Vermietung (Symbolbild: shutterstock.com/Von wutzkohphoto)

Bayern/Augsburg – Weil ein Vermieter in einer Wohnungsanzeige vermerkte, dass er sein Eigentum nur an Deutsche vermietet möchte, zerrte ihn ein aus Afrika stammender Mietinteressent – und der Verein „Netzwerk Rassismus- und Diskriminierungsfreies Bayern“ vor den Richter. 

Der Wohnungseigentümer hatte in einer Wohnungsanzeige angegeben, dass er nur „an Deutsche“ vermieten werde. Trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen – startete ein aus Burkina Faso stammender Interessent einen Anruf. Der Vermieter bestätigte dem Afrikaner, dass er wirklich vorhabe, sein Eigentum nur an Deutsche vermieten zu wollen.

Nun zerrte der „Nicht-Deutsche“ den Vermieter vor das Amtsgericht in Augsburg und verlangt wegen Diskriminierung nicht nur eine Entschädigung in Höhe von 1000 Euro. Zudem soll der Vermieter verpflichtet werden, künftig entsprechende Formulierungen in den Anzeigen zu unterlassen. Mit im Boot: der Verein „Netzwerk Rassismus- und Diskriminierungsfreies Bayern„. Der Verein wird von Faso Hamado Dipama, der aus Burkina Faso nach Deutschland „flüchtete“ und im hoch umstrittenen „bayerischen Flüchtlingsrat“ als Sprecher tätig ist, und von Songül Akpinar vertreten. Hamado wurde 2015 bundesweit bekannt, als er – medial begleitet – versuchte in Münchner Diskotheken feiern zu gehen und an den Türstehern scheiterte. Er ging vor Gericht, gewann zwei der Prozesse, verlor einen, in drei Fällen schloss er einen Vergleich mit den Betreibern.

In einer gemeinsamen Pressemitteilung mit der beauftragten Anwaltskanzlei Ugur Kör stellt der Verein fest, dass die Vorgehensweise des Vermieters „klare rassistische und diskriminierende Absichten“ zeige.

Netzwerk Rassismus- und Diskriminierungsfreies Bayern e.V. (Bild: Screenshot)

Der erste Prozesstag am Dienstag, der als Güteverhandlung beim Amtsgericht Augsburg angesetzt war, verlief ohne Ergebnis.  Zeugen, also etwa die benannten Bekannten des Klägers, die testweise ebenfalls beim Vermieter angerufen haben sollen, wurden laut den DNN zunächst nicht geladen.

Der Vermieter, der durch seinen Sohn vertreten wurde, gab an, dass er in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit einem kriminellen Ausländer gemacht habe und deswegen die Anzeige so formuliert habe. Sein Sohn räumte ein, dass die Formulierung in der „heutigen Zeit fehl am Platze sei“. Dennoch lehnte es der Vermieter ab, einen Vergleich mit dem afrikanischen Mietinteressenten zu schließen.

Das Gericht will nun am 5. November eine Entscheidung verkünden. Der Richter – im politisch korrekten Modus unterwegs – deutete an, dass er die Klage nicht für unbegründet halte und wohl nicht ganz abweisen werde. In der Vergangenheit hatten bereits andere deutsche Gerichte Ausländern Schadenersatz zugesprochen, wenn sie bei Wohnungsvermietungen wegen ihrer Herkunft abgewiesen wurden. (SB)



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Von Veritatis

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