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12. November 2019

astronomie.info



Bon Voyage(r)

Rufen immer zu Hause an: die NASA-Raumsonden Voyager 1 und 2 funken seit 1977 regelig Daten zur Erde. Jetzt hat auch Voyager 2 die Heliosphre verlassen und das interstellare Medium erreicht (Bildnachweis NASA JPL).

Der bergang der zweiten Voyager-Sonde in das interstellare Medium hat Eigenschaften der Grenzflche zwischen Heliosphre und dem interstellaren Medium bekrftigt, die schon von Voyager 1 im Jahr 2012 bei ihrem bergang erkennbar wurden.

Vor gut einem Jahr folgte zwei auf eins und Astronomen gaben sehr gut acht: Zwei NASA-Reisende (englisch ‘voyager’) starteten im August bzw. September 1977 vom Launch Complex 41 auf Cape Canaveral und traten ihren Flug an die Grenzen unseres Sonnensystems an. Sechs Jahre nach der Raumsonde Voyager 1 hatte dann auch Voyager 2 das interstellare Medium erreicht. Astronomen geben dabei als ‘Grenzbergang’ die
Heliosphre an, jenen ausgedehnten Bereich um die Sonne, in dem der Sonnenwind mit seinem Strom an Teilchen und dem solaren
Magnetfeld das interstellare Medium verdrngt. Frhere Annahmen, dass sich der Sonnenwind mit zunehmendem Abstand zur Sonne
zusehends ‘ausdnnt’ und schlielich ganz verschwindet, konnten schon mit den Daten von Voyager 1 weitgehend entkrftet werden. Und auch
die umfangreiche Auswertung vom Voyager-2-bertritt hat nun gezeigt, dass die beiden Plasmen – Sonnenwind und interstellares Medium – eine recht eindeutig
definierte Grenzflche haben. Um den visafreien Grenzbertritt zu vermessen, mussten die Astronomen eine ‘Mauer’ definieren – hier der
bergang von im Vergleich heieren, dnneren Plasma des Sonnenwinds zum khleren, dichteren Plasma des interstellaren Mediums.

Die beiden Voyager-Sonden hatten fr die Durchfhrung ihrer Missionen (unter anderem Messungen an den Atmosphren von Jupiter, Saturn
und deren Monden; Vorbeiflug an Uranus und Neptun) unterschiedliche Flugbahnen und Geschwindigkeiten, doch traten beide in recht hnlichem
Abstand in das interstellare Medium ber: Voyager 1 in 122,6 Astronomischen Einheiten (AE), Voyager 2 in 119,7 AE. Diese Tatsache gibt
Astronomen wertvolle Hinweise auf die Struktur der Heliosphre, die demnach recht kugelsymmetrisch (zumindest in dem Bereich, den
man durch die Voyager-Sonden abdecken kann) sein msste: wrde die Grenzflche weniger einem aufgeblasenen Wasserball hneln,
sondern eher einem dicken Knuel Winterwollsocken, wre es sehr wahrscheinlich gewesen, dass die bertritte bei deutlich unterschiedlichen
Abstnden stattgefunden htten. Unterschiede scheinen jedoch in der Dicke der bergangsschicht zu bestehen – die Daten deuten darauf hin, dass Voyager 1 zehn AE lnger durch die Grenzflche segeln musste, bis sie das interstellare Medium erreicht hatte.

Beide Sonden funken bis heute aus den Tiefen des Weltalls und sind mit Abstnden von 147,35 AE (oder 22,04 Milliarden Kilometern; Voyager 1) bzw. 122,22 AE (oder 18,28 Milliarden Kikometern; Voyager 2) zur Erde die am weitesten entfernten, menschengemachten Objekte (Pioneer 10 spielt hier auch noch mit, ihr letztes Signal erreichte die Erde im Jahr 2003 aus rund 80 AE). Wissenschaftler gehen davon aus, dass
die Sonden, deren Signale mittlerweile 19 Stunden bis zur Erde bentigen, ihren Flug beinahe unbegrenzt fortsetzen knnen: die Wahrscheinlichkeit, dass sie in den Weiten des Universums auf anderen Objekte treffen und mit diesen kollidieren geht gegen null: mauerloses “I’ve been looking for freedom” auf astronomisch!
11.11.2019



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