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21. Februar 2020

Gedenken in Peenemünde – Die Rotarmisten, die im Heinkel-Bomber Nazideutschland entkamen




Am Sonnabend findet in Peenemünde auf der Insel Usedom eine Zeremonie zu Gedenken des 75. Jahrestages der Flucht sowjetischer Kriegsgefangener statt. Die Gruppe floh aus einem Konzentrationslager in Richtung Heimat – in einem gekaperten deutschen Bomber Heinkel He 111.

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs flohen Häftling Michail Dewjatajew und neun seiner sowjetischen Kameraden aus dem KZ-Außenlager Karlshagen I, einem Teil der Erprobungsstelle der Luftwaffe Peenemünde-West. Sie kaperten einen deutschen Bomber und flogen damit in die Heimat.

Flucht aus dem KZ

Dewjatajew war Kampfflieger der Roten Armee. Im Juli 1944 bei Lwow abgeschossen wurde er schwer verwundet gefangen genommen. Zunächst im KZ Klein-Königsberg in der Nähe von Łódź gefangen gehalten, grub Leutnant Dewjatjew mit Mitgefangenen einen Fluchttunnel. Die geplante Flucht scheitert – über das KZ Sachsenhausen gelangte er schließlich im November in das zur Erprobungsstelle der Luftwaffe Peenemünde-West gehörende KZ-Arbeitslager Karlshagen I bei Peenemünde. Am 8. Februar 1945 bekam er mit neun weiteren sowjetischen KZ-Häftlingen die Aufgabe, mehrere Bomber vom Typ Heinkel He 111 mit großen Tarnnetzen abzudecken. Dabei gelang es Ihnen, den abgestellten Wachmann zu überwältigen und eine He 111 zu kapern, in der sie Richtung Südost flogen und schließlich die Frontlinie passierten. 

Der Bomber und die Raketen

Dies war der einzig erfolgreiche Fluchtversuch von Zwangsarbeitern aus den Peenemünder Versuchsanstalten, wo neuartige Fernwaffen wie die Flugbombe Fi 103 („V1“) und die Rakete Aggregat 4 („V2“) entwickelt und getestet wurden. Das Flugzeug landete auf sowjetischem Gebiet Zunächst hatte der militärische Nachrichtendienst SMERSch die Darstellung Dewjatajews zu den Fluchtumständen angezweifelt, der Leutnant der Kollaboration bezichtigt und inhaftiert.

Der entführte Bomber war mit modernsten Gerätschaften ausgestattet. Sowjetische Wissenschaftler unter der Leitung von Sergej Koroljow sollen so durch die gekaperte Technik sowie die Angaben der Gruppe einen Einblick in die Entwicklungen Werner von Brauns bekommen haben. Im Jahr 1947 wurde die restaurierte V2 in der UdSSR getestet, 1948 schließlich die erste sowjetische Rakete erbaut. Für seinen Beitrag zur sowjetischen Raketenindustrie erhielt Michail Dewjatajew im Jahr 1957 den Orden „Held der Sowjetunion“.

Gedenken in Peenemünde

Das Historisch Technische Museum (HTM) Peenemünde und die russische Alexander-Pechersky-Stiftung wollen der spektakulären Flucht gedenken, die sich am 8. Februar 2020 zum 75. Mal jährt, heißt es aus dem Museum. Neben Dewjatajews Sohn Alexander wird der russische Botschafter Sergej Netschajew zur Kranzniederlegung am Gedenkstein im Freigelände des Museums erwartet.

ba





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