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6. Dezember 2019

Gegen politischen Alzheimer und die AfD: Künstlerkollektiv errichtet „Gedenkstätte” am Reichstagsgebäude




Gesellschaft

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Vor dem Reichstagsgebäude hat das Künstlerkollektiv „Zentrum für politische Schönheit” eine Art Mahnmal errichtet. Es steht seit Montag auf dem Gelände der ehemaligen Krolloper, in der die Abgeordneten im März 1933 für das Ermächtigungsgesetz stimmten – eine wichtige Grundlage für die NS-Diktatur. Es gibt Beifall für die Aktion, aber auch Kritik.

Teil der Kunst-Aktion am Reichstag in Berlin ist eine Säule, die nach Angaben der Gruppe Asche von Opfern der Massenmorde der Nazis enthält. Diese sei in mehreren Ländern an Orten der Nazi-Verbrechen geborgen worden – in 175 der an 23 Orten entnommenen 243 Proben seien menschliche Überreste gefunden worden.

„Es geht um die letzte deutsche Diktatur und darum, ob sie uns wieder droht”, sagte Philipp Ruch, Gründer Zentrum für politische Schönheit (ZPS). 

Kreise des Konservatismus wie Christian von Stetten, Hans-Georg Maaßen, Mike Mohring, Werner Patzelt würden schon wieder die Hand nach Faschisten ausstrecken, heißt es auf der Webseite des Künstlerkollektivs. „Sie machen sich öffentlich Gedanken, ob die AfD nicht doch ein guter Regierungspartner – oder Tolerierer einer Minderheitenregierung” wäre, heißt es weiter.

​​Das „Zentrum für politische Schönheit” ist bereits mehrfach mit Aktionen aufgefallen, die Aufsehen erregt haben. So hatte es vor etwa zwei Jahren eine Nachbildung des Berliner Holocaust-Mahnmals in Nachbarschaft des Wohnhauses des AfD-Politikers Björn Höcke in Thüringen aufgestellt.

Widerstandsstätte aus Edelstahl

Über dem neuen Mahnmal aus Stahl ist der Schriftzug „Gedenken heißt kämpfen” zu lesen. Und in Großbuchstaben „Keinen Schritt weiter! Hier begann die letzte deutsche Diktatur.” Zudem brennen Grablichter, es gibt Blumensträuße. Darüber hängen Zettel mit Texten wie „Vergesst sie nicht” oder „Gegen politischen Alzheimer in Deutschland”.

Nach Angaben der Polizei ist die Veranstaltung bis zum 7. Dezember angemeldet. Das Künstlerkollektiv hat allerdings angekündigt, Spenden sammeln zu wollen, um am kommenden Sonnabend ein Betonfundament für die Säule zu gießen, sollte genügend Geld dafür zusammenkommen. Bis jetzt sind bereits knapp 60.000 Euro gespendet worden. Es soll eine Säule gegen den Verrat an der Demokratie sein, so die Aktivisten. Genau zwischen Bundestag und Bundeskanzleramt gelegen.

Beifall wie Bedenken

Lea Rosh, Vorsitzende des Fördervereins „Denkmal für die ermordeten Juden Europas”, nannte die ZPS-Aktion großartig, es sei sogar “tiefer, als unser Holocaust-Mahnmal”, zitiert sie Spiegel Online. 

„Es ist ja eine politische Botschaft, die damit einhergeht. Es ist die Botschaft: Guckt hin, hier ist die Macht an die Nazis übertragen worden”, so Rosh.

Christoph Heubner, Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees, kritisierte die Aktion hingegen: “Auschwitz-Überlebende sind bestürzt darüber, dass mit diesem Mahnmal ihre Empfindungen und die ewige Totenruhe ihrer ermordeten Angehörigen verletzt werden.”

“Das Thema der Verwertung der Ermordeten ist unendlich lange tabuisiert worden”, meint hingegen der Historiker Götz Aly, so prangt es auf der ZPS-Seite.

Das ZPS plant einen “zivilgesellschaftlichen Zapfenstreich” gegen die AfD. Es heißt, man würde nicht zuschauen, wie konservative Kräfte keine 75 Jahre nach dem Ende der Nazidiktatur schon wieder auf Machtoptionen mit faschistischen Kräften schielten.

ba/dpa





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