SPD-Vorsitzende Esken: Hamburg als Desaster

SPD-Vorsitzende Esken: Hamburg als Desaster


Die Hamburg-Wahl ist für die neue SPD-Vorsitzende Saskia Esken ein Erfolg. Für viele Beobachter des neuen Führungsduos, Walter-Borjan und Esken, ist das Wahlergebnis indes ein Beleg dafür, dass die Parteispitze bald schon Geschichte sein kann.

SPD: „Ergebnis guter Regierungsarbeit“

In einem Interview mit dem „Deutschlandfunk“ interpretiert Saskia Esken das Ergebnis in Hamburg, die SPD schaffte 39 % und verlor damit gut 6 % gegenüber der Wahl zuvor, auch als „Ergebnis guter Regierungsarbeit“. In Berlin, also weit weg von Hamburg, von den Hamburger Problemen vor Ort wie dem Ärger über die Verkehrspolitik sowie auch weg vom Empfinden vieler Meinungsforschungsinstitute.

Frau Esken übersieht bei ihrer Analyse einige Fakten. Die SPD in Hamburg hat deutlich an Stimmen eingebüßt. Mit dem Verlust von mehr als 6 % hat sie sogar mehr verloren als die Union, sowohl relativ wie auch an Absolutstimmen – da die Union noch deutlich geringere Zustimmung erfährt. Die SPD hat vor allem an die Grünen abgegeben, also den Regierungspartner, der gleichzeitig Konkurrent im Bund ist. Vor allem aber hat die SPD zusammen mit der Union im Bund schon lange die Mehrheit in den Umfragen abgegeben. Aktuell liegen beide Parteien nach der jüngsten Forsa-Erhebung bei etwa 42 %.

Bei der Bundestagswahl 2017 votierten noch mehr als 50 % für die Parteien der früher „großen“ Koalition. Nun mag die Regierungsarbeit der SPD und der Union „gut“ oder „nicht gut“ sein, das ist notwendig eine Interpretationsangelegenheit. Nur kann das Hamburg-Ergebnis nicht das „Ergebnis guter Regierungsarbeit“ sein, wenn doch beide Parteien zusammen mächtig verloren haben. Insgesamt ging es für die Parteien um über 10 Prozentpunkte zurück – möglicherweise als Ergebnis der gemeinsamen Regierungstätigkeit in Berlin, so Kritiker. Überhaupt: Die SPD in Hamburg hatte im Vorfeld das Berliner Spitzenduo Esken / Walter-Borjan als Wahlkämpfer abgelehnt. Warum wohl?

 

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