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3. August 2020

Sachsen eröffnet Landesschau zu 500 Jahren Industriekultur | Freie Presse



Unter dem Titel “Boom” lässt die Landesregierung bis Jahresende die Geschichte sächsischer Industrie Revue passieren.

Zwickau.

Es gehe um “nichts anderes als die Identität dieses Landes”, sagte Klaus Vogel, der Direktor des Deutschen Hygienemuseums, zur Eröffungs-Pressekonferenz: Sein Haus ist mit der Ausrichtung der Zentralschau zur Landesausstellung “Boom. 500 Jahre Industriekultur in Sachsen” betraut, und ab dem heutigen Samstag kann man im Audi-Bau Zwickau das Ergebnis in Augenschein nehmen. Auf einer Fläche von rund 2500 Quadratmetern ist die Geschichte vom Berggeschrey im 16. Jahrhundert bis ins Heute nachgezeichnet. Zahlreiche exklusive Exponate vom legendären Garagen-Prototyp der Malimo-Maschine Heinrich Mauersbergers bis zu Edvard Munch Originalporträt des Chemnitzer Strumpfmagnaten Herbert Eugen Esche, das in der Region noch nie gezeigt wurde, bilden dabei die Ankerpunkte für zahlreiche parallele Erzählstränge. “Es geht nicht um eine Museumsschau, es geht um die Leidenschaft der Sachsen für ihre Tätigkeiten. Diese Leidenschaft soll mit der Ausstellung erhalten weitergegeben und neu entfacht werden”, sagte Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) anlässlich der Eröffnung. Und für Kunst- und Tourismusministerin Barbara Klepsch (CDU), deren Haus für die vierte Sächsische Landesausstellung nach eigener Aussage eng mit Duligs Ministerium kooperiert hat, geht es vor allem um “Arbeit, Erfindergeist und Kreativität der Menschen dieses Landes”.

Unterteilt ist die Zentralausstellung in fünf historische Kapitel, die durch eine ziemlich clevere Raumeinteilung gut ineinander überleiten und dabei jeweils andere Schwerpunkte ausleuchten. “Wir zeigen die Erfolge, aber auch die sozialen und menschlichen Kosten und wagen den Blick in die Abgründe”, so Kurator Thomas Spring.

“Barock & Berggeschrey” deckt in der Zeit von 1470 bis 1813 den sächsischen Reichtum aus Bodenschätzen und die damit einhergehenden Machtstrukturen ab, “Garn und Globalisierung” (von 1763 bis 1914) erzählt vom Textilaufschwung, erstem internationalen Handel und der Entwicklung von Fabriken aus dem Handwerk heraus. “Karl Marx & Karl May” (von 1831 bis 1914) bildet den Zentralteil, der Fortschrittsglaube, soziale Verwerfungen, Wirtschaftspolitik und Weltflucht zusammenbringt. “Schockensöhne & Sachsenstolz” (1914 bis 1945) greift das auf im Gegensatz zwischen wachsendem Wohlstand und den Jahrhundertverwerfungen der Nazizeit. “Trabi & Treuhand” (1945 bis 1995) fasst schließlich DDR und Wende zusammen – und entlässt den Besucher in die Herausforderungen des Heute. Ans Ende der Zentralschau hat die Staatsregierung den Mitmach-Teil “Fit for Future” setzen lassen, denn, so Vogel: “Die wichtigste Besuchergruppe sind für uns Schulklassen.” Für Kinder- und Jugendgruppen gibt es im Zuge der Landesausstellung daher auch zahlreiche Extra-Angebote.

Neben der Zentralausstellung gibt es sechs ergänzende Satelliten-Ausstellungen in Zwickau (“Auto-Boom”), Crimmitschau (“Textil-Boom”), Oelsnitz/E. (“Kohle-Boom”), Chemnitz (“Maschinen-Boom”), Hilbersdorf (“Eisenbahn-Boom”) und Freiberg (“Silber-Boom”). Die Landesausstellung, die bis 31. Dezember zu sehen sein wird, konnte wegen Corona nicht nur später als geplant eröffnet werden, sie ist wegen der Hygienemaßnahmen und zusätzlicher Heizkosten für den Winterbetrieb auch teurer: Zu den veranschlagten 17 Millionen Euro kommen laut Finanzministerium rund 1,4 Millionen Euro hinzu.

 

 

 



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