Russland: Patient mit Verdacht auf Coronavirus gibt Interview

Russland: Patient mit Verdacht auf Coronavirus gibt Interview



Der Chinese Wang Yunbin hält sich mit seiner Familie seit einigen Tagen in einem Krankenhaus in Tschita auf, einer russischen Stadt unweit der Grenze zu China. Dort wird die kürzlich aus China eingereiste Familie auf das Coronavirus untersucht. Der Mann wird allerdings mit jedem Tag ungeduldiger und macht sich große Sorgen um sein Kind.

Seit dem 31. Januar halte sich Yunbin mit seiner Familie im Krankenhaus auf, so das örtliche Nachrichtenportal „Tschita.ru“. Die Ärzte hätten ihn bereits auf das Coronavirus untersucht, aber ihm angeblich nicht mitgeteilt, wie der Test ausgefallen sei. Er wisse auch nicht, wie es in dieser Hinsicht um sein Kind und seine Frau stehe.

Nun hat sich der Chinese mit Tschita.ru über seinen Krankenhausaufenthalt und die damit verbundenen Umstände unterhalten.

 „Wir haben die Grenze am 25. Januar überquert. Man hat uns auf Fieber untersucht und nichts festgestellt. Zu diesem Zeitpunkt empfanden wir ein leichtes Unwohlsein, hatten schwachen Husten. Erst als wir nach Hause kamen, fing der Husten so richtig an. Dann kamen uns der Verdacht und die Angst, wir könnten an dem Virus erkrankt sein. Daraufhin haben wir uns an ein Krankenhaus gewandt“, sagte Yunbin in dem Telefongespräch.

Yunbin zufolge hat ihm der Arzt erst heute gesagt, dass mit ihm alles in Ordnung sei und dass die Untersuchungen nichts Besorgniserregendes ergeben hätten.

Seitdem er dort sei, nehme man ihm aber ständig Blut ab. Er begreife nicht, wieso die Blutabnahme so oft erfolgen müsse, so der Chinese weiter. Wenn die Ärzte vor Ort nicht genau sagen können, ob er am Virus erkrankt sei oder nicht, dann solle man seinen Bluttest doch lieber an ein Krankenhaus in der Mandschurei schicken. Schließlich sei dort bereits ein Coronavirus-Fall festgestellt worden.

Sorge um das Kind

Auch zu den Bedingungen und der Behandlung im Krankenhaus äußerte sich der Chinese.

„Die Bedingungen im Krankenhaus sind zwar nicht die besten, aber hinnehmbar. Die Ärzte und Krankenschwestern behandeln mich sehr gut. Ich persönlich bin zufrieden. Nur eines: Ich möchte, dass man mir im Krankenhaus endlich mitteilt, ob ich nun krank bin oder nicht“, sagte Yunbin.

Seiner Frau gehe es so weit gut, nur sein Kind habe zwei Tage lang Fieber gehabt. Aber man habe ihm schon die nötigen Medikamente verabreicht und es gehe ihm jetzt wieder gut. Er mache sich aber trotzdem sehr große Sorgen um sein Kind.

„Sie wissen bestimmt, dass für die Behandlung dieses Virus sehr gute Bedingungen erforderlich sind. Außerdem ist mein Kind noch sehr klein, sein Immunsystem ist momentan geschwächt und ich weiß nicht, ob dieses Krankenhaus über die nötigen Mittel verfügt, um diese Behandlung durchzuführen. (…) Meine Behandlung stellt kein großes Problem dar, aber ich mache mir sehr große Sorgen um mein Kind.“

Yunbin sagte unter anderem, dass er sich bereits mit der chinesischen Botschaft in Verbindung gesetzt habe, aber auch dort habe man ihm nichts über seine mögliche Infektion mit dem Coronavirus sagen können.

Sollte sich jedoch herausstellen, dass er infiziert sei, so Yunbin weiter, müsste er der Botschaft alle Informationen zu seinem Flug sowie dem Zug mitteilen, mit denen er nach bzw. in China gereist sei. Das gleiche gelte auch für Russland – er sei mit einem Zug von Sabaikalsk nach Tschita gekommen (Anm. d. Red.: beide Städte befinden sich im russischen Gebiet Transbaikalien, das an China grenzt).

Abschließend sagte Yunbin, dass das Coronavirus nicht so gefährlich sei, wie viele vermuten würden. Man brauche nur die nötige Ruhe, gute Ernährung und das Virus würde allmählich abnehmen. Er verwies auf den Ausbruch des Coronavirus in China und die dadurch verursachte Panik. Damals seien viele eigentlich gesunde Menschen für eine Untersuchung ins Krankenhaus geeilt und seien erst dort von den wirklichen Coronavirus-Fällen angesteckt worden.

Patient wurde informiert

Inzwischen hat sich der Chefarzt des zuständigen Krankenhauses zu Wort gemeldet und mitgeteilt, dass Yunbin über den Test auf das Coronavirus informiert worden sei:

„Wir haben die Ergebnisse des Tests am 1. Februar spät abends erhalten. Am frühen Morgen des nächsten Tages wurden diese dem Patienten mitgeteilt“, erklärte der Chefarzt.

Unter anderem sei das vom Patienten abgenommene Material für die nötigen Untersuchungen, für welche es in einem anderen Krankenhaus bessere Bedingungen gebe, auch dorthin geschickt worden. Man habe auch gleich mit der Behandlung begonnen und dem betroffenen Patienten die Situation erklärt. „Sobald der zweite Test negativ ausfällt, werden wir ihn (Anm. d. Red.: Yunbin) aus dem Krankenhaus entlassen“, sagte der Chefarzt abschließend. 

mka/gs





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