Afghanistan-Einsatz: Australien untersucht mehr als 50 mutmaßliche Kriegsverbrechen seiner Soldate

Afghanistan-Einsatz: Australien untersucht mehr als 50 mutmaßliche Kriegsverbrechen seiner Soldate



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Australische Spezialeinheiten sollen in Afghanistan 55 mutmaßliche Kriegsverbrechen begangen haben. Dabei soll es sich unter anderem um „grausame Behandlung“ von Zivilisten handeln. Darüber hat der australische Fernsehsender „ABC“ berichtet.

Laut ABC geht es um 55 Vorfälle im Zeitraum von 2005 bis 2016, bei denen es zu Verstößen gegen das Kriegsrecht gekommen sein soll. Zumeist handle es sich um Vorwürfe der Tötung oder der „grausamen Behandlung“ von Zivilisten und ehemaligen gegnerischen Kombattanten, heißt es in einem Bericht des Generalinspekteurs der australischen Streitkräfte, James Gaynor.

Dem Generalinspekteur zufolge werden bei der Untersuchung auch „kulturelle, psychologische, einsatzbedingte und organisatorische Faktoren“, die zu den Verstößen geführt haben könnten, berücksichtigt.

Die Ermittlungen würden bereits seit 2016 laufen und seien durch Vorwürfe und Gerüchte ausgelöst worden, wonach australische Soldaten unbewaffnete afghanische Männer und Kinder getötet haben sollen. Inzwischen seien 336 Menschen als Zeugen vernommen worden. Die Untersuchung befinde sich in der Endphase, die Beweisaufnahme werde bald abgeschlossen, hieß es weiter.

Die australische Verteidigungsministerin Linda Reynolds sagte dem Sender Sky News, sie rechne damit, dass der Abschlussbericht in einigen Monaten vorliege.

Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 hatte Australien zur Unterstützung der USA Elitekommandos nach Afghanistan entsandt. Die Nato und ihre Verbündeten zogen ihre Kampftruppen 2014 ab.

mka/gs





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