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Jagdflugzeuge aus Russland, Europa und Amerika kämpfen um einen lukrativen Auftrag aus Indien. Das Land will im Rahmen des MMRCA-Programms neue Kampfjets beschaffen. Entschieden wird normalerweise nach dem Grundsatz „Möge der Bessere gewinnen“. Aber die USA haben etwas dagegen, schreibt das „Military Watch Magazine“ (MWM).

Zwei Fighter stechen im Wettbewerb um den indischen Auftrag besonders hervor, schreibt das Magazin: die russische Suchoi Su-35 und die amerikanische Boeing F-15EX. Beide sind tiefgreifend überarbeitete Nachfolger von Kampfflugzeugen aus dem Kalten Krieg. Beide punkten mit modernster Technik.

Die Su-35 und die F-15EX sind Allrounder, können gleichermaßen gegen Luft- und Bodenziele eingesetzt werden. Das Waffenarsenal entspricht dem Aufgabenprofil, schreibt MWM. Die Leistungsunterschiede zwischen der Suchoi und der Boeing liegen im Detail.

Beispielsweise sind die Radare der beiden Kampfjets – das „Irbis-E“ bei der Su-35 und das „AN/APG-82“ bei der F-15 – technisch zwar ähnlich komplex, aber das russische System ortet mehr Ziele, so das Magazin. Es verfolgt bis zu 30 und bekämpft bis zu acht Luftziele gleichzeitig – auf über 400 Kilometer Entfernung. Tarnkappenflugzeuge entdeckt das russische Radar auf über 80 Kilometer.

Im Luftkampf trumpft die Su-35 mit der Hyperschallrakete R-37 auf. Die F-15EX setzt auf den Flugkörper AIM-120D als Hauptwaffe. Dessen Reichweite beträgt 180 Kilometer – rund die Hälfte der Entfernung, die die R-37 zurücklegen kann. Schwächer als die russische Rakete ist die amerikanische Waffe auch bei der Geschwindigkeit: Mach 4,5 gegen Mach 6.

Dafür ist die F-15EX an sich schneller. Das amerikanische Kampfflugzeug kann kurzzeitig mit bis zu Mach 2,5 fliegen, während die Su-35 maximal Mach 2,25 erreicht. Im Sprint ist die F-15EX also klar überlegen.

Wie sehr die technischen Daten auch überzeugen, der wichtigste Vorteil der Su-35 ist ein anderer, schreibt das „Military Watch Magazine“. Der russische Kampfjet ist optimal mit den Mehrzweckjägern kompatibel, die die indische Luftwaffe bereits nutzt: mit den Su-30MKI.

Die technischen Übereinstimmungen der Su-35 mit der Su-30MKI würden es den indischen Piloten ermöglichen, ohne Weiteres zwischen den beiden Maschinen zu wechseln. Dagegen könnte die Integration der F-15EX in die indische Luftwaffenflotte sich als logistisches Desaster erweisen, schreibt das amerikanische Fachmagazin. Indiens Luftstreitkräfte nutzen bis heute kein einziges Kampfflugzeug aus den USA.

Bei dieser Sachlage müsste man davon ausgehen, dass die F-15EX im indischen MMRCA-Programm keine Erfolgsaussichten hat. Aber das US-Flugzeug hat einen Trumpf, den andere nicht haben, so das Magazin: Washington übt nämlich enormen Druck auf Neu-Delhi aus, um die „richtige“ Entscheidung im Beschaffungsprogramm herbeizuführen – bis hin zur Androhung von Sanktionen. Der Ausgang des Wettbewerbs bleibt zunächst offen.





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Von Veritatis

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