Go to ...
RSS Feed

20. September 2019

Die Paulusbriefe Kapitel 5: Die Struktur der Paulusbriefe, wie sie uns im Missal begegnet



Anmerkung:
Missal – Ein Messbuch für das ganze Jahr.
Lesung – Eine Vorlesung aus der Schrift, die Teil eines Gottesdienstes ist.

Edwin Johnson zeigt im vorliegenden Werk auf, daß Latein die erste Kirchensprache war, nicht Griechisch. Die Kirche entstand nicht im Orient, sondern Anfang des 16. Jahrhunderts in Mitteleuropa. Sie ist das Produkt der Kollaboration eines “Runden Tisches” verschiedener Benediktinerklöster mitsamt Literaturdirektor und ausführenden Mönchen. Noch auf dem Tridentinischen Konzil (vorgeblich 1545) gab es keine von der Kirche anerkannte Vulgata beziehungsweise lateinische Bibel.

Johnson setzt hier, präzise wie ein Herzchirurg, sein “Skalpel” im Zentrum der Lüge an. Er erspart uns die langen, mühsamen, aber dennoch nicht nutzlosen Umwege und führt uns so direkt und zielsicher ins Operationszentrum der Geschichtsschöpfer. Die akademische Welt hat das 1894 verfasste Werk in die hintersten Winkel der Bibliotheken verbannt, in der Hoffnung, es dort dem Staub und Vergessen anheim zu geben.

Adressaten und Begrüßungen dienen der Fixierung der historischen Theorie

Die Struktur der Paulusbriefe weist alles auf, was ich bis hierhin über die von den Mönchen verwendete Kompositionsmethodik, die in den Werken der beiden Eusebier so deutlich zu Tage tritt, geschrieben habe.

Sehen wir uns dazu einmal den Brief an die Römer an. Er beginnt mit dem Wort Paulus und endet mit einer langen Reihe von Namen der gegrüßten Personen – Phoebe, Priscilla, Aquila u.s.w., mit beigefügten Hinweisen in Form kleiner Anekdoten über sie, welche neugierig machen und von denen jede mit der Tendenz eingerichtet ist, unsere Wahrnehmung für die Größe und die Anziehungskraft der prachtvollen, apostolischen Persönlichkeiten zu stärken. Die ständig um den Erhalt dieses Effekts besorgten Künstler haben ihr Werk überreizt. Wie auch in vielen anderen Teilen der Bücher, nehmen wir eindeutig ihre Hast und Ungeschicklichkeit wahr. Die gewünschte Wirkung ist jedoch in jedem Fall gesichert. Paulus ist, in unserer Phantasie präsent, mitsamt seiner Armee von Jüngern und Freunden; und damit ist die Täuschung gelungen! Die gleichen Phänomene offenbaren sich auch in den nachfolgenden Episteln. Das Ziel dabei ist, die angedeutete Erzählung in der vagen Vorstellung des Lesers zu fixieren und uns flüchtige Eindrücke von der Reise des großen Mannes “von Jerusalem bis nach Illyrien”, der Masse der von ihm geschlossenen Freundschaften sowie der großen Autorität, die er sich erworben hat, zu verschaffen! Dabei wurde jedoch nicht sauber gearbeitet. Im Galaterbrief werden diese Andeutungen auf so obskure und schlampige Weise gemacht, daß es für unser Empfinden geradezu schockierend ist. Ein Leser, der sich erstmals und unvoreingenommen mit dieser Lektüre beschäftigt, wird empört ausrufen: “Kein Mann mit gesundem Verstand würde jemals einen solchen Brief verfassen.” Tatsächlich ist es überhaupt kein Brief, sondern eine Art Cento von Texten zu verschiedenen Themen, die in den mythologischen Rahmen eingebettet sind. Immer mehr wird die völlige Unsinnigkeit der Auffassung offenbar, daß Bücher, die auf diese Weise zusammengebraut wurden, über einen Zeitraum von eintausend Jahren in ständigem Gebrauch gewesen sein könnten.

