Erster Weltkrieg auf Ostsee: Baltische Flotte rettet sich im Eismarsch vor den Deutschen

Erster Weltkrieg auf Ostsee: Baltische Flotte rettet sich im Eismarsch vor den Deutschen



Februar 1918, die Operation beginnt: Russische Kriegsschiffe nehmen Kurs auf Helsingfors. Sie lassen Reval hinter sich – vor sich haben sie das, was Historiker später als Eismarsch der Baltischen Flotte in die Geschichtsbücher schreiben.

Die Deutschen planten einen Vorstoß auf Petrograd, vom Nordwesten entlang des Finnischen Meerbusens und vom Südwesten direkt aus Pskow kommend. Ohne den Baltischen Marineverband war an die Verteidigung der Stadt nicht zu denken. Die Flotte sollte zunächst nach Helsingfors verlegt werden, doch waren die Kriegsschiffe durch dickes Eis in der Hafenstadt Reval blockiert und an der Überfahrt über die Ostsee gehindert.

Eismarsch der Baltischen Flotte 1918

Am 17. Februar 1918 waren Eisbrecher nach Reval entsandt worden, um die Schiffe nach Helsingfors zu geleiten. Schon am 19. Februar nahm einer der Eisbrecher drei U-Boote ins Schlepptau, am 22. Februar folgten weitere zwei U-Boote und zwei Tender. Am 25. Februar verließ der letzte Schiffskonvoi Reval (am selben Tag nahmen die Deutschen die Stadt ein).

Anfang März traf der Verband im Zielhafen ein, doch dort war die Baltische Flotte nur wenig sicherer. Russenfeindliche Stimmungen nahmen in Finnland zusehends zu. Eine gewaltsame Übernahme der Schiffe drohte.

Die Sowjetführung befahl daraufhin, die Baltische Flotte aus Helsingfors nach Kronstadt zu überführen. Am 17. März liefen vier Schlachtschiffe und drei Kreuzer, von zwei Eisbrechern begleitet, in Kronstadt ein – geführt von Kapitän Alexej Schtschastnyj. Weitere zwei Schlachtschiffe, zwei Kreuzer und zwei U-Boote folgten am 10. April. Die Baltische Flotte war gerettet.

Der Mann aber, unter dessen Führung der Eismarsch gelang, wurde auf persönliche Anweisung von Trozki am 27. Mai verhaftet, wegen angeblich konterrevolutionärem Verhalten. Ein Feldgericht sprach das Urteil: Hinrichtung – am 22. Juni wurde es vollstreckt. Erst 1995 ist Kapitän Schtschastnyj rehabilitiert worden.





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