Bayer hat durch den Vergleich mit zahlreichen Klägern im Glyphosat-Prozess den größten Verlust der Unternehmensgeschichte hinnehmen müssen. Annähernd 9,5 Milliarden Euro Verlust verbuchte der Pharmakonzern aus Leverkusen durch das umstrittene Pflanzenschutzgift Roundup von Monsanto. Das Mittel gilt als krebserregend, wobei Bayer weiterhin die Auffassung vertritt, Glyphosat bzw. das hier eingesetzte Glyphosat-Produkt Roundup seien nicht krebserregend. Der hohe Verlust wiederum sorgt zumindest unter Kritikern für Freude…

Der Vergleich ist sogar inzwischen fragwürdig. Bayer äußert sich nicht mehr. Das Problem skizziert das Finanzmagazin Börse Online wie folgt: „Der zuständige US-Bezirksrichter Vince Chhabria hatte Zweifel an dem Vorschlag für den Umgang mit künftigen Klagen geäußert. Dieser sah unter anderem die Einrichtung eines unabhängigen Wissenschaftsgremiums vor, das entscheiden sollte, ob und zu welchen Mengen Roundup Krebs verursacht. Bayer zog darauf Anfang Juli seinen Antrag auf vorläufige Genehmigung dieser Vereinbarung zurück.“

Die ganze Geschichte:

Mit der Übernahme des amerikanischen Herstellers von Gentech-Saatgut und dem Pflanzenvernichtungsmittel Roundup, in dem Glyphosat enthalten ist, hat sich der deutsche Pharma- und Chemiekonzern anscheinend verkalkuliert. Denn in den USA gibt es eine Klagewelle gegen Monsanto, die in die Tausende geht. Die Prozesslawine rollt seit geraumer Zeit. (…) Mit der Übernahme des Konzerns hat sich Bayer ein riesiges Rechtsrisiko eingekauft.

In die Schlagzeilen ist Monsanto 2018 aufgrund eines Millionen-Urteils gekommen, denn ein kalifornisches Gericht hatte den Agrochemie-Konzern zu einer Zahlung von 78 Millionen Dollar Schadenersatz verurteilt, nachdem ein Krebspatient, der an Lymphdrüsenkrebs erkrankt war, gegen Monsanto geklagt hatte. Das Gerichtsurteil verunsicherte die Bayer-Aktionäre derart, dass der Kurs der Bayer-Aktie massiv abstürzte. Die Geschworenen des Gerichts erachteten Glyphosat als Ursache für die Krebserkrankung des ehemaligen Schulhausmeisters.“

(…)

In dem Präzedenzfall in Kalifornien zitierten die Anwälte des Klägers Emails einer Monsanto-Toxikologin. Sie schrieb an die interne PR-Abteilung, „dass man nicht sagen könne, dass Roundup, das Glyphosat enthält, keine Krebserkrankung verursache“.

Inzwischen sind solche Äußerungen schon lange kein Gegenstand mehr der Diskussion innerhalb des Konzerns. Bayer steckt offenbar in Problemen – hier lesen Sie mehr zum Glyphosat-Skandal.

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Von Veritatis

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