In Wahrheit ist der Eindruck einer hektischen und völlig unliterarischen Komposition, den das Buch der gedruckten Bibel erzeugt, ein vernichtendes Argument gegen ihr hohes Alter. Seitens der literarischen Fraktion muss ein extremer Eifer hinsichtlich der Beschleunigung Ihrer Arbeiten gewirkt haben, um sich dadurch einige Vorteile in Sachen Macht und Profit zu sichern.

Anmerkung:

Ein Cento ist ein Text, der ausschließlich oder zumindest zum größten Teil aus Textpartikeln (Zitaten) eines anderen Textes zusammengesetzt ist

Das Missal als Schlüssel zur Struktur der Episteln

Zurück zum Römerbrief: Die historische Kulisse war gesichert und die römische Kirchenpflicht wurde, mitsamt allen relevanten Gliedern, vom großen Apostel anerkannt. Das nächste Ziel war theologischer Natur: Die Einführung des Glaubensbekenntnisses, was mittels der kurzen Lesung Römer 1:1-6 geschieht. Es gibt verschiedene Formen des Glaubensbekenntnisses – kürzere oder längere. Sie werden vielfach und prinzipiell eingebunden. Die Wiederholungen, die einige Leser des Neuen Testaments monieren, stellen die wesentliche Kunst der Komposition dar. Durch die Analyse der kurzen Lesungen, die geschrieben wurden, um die Jubiläumsfeste der Kirche und die Dogmen, an die sie erinnern, zu erklären und zu veranschaulichen, fallen die von uns behandelten Episteln in sich zusammen. Das Missal ist der Schlüssel zu den Paulusbriefen.

Die Nachtwache der Geburt

Die Lesung Römer 1:1-6 wurde für die Nachtwache der Geburt Christi oder den Weihnachtstag geschrieben. Die Gedanken werden der Ankunft von Davids göttlichem Sohn gewidmet, entsprechend der im Geist der Gläubigen gegenwärtigen Fleischwerdung.

Ascher Samstag

Die Lesung Römer 5:1-5 wurde für den Ascher-Samstag komponiert. “Nun wir denn sind gerecht geworden durch den Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unsern HERRN Jesus Christus” u.s.w.. Der Gedanke des Tages ist, basierend auf Joel 2, der Ausgießung des heiligen Geistes gewidmet. Die Lesung wird emotional und musikalisch gehalten. “Charitas Dei difusa est in Cordibus-Nostris, Alleluia!” [Die Liebe Gottes ist in unsere Herzen gedrungen; Halleluja!]

Die nachfolgenden Römerverse lesen sich als Fortsetzung dieses strahlenden Ausflusses. Sie sind ein konfuses Elaborat theologischer Argumentation, welches durch ihre Verworrenheit und Kohärenz äußerst verstimmend ist.

Fest des heiligen Ignatius

Die Lesung oder kurze Epistel Römer 8:35-39 ist ein wahrhaft poetischer Ausbruch, eine kurze Hymne. Sie scheint jedoch nicht so recht mit dem vorherigen Gedankengang in Verbindung zu stehen. Zum Fest des heiligen Ignatius, Bischof und Märtyrer (einer der Heiligen des benediktinischen Systems), ist sie ganz und gar am rechten Platz, an dem wir auch sein Märtyrerlied als Epistel des Tages finden.

Andreastag

Die Lesung Römer 10:10-18, die Epistel für den St. Andreas Tag, ist eine weitere musikalische Passage, die ideal zu den Lobpreisungen eines Priesters oder Kirchenherrschers passt. Römer 10 lässt beim Lesen die Kontinuität vermissen.

