Nach einer Mitteilung der „Automobilwoche“ steht die Merkel-Regierung zu einem – wie Kritiker sagen – erneuten wirtschaftspolitischen Sündenfall: Die Abwrackprämie kommt. Damit würden sich die Lobbyisten der Großindustrie in den großen sogenannten Volksparteien durchgesetzt haben, wie Beobachter meinen. Die SPD und ihre Klientel, die Industriearbeiterschaft, teils vertreten durch mächtige Gewerkschaften, dürfte ebenfalls ihre helle Freude haben. Demnach sollte die Merkel-Regierung pro E-Auto (und hybride Konzepte) 4.000 Euro Kaufprämie durchwinken. 3.000 Euro für Autos mit normalem Verbrennungsmotor seien vorgesehen. Wirtschaftlich entspricht dies einer Abwrackprämie, denn es ist kaum anzunehmen, dass Autobesitzer einem Rabatt wegen gleich ein zweites Auto kaufen.

Wirtschaft soll sich beteiligen

Die Prämie allerdings würde es nur dann in voller Höhe geben, wenn sich die Hersteller zu 50 % daran beteiligten, heißt es. Also würde der Staat nur 1.500 Euro pro Auto zahlen. Derzeit gibt es für die Meldung noch keine offizielle Bestätigung, ein Beschluss dürfte zudem – formal – noch nicht vorliegen. Dennoch hatten Beobachter genau diese Entwicklung seit längerer Zeit befürchtet.

Die Wirtschaftsweisen haben Berichten zufolge die Prämie bereits abgelehnt. Sie setzen auf Subventionen zur Senkung des Strompreises. Das ist erstaunlich. Denn auch die Wirtschaftsweisen gelten gemeinhin oft als ausgesprochen regierungsfreundlich. Selbstverständlich wäre diese Maßnahme auf jeden Fall nachvollziehbarer: Sinkende Kosten treffen alle Unternehmen gleichermaßen, sodass dies praktisch einer indirekten Subvention der gesamten Wirtschaft gleichkäme. Zudem würde die Kaufkraft gestärkt, insofern die privaten Haushalte auch Geld sparen könnten.

Nur: Die Autolobby in Deutschland ist gigantisch. Allerdings verschweigen die Berichte wohlweislich, wie schlecht es der Autoindustrie tatsächlich geht. Die Industrie bzw. der angeschlossene Handel sitzen auf Fahrzeugen im Verkaufswert von fast 15 Milliarden Euro. 61,1 % weniger Autos wurden allein im April (ggb. dem Vorjahresmonat) zugelassen. Mit anderen Worten: Die Maßnahmen der Merkel-Regierungen haben in Deutschland Automobilschrott im Milliarden-Wert hinterlassen – und die Steuerkasse soll über Subventionen den Schrott abtragen helfen. Das Problem wäre aber nur aufgeschoben. Schon jetzt stellte sich die Frage, was passiert, wenn die folgenden Autokäufe dann aufgeschoben werden? Dann wird es wohl Zeit für die Klimafreunde – die neuen Fahrzeuge (vor allem die Benziner) werden dann über Sprit-Aufschläge untauglich gemacht. Wetten, dass? Hier lesen Sie mehr zur kommenden Klimaschutzpolitik.

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de



Source link

Von Veritatis

Schreibe einen Kommentar