Wie werden die fusionswilligen Franzosen von PSA samt der Tochter Opel mit der Corona-Krise fertig? Konzernchef Tavares will Antworten geben.

Paris (dpa) – Der Opel-Mutterkonzern PSA wird am heutigen Dienstag (07.30 Uhr) in Vélizy-Villacoublay bei Paris seine Geschäftszahlen für das erste Halbjahr vorlegen.

Der Hersteller mit den Stammmarken Peugeot und Citroën hatte bereits mitgeteilt, dass der Absatz von Fahrzeugen von Januar bis Ende Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 45,7 Prozent eingebrochen war. Grund war vor allem die Corona-Krise.

PSA will mit dem italienisch-amerikanischen Hersteller Fiat Chrysler (FCA) fusionieren und den viertgrößten Autokonzern der Welt bilden. Das neue Unternehmen soll dann «Stellantis» heißen. Die EU-Wettbewerbshüter hatten Bedenken geltend gemacht und eine vertiefte Prüfung eingeleitet, die sich bis 22. Oktober hinziehen könnte. Die Fusion soll nach Plänen der Unternehmen Anfang des kommenden Jahres abgeschlossen werden.

PSA hatte im ersten Halbjahr nur rund 1,03 Millionen Fahrzeuge verkauft. Bei Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall gab es ein Minus um 53,1 Prozent auf rund 266.100 Fahrzeuge. Die Verkäufe neuer Modelle wie des Grandland X oder des neuen Corsa hätten sich aber gut entwickelt, hatte es Mitte des Monats geheißen. Opel gehört mit Schwester Vauxhall seit rund drei Jahren zu den Franzosen. PSA hat aber seither Tausende Stellen bei Opel abgebaut.

PSA kam laut Branchenbeobachtern bisher besser durch die Krise als der große heimische Konkurrent Renault. Der Hersteller mit Sitz in Boulogne-Billancourt geriet in den vergangenen Monaten in finanzielle Schwierigkeiten und kann inzwischen einen staatlich garantierten Kredit von bis zu fünf Milliarden Euro in Anspruch nehmen. Das Unternehmen hatte bereits den Abbau von weltweit rund 15.000 Stellen angekündigt, um wieder aus der Krise zu kommen.

PSA-Konzernchef Carlos Tavares hatte im Februar gesagt, sein Unternehmen sei einer der profitabelsten Autohersteller der Welt. Bei der Fusion ist der Manager davon überzeugt, zwei gesunde Unternehmen zusammenzuführen. Branchenexperten wiesen aber darauf hin, dass FCA unter Führung des inzwischen gestorbenen Managers Sergio Marchionne auf große Investitionen in Elektroantriebe verzichtet habe.



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Von Veritatis

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