Dreifaltigkeitssonntag

Römer 11 weist in den Versen 33-36 keinerlei Kohärenz zu den hymnenartigen Ausflüssen der vorangehenden Argumentation auf. Diese Lesung eignet sich jedoch besonders als Epistel für den Dreifaltigkeitssonntag, der die Gläubigen an die geheimnisvolle Natur der Gottheit erinnern soll.

Erster Adventssonntag: Fest der heiligen Agatha

Die Lesung Römer 13:11-14 ist sehr schlecht mit dem Vorangegangenen in Verbindung zu bringen. Sie eignet sich jedoch hervorragend als eigenständige Epistel für Assoziationen zum ersten Adventssonntag (durch Auslassung des letzten Teils von Vers 14).

Zweiter Adventssonntag

Römer 15:4-13 ist eine weitere originelle und unabhängige Lesung für den zweiten Adventssonntag. Vers 14 wird nicht gut weitergeführt.

Sankt Agatha

Es gibt im 1. Korinther 1:26-31 eine Lesung, die mit einfacher Logik kaum mit den vorhergehenden Versen in Verbindung zu bringen ist. Sie ist jedoch durchaus geeignet, auf dem Fest der Heiligen Agatha gelesen zu werden, welches auf die schwächeren Gefäße oder die Gefäße der göttlichen Gnade hinweist.

Vierter Adventssonntag

Der 1. Korinther 4:1-5 ist eine Lesung für den vierten Adventssonntag. Der Rest wirkt wie ein ausschweifendes Gespräch, bei dem jedoch darauf geachtet wird, die Namen von Apollos und Timotheus einzufügen und mit Hinweisen auf apostolische Leiden zu versehen.

Ostersonntag

Die Lesung aus dem 1. Korinther 5:7-8 über den alten und den neuen Sauerteig, eignet sich, auf Grund der Assoziationen zu einem neuen Jahr und einem neuen moralischen Anfang, hervorragend für den Ostersonntag.

Frohnleichnam (Leib Christi)

Die bemerkenswerte Lesung im ersten Korinther 11:23-29, welche die angebliche, apostolische Tradition der Eucharistie und die Lehre der Transsubstantiation enthält, scheint dort, wo sie platziert wurde, absolut unpassend. Der Abschnitt wurde ausgeweitet, um den Raum auszufüllen. Sie ist für die Feierlichkeiten zum Frohnleichnam geeignet. Caro Cibus, Sanguis Potus (“Fleisch ist Speise, Blut ist Trank.”).

Im 1. Korinther 15:1-10 geht es darum, eine Form des Glaubensbekenntnisses einzuführen und Paulus in Übereinstimmung mit der eusebischen Skizze als “Zeugen” der Auferstehung darzustellen. Doch wie abrupt ist der Übergang vom letzten Vers des vorherigen Kapitels; und wie schwach ist der nachfolgende, haarspalterische Versuch, für das zu argumentieren, wovon es heißt, es wäre mittels Zeugnis bewiesen.

Messe des Märtyrers und Bischofs

Der 2. Korinther 1:3-7 ist eine Lesung oder eine kleine Epistel, die perfekt zur Messe eines Märtyrers und Bischofs passt. Es folgt jedoch eine vage, zusammenhanglose Reihe von Anspielungen auf die Theorie von Paulus’ Reisen durch Asien, Mazedonien u.s.w., inklusive der Erwähnung seiner Reisegefährten, was die üblichen märchenhaften Zwecke verfolgt. Auch diese Arbeit wurde sehr tölpelhaft erledigt. Wie wir gleich sehen werden, ist die Argumentation absolut durchsichtig.

Fest der Heiligen Lucia

Die gleiche listige Art ist im 2. Korinther Kapitel 11:10-17, 11:1-2 zu beobachten, der eine kurze Lesung für den Tag der Heiligen Lucia beinhaltet.

