen gekommen – und das könnte für Washington langfristig zu einem wirtschaftspolitischen Problem werden.

Rolle von Dänemark im Streit um Nord Stream 2

Dänemark ist derzeit das letzte Land, das in Interesse Washingtons ernsthafte bürokratische Hürden gegen das internationale Pipelineprojekt Nord Stream 2 stellt. Praktisch der einzige Hebel, den Washington gegen das Projekt noch hat, ist eben die dänische Blockade.

Durch die Verweigerung einer Baugenehmigung droht dem Projekt eine Verzögerung um bis zu acht MonatenZusatzkosten von hunderten Millionen Euro werden befürchtet.

Ein Bruch der Beziehungen zwischen Kopenhagen und Washington könnte nun dazu führen, dass Dänemark seine Blockade gegen Nord Stream 2 aufgibt. Vor allem die USA hätten dann das Nachsehen, denn sie sind es, die mit allen Mitteln die Ostseepipeline wenn nicht zu verhindern, so zumindest zu verlangsamen versuchen.

Dahinter steht auf der einen Seite der Wunsch, den russischen Zugang zum europäischen Energiemarkt zu begrenzen, und auf der anderen – das eigene LNG-Flüssiggas den Europäern teuer zu verkaufen.

Sollte nun aber die dänisch-amerikanische Pipeline-Kooperation aufgrund von Trumps Grönland-Affront kippen, gäbe es in gewisser Weise keinen Grund mehr für Kopenhagen, seine Blockade-Haltung beizubehalten.

Nord Stream 2 würde somit als Gewinner, eine Art lachender Dritter, aus dieser dänisch-amerikanischen diplomatischen Farce hervorgehen.

Ob dies so tatsächlich eintritt, ist derweil schwer zu sagen. Eine komplette Kehrtwende in der dänischen Pipelinepolitik ist eher schwer vorstellbar – ein ernsthafter Grönland-Kaufvorschlag war das bis vor wenigen Tagen allerdings auch.

ng/mt/





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