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Ein Forscher aus den USA hat die Nachricht über Twitter verbreitet: Iranisches Fernsehen zeigt eine „Sejjil“-Rakete in einem unterirdischen Bunker. Dies sind die allerersten öffentlichen Nahaufnahmen dieses Flugkörpers überhaupt. Die Online-Version der Fachzeitschrift „The National Interest“ (NI) berichtet.

Wie es um die iranische Rakete und deren Entwicklung steht, war über längere Zeit völlig unklar. „Der Status der ‚Sejjil‘ war seit einer Weile fraglich“, schreibt Fabian Hinz, Analyst am James Martin Center for Nonproliferation Studies, einer kalifornischen Forschungseinrichtung für die Nichtverbreitung von Massenvernichtungswaffen. Der Forscher hat die Aufnahmen bei Twitter veröffentlicht. Zu sehen, wie die Rakete aufgestellt und getestet werde, sei für ihn eine „echte Überraschung“.

Die 18 Meter große „Sejjil“ wäre bestens als Trägerrakete für nukleare Sprengköpfe geeignet, schreibt „NI“ – vorausgesetzt natürlich, Teheran entwickelt diese überhaupt. Die Rakete ist mit einem rund 1000 Kilogramm schweren Sprengkopf bestückbar.

​Alles in allem hat Iran laut dem Portal an die 55.000 Boden-Boden-Raketen stationiert. Die meisten davon – wie die „Shahab-1“ oder „Fatah-110“ – schießen nur auf kurze Distanz. Zudem besitzt das Land noch „Qiam“-Raketen mit Reichweiten von bis zu 800 Kilometern.

Die „Sejjil“ ist Irans reichweitenstärkste Rakete: Dem Vernehmen nach fliegt sie rund 2000 Kilometer weit, schreibt „NI“. Damit kann Iran zumindest in der Theorie, so das Portal, Ziele im Nahen Osten, in Osteuropa, Ostafrika und Südasien treffen. Die Vereinigten Staaten sind mit dieser Rakete nicht zu erreichen, wohl aber die amerikanischen Objekte in den Nachbarländern Irans.

Die „Sejjil“ ist eine rein iranische Entwicklung, schreibt „The National Interest“. An der Größe, am Einsatzgewicht und Aktionsradius gemessen, entspricht sie einem weiteren ballistischen Mittelstreckenflugkörper der iranischen Streitkräfte: der „Shahab-3“. Die „Sejjil“ weist jedoch einen wichtigen Vorteil gegenüber diesem Flugkörper auf: einen Feststoffantrieb.

Feststoffantriebe ermöglichen nahezu verzögerungsfreie Raketenstarts. Flugkörper mit diesem Antriebstyp müssen vor dem Start nicht betankt werden, sind leichter zu transportieren und beim Startvorgang weniger anfällig. Andererseits sind schlechtere Lenk- und Kontrolleigenschaften deren Nachteil.

Wie die iranischen Ingenieure diese Schwierigkeit überwunden haben, ist unbekannt. Es könnte sein, schreibt „NI“, dass sie die Lenksysteme der „Shahab“-Rakete modifiziert haben – nicht ohne maßgebliche Hilfe aus dem Ausland.

Weil die Rakete relativ neu ist, muss sie vor der Nutzungseinführung intensiven Tests unterzogen werden. Der Flugkörper ist seit 2012 nicht erprobt worden. Die aktuellen Aufnahmen lassen jedoch den sicheren Schluss zu, dass wenigstens einige „Sejjil“-Raketen einsatzbereit sind, so das Portal.





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Von Veritatis

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