Darin eingebettet sind seltsame Phantasien über Paulus’ Apostelamt, seine Verbindungen nach Mazedonien, Achaia und Damaskus, sowie seine romantischen Abenteuer auf Erden und im Himmel. Niemals zuvor oder danach wurde der Welt im Namen eines erleuchteten Mannes ein derartiges Geschwätz aufgezwungen. Als wäre das nicht schon genug, haben wir auch noch den uns auferlegten Brief an die Galater, in welchem der pseudohistorische Zweck eindeutig sichtbar wird, unabhängig davon, ob man in der Epistel einen theologischen Sinn feststellen kann oder nicht. Aber die Hast des Schreibers war derart groß, daß er sich nicht die Mühe machte, sich mit seinem Kollegen abzustimmen, der mit der Apostelgeschichte beschäftigt war. Wie viele verschiedene Paulusse können wohl in dieser seltsamen Kollage entdeckt werden? Der Epheserbrief liest sich unendlich viel besser und man kann sich durchaus vorstellen, daß ein Mann einige dieser Sätze, in vielerlei Hinsicht, aufrichtig geschrieben haben könnte. Wie üblich wird darauf geachtet, den Namen Paulus als Autor (zweimal) zusammen mit einigen seiner vollkommenen Gefährten einzuarbeiten.

Fest unseres Heiligen Erlösers

Ein kurzes theologisches Kompendium haben wir im Epheser 1:3-9, welcher für das Fest unseres Heiligen Erlösers gemacht ist.

Mahnwache zur Himmelfahrt

Epheser 4:1-6 ist eine kurze Beschreibung der katholischen Kirche als vollkommene Einheit. Im Epheser 4:7-13 haben wir die passende Epistel für die Mahnwache zur Himmelfahrt.

Palmsonntag

Philipper 2:5-11 wurde ursprünglich für den Palmsonntag und das Fest des Heiligen Kreuzes geschrieben.

Der Heilige Paulus, der erste Einsiedler

Im Philipper 3:7-12 finden wir eine Lesung für den Tag des Heiligen Paulus, des ersten Einsiedlers, der mit Saint-Maur verbunden ist. Beide sind Kreationen der Benediktiner. Der Abschnitt atmet sehr wortgewandt den Geist der Selbstentsagung und der Sehnsucht nach “Perfektion”, was eindeutig die Zucht des Klosterlebens verrät. Hier wird die Gelegenheit genutzt, eine knappe, geheuchelte Autobiographie des Apostels Paulus anzufügen. Seine Persönlichkeit wird uns, in Verbindung mit seinem treuen Schatten, Timotheus, auf Schritt und Tritt aufgenötigt.

Fest des Heiligen Timotheus

Tag des Heiligen Timotheus (24. Januar). Interessant ist die Lesung oder die kleine Epistel, die für den Tag des Heiligen Timotheus geschrieben wurde, siehe 1. Timotheus 6:11-16. Hier wird die Gelegenheit genutzt, die Mythologie des Glaubensbekenntnisses, gewissermaßen beiläufig, vorzustellen: “Ich gebiete dir vor Gott, der alle Dinge lebendig macht und vor Christo Jesu, der unter Pontius Pilatus bezeugt hat, ein gutes Bekenntnis”.

Weihnachtstag

Die Lesung Titus 2:11-15 gibt uns eine kurze Zusammenfassung des Glaubensbekenntnisses und wird, zusammen mit Titus 3:4-7, am Weihnachtstag gelesen.

Hochfest Petrus und Paulus

Das Studium des Gottesdienstes für das jährliche Fest der heiligen Apostel Petrus und Paulus offenbart uns das Motiv und Wesen dieser Sprüche, die zu den kleinen Episteln führten, welche wiederum zu den großen Episteln weiterentwickelt wurden, mit denen wir es heute zu tun haben. Eine der Schlüsselaussagen für die Bedeutung des Tages lautet: “Du sollst sie zu Fürsten über die ganze Erde machen”. Das Gebet rezitiert, wie mit diesen beiden Märtyrern die “Religion begann”. Der Schlüsselsatz für das Petrus.Ideal lautet: “Du bist Petrus, und auf diesem Felsen will ich meine Gemeinde (Kirche) bauen”. Er ist Teil des Graduale, im Evangelium und bei der Kommunion. Die gesamte petrinische Mythologie beruht auf dieser Theorie, die ein Wortspiel zu ihrer Gerechtwerdung verwendet (Pierre).

