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5. Juli 2020

Spiel in Spanien abgebrochen: Ukrainischer Fußballer als „Nazi“ beschimpft




Sport

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In Spaniens zweiter Liga haben die Fans den ukrainischen Fußballspieler Roman Sosulja als „Nazi“ beschimpft.  Als Antwort darauf hat das Außenministerium in Kiew Strafen gefordert. Die spanische Regierung und der Fußballverband sollten reagieren, damit sich das nicht wiederhole, erklärte Außenamtssprecherin Jekaterina Selenko am Montag.

In der ersten Hälfte des Zweitligaspiels zwischen Gastgeber Rayo Vallecano und Albacete am Sonntag haben die Rayo-Fans Sosulja als „Nazi“ beschimpft. Kurz vor der Pause unterbrach der Schiedsrichter das Meeting für einige Minuten, um mit dem Verantwortlichen für das Spiel zu sprechen, woraufhin das Spiel fortgesetzt wurde. Nach der Pause weigerten sich aber die Albacete-Spieler – zur Unterstützung von Sosulja –  auf das Feld zurückzukehren. Gleichzeitig wurden die Fans zweimal über Lautsprecher gewarnt, dass das Meeting beendet würde, wenn die Beleidigungen nicht aufhören würden. Schließlich ist das Spiel vor Beginn der zweiten Halbzeit abgebrochen worden.

Laut dem  Vizepräsidenten von Albacete Wiktor Warela spielte Sosulja einige Minuten weinend; und als die Pause begann, kam er in den Umkleideraum und sah „völlig zusammengebrochen wegen der Beleidigungen“ aus.

Der Präsident von Rayo Vallecano, Raul Martin Presa, bezeichnete den Vorfall als „einen traurigen Abend für unseren Verein und unseren Sport“. Er verurteilte die Beschimpfungen einiger Fans scharf. „Fußball ist eine Vereinigung und keine Trennung. Wir können nicht zulassen, was heute passiert ist “, sagte er.

Selenski reagiert

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenski schrieb dazu: „Roman Sosulja, dich unterstützt nicht nur dein Team, dich unterstützt die ganze Ukraine! Du bist nicht nur ein super Fußballer, du bist ein echter Patriot, der sein Land liebt und unseren Soldaten hilft. Wir sind mit dir! Drücke die Hand!“

Die Ministeriumssprecherin stellte klar: Die Vorwürfe gegen Sosulja seien haltlos und basierten auf „Klischees der russischen Propaganda“.

„Sein Land zu lieben und sich um dessen Schicksal zu sorgen, ist ein natürliches Merkmal eines bewussten Staatsbürgers in der zivilisierten Welt“, betonte sie. Fußball bleibe weltweit ein wichtiges einendes Instrument zur Stärkung von Frieden, Toleranz und gegenseitigem Verständnis.

Sosulja spielte 2017 für den Madrider Club, verließ ihn aber nach kurzer Zeit. Die Fußballfans kritisieren Sosulja wegen seiner offenen Sympathie für die ukrainischen Nationalisten und beschuldigen ihn „der Verbindung zum Nazismus“. Unter anderem verurteilen sie ein Foto, das den ukrainischen Kicker mit einem Schal zeigt, auf dem das Porträt des ukrainischen Nazi-Kollaborateurs Stepan Bandera abgebildet ist.

sm/gs





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