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14. Juli 2020

„Wolkenkratzer aus Schädeln“: Russischer Botschafter in Ankara klagt über Drohungen




Politik

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Die Offensive der syrischen Regierungstruppen in der umkämpften Provinz Idlib lässt die Spannungen zwischen der Türkei und Russland wachsen. Der russische Botschafter in Ankara erhält nach eigenen Angaben immer neue Drohungen im Netz, die sich sowohl gegen ihn persönlich als auch gegen russische Soldaten richten.

Die Kämpfe in Idlib hätten eine antirussische Hysterie in den sozialen Medien zur Folge, im Netz erhalte er immer weitere Drohungen und Beleidigungen, teilte der Botschafter Alexej Jerchow am Sonntag dem russischen Sender „Swesda“ mit. 

„Die jüngsten davon, die gestern Abend und heute Morgen eingegangen sind, lauten etwa: ‚Wir errichten Wolkenkratzer aus den Schädeln eurer Soldaten‘ oder ‚Ihr werdet für jeden Tropfen Blut zahlen, den ihr vergossen habt“, so der Diplomat.

Derartige Äußerungen dürfen ihm zufolge nicht auf die leichte Schulter genommen werden, weil sie sich nicht nur persönlich gegen Diplomaten, sondern gegen Russland richten.

„In dieser Angelegenheit sind äußerste Vorsicht und Sorgfalt geboten, man darf weder Wut und Hass provozieren noch Feindseligkeit zwischen den Völkern anstacheln.“

Die Presseattaché der russischen Botschaft in Ankara, Irina Kassimowa, hatte zuvor Sputnik mitgeteilt, dass die türkischen Behörden die Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz der russischen Vertretung verstärkt haben. Dies bestätigte auch das türkische Außenministerium.

Im Kreml rief man die Türkei dazu auf, nicht nur das Botschaftspersonal, sondern auch alle russischen Bürger im Land zu schützen. Die Türkei ist bei den Russen als Urlaubsziel sehr beliebt.

Eskalation in Idlib

Im Mai 2017 hatten sich Russland, die Türkei und der Iran auf die Etablierung von vier sogenannten Deeskalationszonen in Syrien geeinigt. Drei von ihnen stehen seit 2018 unter Kontrolle der syrischen Regierung. Die vierte Zone, die Idlib und Teile der Nachbarprovinzen Latakia, Hama und Aleppo umfasst, wird immer noch größtenteils von Terroristen der al-Nusra-Front * kontrolliert. Im September 2018 verständigten sich Russland und die Türkei auf die Schaffung einer entmilitarisierten Zone in der Region Idlib, in der sich rund ein Dutzend bewaffnete Gruppen aufhalten.

Ende Januar startete die syrische Armee westlich von Aleppo eine Offensive. Anlass dafür waren tagtägliche Angriffe auf Wohnviertel, bei denen Dutzende Zivilisten gestorben waren. Anfang Februar meldete die Türkei den Tod von acht ihrer Soldaten infolge eines Beschusses aus Syrien. Bei türkischen Gegenangriffen wurden laut Präsident Recep Tayyip Erdogan 76 syrische Soldaten getötet.

Erdogan bat seinen russischen Amtskollegen, Wladimir Putin, nach eigener Aussage darum, beim syrischen Präsidenten Baschar al-Assad Druck zu machen, damit dieser die Offensive in Idlib stoppe und seine Truppen bis Ende Februar zurückziehe.

Passiert das nicht, werde die Türkei laut Erdogan eine militärische Antwort geben. Am Montag vergangener Woche teilten die türkischen Behörden mit, dass die syrische Armee abermals einen türkischen Beobachtungsposten in Idlib angegriffen und fünf Menschen getötet habe.

Erdogan beschuldigt Syrien und Russland, Zivilisten in Idlib unter Beschuss zu nehmen. Moskau weist das zurück und macht seinerseits die Türkei für die Eskalation in Idlib verantwortlich: Die Regierung in Ankara komme ihren Verpflichtungen nicht nach und versorge die Kämpfer mit Waffen.

* Terrororganisation, in Russland verboten.

leo/ae





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