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4. August 2020

Empörung von Alma Zadic legt Doppelmoral offen



Bild Justizministerin Alma Zadic: © Parlamentsdirektion / PHOTO SIMONIS; Bildschirmfoto Karikatur: Twitter; Bildkomposition: Info-DIREKT

Als die Regierung in der Corona-Krise die Bevölkerung mit Fake-Gesetzen an der Nase herumführte, war von Justizministerin Alma Zadic (Grüne) nichts zu hören. Eine harmlose Karikatur treibt sie jetzt jedoch auf die Palme. Ein Sittenbild unserer Politik.

Kommentar von Michael Scharfmüller

Die Darstellung von SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner als leichtbekleidete Tänzerin, die aus einer Torte springt, um ihre Forderungen zu präsentieren, erzürnt die Justizministerin. Auf Twitter schreit sie sogar nach einem „solidaritystorm“:

 

Safespace statt Freiheit der Kunst

Dabei dürfte Zadic nicht verstanden haben, dass es ein Wesenszug von Karikaturen ist, dass sie dem zeichnerisch Dargestellten nicht gerade schmeicheln und mit Klischees spielen. Wer das bei selbst völlig harmlosen Karikaturen in Frage stellt, greift nicht nur die Freiheit der Kunst, sondern auch die Pressefreiheit an.

Patrioten als Ratten

Freilich kann sich eine Gesellschaft darauf einigen, dass man Menschen in bestimmter Form nicht darstellen sollte. Dann sollte das jedoch für alle politischen Lager und Gesellschaftsschichten gleichermaßen gelten. Die Aufschreie diesbezüglich sind jedoch sehr einseitig und legen die Doppelmoral mancher Gutmenschen offen. So war zwar ein Gedicht, in dem ein damaliger FPÖ-Politiker sich und seine Mitmenschen als Ratten darstellte ein europaweiter Skandal (mehr dazu bspw. hier und hier), die Darstellung von Patrioten als grausliche Ratten hingegen, löste bisher noch nie einen „solidaritystorm“ aus.

Patrioten vergasen

Ebenso blieb die Empörung aus, als Identitäre Aktivisten als Ungeziefer dargestellt wurden, die von einem ÖVP-Politiker vergast wurden. Damals stellte Info-DIREKT zahlreiche Presseanfragen an Politiker der ÖVP, der Grünen und der SPÖ um herauszufinden, wie aus ihrer Sicht diese Darstellung zu bewerten sei. Auch an Bundespräsidenten Van der Bellen schrieben wir mehrmals. Außer vom Chefredakteur der „Oberösterreichischen Nachrichten“ und dem Karikaturisten (siehe Interview) erhielten wir trotz mehrfacher Nachfragen keine Antwort.

Zadic zu Gast bei Ex-Stasi-Spitzel

Natürlich, kann sich jeder Mensch über das aufregen, was er will. Bedenklich wird das Ganze jedoch, wenn sich ausgerechnet jene Justizministerin dazu äußert, die sich mit ehemaligen Stasi-Spitzeln über angeblichen „Hass im Netz“ beraten haben dürfte.

Dauernde Empörung als Ablenkung?

Ich bin der Meinung, dass Zadic im Justizministerium teilweise gute Arbeit leistet, anstatt aber die Freiheit der Kunst und die Pressefreiheit in Frage zu stellen, sollte sie sich endlich mal zu den Vorwürfen äußern, die gegen sie im Raum stehen.

Zur Info: Die Rendi-Wagner-Karikatur wurde übrigens vom selben Zeichner angefertigt, der auch die IB-Aktivisten als zu vergasendes Ungeziefer darstellte. Beide Zeichnungen erschienen in den „Oberösterreichischen Nachrichten“.





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