Noch heute klingt das Video des „Youtubers“ „Rezo“ nach. Er hatte die „Zerstörung der CDU“ produziert – unter welchen Umständen, sei an dieser Stelle nicht relevant – und damit über 11 Millionen Nutzer erreicht. Kritiker empfanden ihn als populistisch, andere warfen ihm lediglich Marketingaktivitäten vor, nächste stimmten seiner Kritik zu. Nun hat die Debatte um die Bindungskraft der Parteien auch die Massenmedien erreicht. Die „Welt“ etwa hat einen Beitrag veröffentlicht, in dem die „Entfremdung zwischen Politik und Bürgern“ beschrieben wird. Diese würde in den vergangenen Jahren „Rekordwerte“ erreicht haben, heißt es.

Das Institut für Demoskopie spricht – wie es hier heißt – einer Studie von einer „Zerstörung des Vertrauens in die Stabilität des Staates“. Mit anderen Worten: Den Parteien fehlt die Bindungskraft, den Wählern schlicht entweder das Vertrauen oder das Interesse an den parlamentarischen Organisationen der früheren Jahrzehnte. Das Geschäftsmodell ändert sich.

80 % der Jüngeren glauben nicht an die Problemlösungskompetenz….

80 % der jüngeren Wähler glauben dem Beitrag nach nicht mehr an die Problemlösungskompetenz der Parteien. Große Fragen, der Klimawandel, die Altersarmut, die Migration und auch die Zukunft der digitalen Welt sind bei den Parteien offenbar falsch aufgehoben. Die jüngeren Generationen haben demnach zudem ein anderes „Mediennutzungsverhalten“ – 99 % würden ein Smartphone besitzen, allenfalls 10 % informierten sich heute noch über die klassischen Medien, also über Zeitungen, das Radio oder das Fernsehen. Die „sozialen Medien“, später im Beitrag auch als „asoziale Medien“ bezeichnet, würden zur fünften Gewalt. Die alten Medien sind die „vierte Gewalt“ im Staat.

Verlassen wir den Beitrag an dieser Stelle: Der Kern der Probleme der Parteien und hier auch der Medien ist die verlorene Deutungshoheit. „Jüngere“, aber eben auch zunehmend „Ältere“, die sich die Quellen ihrer Informationen inzwischen selbst aussuchen können, benötigen weder die Standardmedien als Informationsquelle und vor allem nicht als Deutungsgeber. Auch die Parteien, oft nicht nur als Entscheidungsträger im Parlament aktiv, sondern auch als Akteur in den Medien, dürfen lange nicht mehr so ungefragt und unkritisch deuten wie in all den Jahrzehnten zuvor. Die Filterblase, die oftmals bei den neuen Medien vermutet wird, schwebt insbesondere über den Altmedien und Altparteien.

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Von Veritatis

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