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4. Juli 2020

Bierdosenwurf bei G-20-Demo: Ex-Polizist bestreitet verbrecherische Absicht




Vor dem Amtsgericht des Bezirks Hamburg-Altona hat der Prozess gegen den ehemaligen Polizeibeamten Oliver D. begonnen, der eine Bierdose während einer G-20-Ausschreitung in Hamburg auf seine damaligen Kollegen geworfen haben soll.

Laut dem Magazin „Der Spiegel“ habe der Ex-Polizist aus München, der zum Tatzeitpunkt privat in Hamburg unterwegs war, durch seinen Verteidiger einräumen lassen, eine Bierdose von der Brücke während der sogenannten „Welcome to Hell“-Demonstration gegen den G-20-Gipfel geworfen zu haben.

Dabei teilte der 38-jährige Angeklagte mit, dass er keine Absicht gehabt hätte, damit andere Polizisten gefährden zu wollen.

„Ich wollte zu keinem Zeitpunkt einen Polizisten treffen oder verletzten“, ließ Oliver D. durch seinen Verteidiger mitteilen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Ex-Polizisten und seiner Freundin versuchte gefährliche Körperverletzung und tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte vor.

Nach eigenen Worten habe der Angeklagte den Polizeieinsatz bei der Anti-G20-Demonstration „Welcome to Hell“ am 6. Juli 2017 als unbegründet wahrgenommen, erklärte der ehemalige Polizist gegenüber den Medien.

Flugverhalten von Bierdosen von Kriminalisten untersucht

Nach Angaben des Anwalts hätten die beiden Angeklagten die Dosen nicht gezielt geworfen und seien gar nicht in der Lage gewesen, die Beamten damit zu treffen. Zumindest eine der Dosen sei laut dem Verteidiger so gut wie leer gewesen.

Die Kriminaltechniker untersuchten das Flugverhalten von Bierdosen. Während des Experiments warfen sie vom Tatort Dosen mit unterschiedlichem Füllgewicht und nahmen die Würfe mit Videokameras auf. Bei der Analyse kamen die Kriminalisten zu dem Schluss, dass sich die Flugbahn einer leeren Bierdose deutlich von der Bahn unterscheidet, die die Dosen der Angeklagten nahmen.

G-20-Gipfel 2017

Der G20-Gipfel fand am 7. und 8. Juli 2017 in Hamburg statt und war von schweren Ausschreitungen mit Hunderten Verletzten gekennzeichnet. Die Demonstration „Welcome to Hell“ vom 6. Juli war von den Hamburger Linksautonomen vorbereitet worden. Insgesamt nahmen an der Demonstration rund 12.000 Menschen teil.

ac/mt

 





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