Die G7-Staaten fordern Russland nachdrücklich auf, die Verantwortlichen hinter der mutmaßlichen Vergiftung des Kremlkritikers Alexej Nawalny festzustellen und zur Rechenschaft zu ziehen. Dies geht aus einer gemeinsamen Erklärung der Außenminister hervor, die am Dienstag veröffentlicht wurde.

„Wir, die G7-Außenminister, fordern Russland nachdrücklich auf, dringend und vollständig zu klären, wer für diesen provokativen Vergiftungsangriff verantwortlich ist, und unter Berücksichtigung der Verpflichtungen Russlands aus dem Chemiewaffenübereinkommen die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen“, heißt es in der Erklärung.

Die Außenminister der G7-Staaten verurteilten die „nachgewiesene Vergiftung“ von Nawalny „aufs Schärfste“.

Deutschland habe die G7-Partner darüber informiert, dass klinische und toxikologische Befunde deutscher medizinischer Experten und eines spezialisierten Labors der Bundeswehr darauf hindeuten, dass Nawalny „Opfer eines Anschlags mit einem Nervengift der Nowitschok-Gruppe, einer in Russland entwickelten Substanz“, geworden sei, heißt es in dem Dokument. 

Es gehe um „einen schweren Schlag für die Demokratie und die politische Vielfalt in Russland“. In diesem Zusammenhang forderten die G7-Minister Moskau auf, seinen Verpflichtungen aus dem Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte nachzukommen.

Man werde weiterhin beobachten, wie Russland auf internationale Forderungen nach einer Erklärung für die Situation um Nawalny reagiere. 

Russland bestellt deutschen Botschafter ein

Russland hat am Dienstag aufgrund der Situation um Nawalny den deutschen Botschafter in Moskau, Géza Andreas von Geyr, einbestellt

„Wir erwarten von Berlin die Übergabe aller bestehenden Informationen: sowohl der Ergebnisse von Labor-Untersuchungen der Bundeswehr als auch jeglicher ‘Beweise’, über die Deutschlands Auswärtiges Amt verfügt“, schrieb die Amtssprecherin Maria Sacharowa auf Facebook.

Die Bundesregierung hatte am 2. September nach Untersuchungen eines Spezial-Labors der Bundeswehr mitgeteilt, sie sehe es als zweifelsfrei erwiesen an, dass Nawalny mit einem chemischen Nervenkampfstoff der Nowitschok-Reihe vergiftet worden sei.

Die Behauptung der Bundesregierung steht im Widerspruch zu den Befunden der russischen Ärzte, die Nawalny zunächst im Omsker Krankenhaus behandelt hatten. Die Omsker Ärzte gaben als vorläufige Diagnose eine Stoffwechselstörung an. Diese soll ein drastisches Absinken des Blutzuckerspiegels verursacht haben. Laut dem leitenden Toxikologen Sibiriens, Alexander Sabaew, wurden in Nawalnys „Entgiftungsorganen“ (Leber, Lungen, Nieren) keine Giftstoffe entdeckt. Im Falle einer Vergiftung jedoch müssten in den genannten Organen Giftspuren festzustellen sein.

jeg/mt/sna

 





Source link

Von Veritatis

Schreibe einen Kommentar