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Von diesem Montag an erhalten die Eltern von rund 18 Millionen Kindern in Deutschland 300 Euro extra pro Kind von den Familienkassen. Die Linke erachtet die Auszahlung jedoch als unzureichend.

Im September sollen zunächst 200, im Oktober dann noch einmal 100 Euro Bonus-Kindergeld ausgezahlt werden. Die Auszahlungen werden automatisch erfolgen. Als Voraussetzung gilt, dass ein Kind mindestens einen Monat im Jahr 2020 Kindergeld erhalten hat. 

Der Kinderbonus hängt nicht mit dem Kindergeld zusammen, er wird als eigene Zahlung eingestuft. Die Auszahlungstermine werden von der Endziffer der Kindernummer abhängen. Endet sie mit einer Null, gehört man zu den ersten. Diejenige, deren Kindernummer mit einer Eins endet, müssen die Auszahlung am 7. September erhalten, der Rest folgt nach und nach. 

Kritik und Lob

Die Linken-Politikerin und Vorsitzende des Familienausschusses im Bundestag, Sabine Zimmermann, kritisierte die Leistung als unzureichend. 

„Ein einmaliger Kinderbonus von 300 Euro kann die Lasten der Pandemie für Familien nicht annähernd ausgleichen“, sagte sie der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Die Pandemie habe die Lage kinderreicher Familien mit geringem Einkommen gegenüber dem Jahr 2019 nochmals verschärft.

Zimmermann hat Daten des Statistischen Bundesamtes ausgewertet, die der Zeitung vorliegen. Demnach waren 2011 noch 22,4 Prozent aller Familien mit drei oder mehr Kindern armutsgefährdet, 2019 waren es 30,9 Prozent der kinderreichen Familien.

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, verteidigte den Kinderbonus hingegen als sinnvoll. „Der Kinderbonus ist eine der klügsten Maßnahmen des Konjunkturprogramms. Er hilft schnell und relativ zielgenau den Familien, die jetzt in der Krise Unterstützung benötigen“, sagte Fratzscher der „Rheinischen Post“ am Montag.

Familien seien laut ihm durch die Restriktionen der Corona-Krise besonders hart getroffen, und durch die nach wie vor bestehende Ungleichverteilung der Kinderbetreuung hätten vor allem Mütter eine deutliche Mehrbelastung durch die Kita- und Schulschließungen zu tragen gehabt.

Teil des Konjunkturpakets

Union und SPD hatten im Juni den Kinderbonus für jedes kindergeldberechtigte Kind in Höhe von 300 Euro mit ihrem Konjunkturpaket beschlossen. Der Kinderbonus soll nicht auf die Grundsicherung angerechnet werden, bei Besserverdienern ist er aber mit dem steuerlichen Kinderfreibetrag zu verrechnen, so dass vor allem Familien mit weniger Geld profitieren.

ao/sb/dpa





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Von Veritatis

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