Anmerkung:

Als Graduale werden Psalmabschnitte oder biblische Verse zwischen der alttestamentlichen Lesung und der Epistel in der Messe bezeichnet; wenn die alttestamentliche Lesung entfällt, ist der Platz des Graduales zwischen vorhergehender Epistel und nachfolgendem Alleluia.

Gedenken an den Heiligen Paulus

Am folgenden Tag, dem 30. Juni, in der Gedenkfeier des Heiligen Paulus, heißt es als Einleitung: “Ich weiß, an wen ich geglaubt habe” u.s.w., was in den 2. Timotheus 1:12 eingefügt wurde. Das Gebet rezitiert Paulus’ Lehre von der Vielzahl der Heiden. Die Epistel besteht aus der Lesung Galater 1:11-20 und ist eine der vielen fiktiven Autobiographien, die die Künstler Paulus mit Vorliebe in den Mund legen. Sie enthält Verweise auf Jerusalem, Arabien, Damaskus und seinen Mitapostel Petrus. Sie endet mit der Rechtfertigung: “Was ich euch aber schreibe, siehe, vor Gottes Angesicht: ich lüge nicht!” Einige weitere Sätze dieser Art folgen in dem Graduale.

Bekehrung des Heiligen Paulus

Auch am Fest der Bekehrung des Heiligen Paulus wird die Legende aus der Apostelgeschichte 9:1-22 gelesen. Das Graduale verherrlicht “den großen Heiligen Paulus, das auserwählte Gefäß, das sich den Anspruch auf den 12. Thron verdiente, als Prediger der Wahrheit und Lehrer der Heiden in Glauben und Wahrheit”. Er ist untrennbar mit Petrus verbunden, dem Besitzer des Schlüssel zum himmlischen Reich.

Schlussfolgerung

Nach der Überprüfung der umfassenden Anstrengungen zur Etablierung der Idee der vereinten Religionsgründung in Rom, erscheint die Auslassung des Martyriums in der Apostelgeschichte umso verblüffender und unerklärlicher. Es handelt sich jedoch eindeutig nicht um eine spätere, sondern um eine frühere Schöpfung. Das Studium der eusebischen Werke und des Missals gibt uns einen viel besseren Einblick in die Entwicklung des gesamten paulinischen Systems, als das ausschließliche Studium des Neuen Testaments es zu ermöglichen vermag.

Die Konstruktion wurde stufenweise errichtet. Zunächst beschloss man, daß es vierzehn Episteln geben und deren Autorenschaft zweifelhaft bleiben sollte. Ursprünglich, vielleicht aus Gründen der Übereile und Dringlichkeit, war geplant, die Episteln sehr kurz zu halten.
Sie bestanden lediglich aus kleinen autobiographischen Andeutungen und Hinweisen auf Personen und Orte, die ein Trugbild erzeugen sollten, um den Eindruck zu erwecken, daß Paulus ein außergewöhnlicher Mann war.

Doch der Komplex wurde umfangreicher. Die Aussage über die wenigen Zeilen wurde ausgelassen, das autobiographische Material vergrößert und theologische und ethische Angelegenheiten, die für die Festtage geeignet waren, wurden eingestreut. So entstand das seltsame Sammelsurium, das uns heute als die Paulusbriefe bekannt ist. Das Ganze wurde hinsichtlich jedes Aspekts der literarischen Sorgfalt und Anständigkeit schlecht ausgeführt. Ein Forschender, der versucht, dieses Flickwerk so durchzulesen, wie man es bei jeder anderen Briefsammlung tun würde, um herauszufinden, was den Schriftsteller wirklich umtreibt, halst sich damit zwangsläufig eine der schmerzhaftesten, irritierendsten, enttäuschendsten und hoffnungslosesten Aufgaben auf. Die Struktur ist die eines unbeholfenen Stückwerkes. Es liest sich nicht schlüssig, da es nicht den zusammenhängenden Gedanken eines einzelnen Geistes entspringt, sondern vielmehr eine Sammlung unterschiedlicher und oft widersprüchlicher Ansichten enthält.

