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28. Februar 2020

„Wahrheit verteidigen“: Nach Selenskis Aussagen schaltet sich nun auch Gorbatschow ein




Politik

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Der ehemalige Staatschef der UdSSR Michail Gorbatschow hat sich zu den Anschuldigungen aus Warschau und Kiew geäußert, wonach die Sowjetunion eine Mitschuld am Beginn des Zweiten Weltkrieges tragen soll. Gorbatschow widersprach diesem Vorwurf entschieden und rief dazu auf, sich gegen derlei Geschichtsverdrehung zu wehren.

Zuvor hatte der ukrainische Präsident, Wladimir Selenski, während seines Amtsbesuches in Polen behauptet, die Sowjetunion sei am Beginn des Zweiten Weltkrieges mitverantwortlich gewesen. Damit solidarisierte sich Selenski mit dem polnischen Parlament, das Anfang Januar eine Resolution verabschiedet hatte, in welcher der damaligen Sowjetunion und Nazi-Deutschland die gleiche Verantwortung für den Kriegsbeginn zugeschrieben wird.

Gorbatschow nahm nun dazu Stellung und betonte, Politiker und Historiker, die so etwas behaupten würden, beleidigten das Andenken an all jene, die ihr Leben im Kampf gegen das Hitler-Regime geopfert hätten.

„Selbst in den Jahren des Kalten Krieges hat niemand angezweifelt, dass das Hitler-Regime für die Entfachung des Zweiten Weltkrieges verantwortlich war. Die Sowjetunion hat gemeinsam mit den anderen Mitgliedern der Anti-Hitler-Koalition den entscheidenden Beitrag zum Sieg über das menschenfeindliche Regime geleistet. Das sind historische Fakten, die sich nicht bestreiten lassen. Für diese Wahrheit muss man eintreten und sie gegen allerlei falsche Versionen verteidigen“, erklärte Gorbatschow.

Auch Kremlsprecher Dmitri Peskow wies Selenskis Vorwurf entschieden zurück. Der ukrainische Präsident solidarisiere sich mit der aus „unserer Sicht absolut falschen Geschichtsdeutung der polnischen Führung“, erklärte Peskow am vergangenen Dienstag. Diese sei für dutzende Millionen Russen und Bürger der GUS-Mitgliedsländer beleidigend. Deren Eltern, Großeltern und (andere) Angehörige hätten ihr Leben für die Befreiung Europas – darunter auch Polen – vom Faschismus gelassen, betonte der Kremlsprecher.

Selenskis Anschuldigung

Vergangenen Montag hatte der ukrainische Präsident am Rande der Gedenkfeiern zum 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau behauptet, dass Polen und das polnische Volk als „erste die Folgen des verbrecherischen Komplotts der totalitären Regime (Anm. d. Red.: Nazi-Deutschland und die Sowjetunion) gespürt“ hätten.

„Das führte zum Beginn des Zweiten Weltkriegs und erlaubte es den Nazis, das todbringende Pendel des Holocausts in Gang zu setzen (…) Weder Europa noch die übrige Welt dürfen sich heute wie damals im Jahr 1939 in Schweigen hüllen“, hatte Selenski nach einem Treffen mit dem polnischen Präsidenten, Andrzej Duda, unter anderem gesagt.

Polen löste mit der von seinem Parlament im Januar verabschiedeten Resolution eine prinzipielle Debatte über den Beginn des Zweiten Weltkrieges aus. Das polnische Außenamt räumte zwar ein, dass die Rote Armee Polen von der Nazi-Herrschaft befreit habe, aber dass das Land nie wirklich frei geworden sei. Der Chef der Regierungspartei PiS, Jarosław Kaczyński, forderte von Russland erst kürzlich, dem polnischen Staat Reparationen für den Schaden zu zahlen, der dem Land während des Krieges zugefügt worden sei.

mka/gs





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