Diese fehlerhafte Struktur kann durch analytisches Aufbrechen des Textes entflochten werden. Dadurch offenbart sich eine große Anzahl kleiner, eigenständiger und mit den Jubiläumsfesten der Kirche in Verbindung stehender Episteln. Weiter treten so die wenigen symbolischen Leitsätze hervor, welche das Ideal Paulus enthalten, demgemäß dieser bei der Gründung der römischen Kirche nicht von der Seite seines Mitstreiters Petrus wegzudenken ist. Dies ist der einzig mögliche Weg, um den außergewöhnlichen Flickwerk-Charakter dieser berüchtigten Schöpfung, der Paulusbriefe, durchgehend verstehen und erklären zu können.

Wenn eine indoktrinierte Person die Messe besucht und das Evangelium, sowie die Epistel des Tages vernimmt, so wirkt es, als hätte die gesamte Autorität der römisch-katholischen und apostolischen Kirche jede dieser Äußerungen angeregt und diktiert. Je unklarer, klangvoller und musikalischer eine jede Äußerung “des Herrn” oder “des Apostels” ist, desto beeindruckender wirkt sie.

Auch wenn man die Episteln achtsam liest, drängt sich einem, obwohl das Lesen nebulös und schwierig ist, dennoch die vage Vorstellung eines prächtigen Mannes mitsamt seiner wunderbaren Autobiographie auf, von dem man nicht erwarten würde, daß er mit einem gewissen Grad an Klarheit und gesundem Menschenverstand schreibt, wie man es von gewöhnlichen Männern gewohnt ist.

Um vollständig zu verstehen, wie in der Paulus-Legende und den Paulusbriefen Theologie mit Geschichte verwoben wurde, muss man daher abwechselnd Zuhören und Lesen.


Johnson weist, für mich unwiderlegbar, nach, dass jegliche Literatur, welche vor das frühe 16. Jahrhundert datiert ist, eine tatsächlich spätere Schöpfung ist und die angeblich alten Kirchenväter und -lehrer damit ebenfalls neuere Erfindungen sind. Der Autor belegt aus den Werken der Kirchenväter und anderer “historischer” Schreiber heraus, dass die Bibel erst ab dem 16. Jahrhundert geschaffen wurde – hier weiter.


Eintrittskarten können hier direkt bestellt werden: Eintrittskarte

Anmeldungen sind ab sofort unter Tel: 07568/2989982 Fax 07568/2989981 möglich

oder E-Mail: info(at)all-stern-verlag.com. 

Was sich hinter dem geheimnisvollen »Plan 1919« der Alliierten verbarg. Warum US-Truppentransportschiffe ausgerechnet deutsche »Schutzengel« hatten. Wie Marxisten und Alliierte massenhaft die Fahnenflucht deutscher Soldaten planten und organisierten. Was wirklich hinter der »Dolchstoß-Legende« steckt. Warum US-Präsident Wilsons »14-Punkte-Friedensplan« der größte Betrug der Weltgeschichte war. Weshalb der »unvollendete« Erste Weltkrieg einen Zweiten Weltkrieg gegen Deutschland notwendig machte – hier weiter.

ad



Source link

Download WordPress Themes
Download Best WordPress Themes Free Download
Download Best WordPress Themes Free Download
Premium WordPress Themes Download
download udemy paid course for free

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

More Stories From Allgemein