Russland

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Im Fall Alexej Nawalny hat Deutschland bisher keinen Beitrag zur Unterstützung der russischen Ermittlermission geleistet, wie die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, mitteilte.

„Es ist klar, dass Berlin sich weigert, all diese Informationen mit uns zu teilen. Dabei betont die Bundesregierung die Notwendigkeit der unverzüglichen Handlungen vonseiten Russlands. Allerdings sieht Moskau keinen Grund, Berlin aufs Wort zu glauben. Dies muss man begreifen”, sagte Sacharowa während des Briefings.  

Laut Sacharowa bestehe das Gefühl, dass sich die deutsche Seite absichtlich Zeit nimmt, um auf die offiziellen Anfragen der russischen Generalstaatsanwaltschaft zu antworten, wobei jedes Mal verschiedene Gründe angeführt werden, die es nicht erlauben, die Anfragen der russischen Seite zu befriedigen.

„Wir glauben, dass all dies unter anderem getan wird, um im internationalen Informationsraum die These über die angeblich mangelnde Bereitschaft unseres Landes aufrechtzuerhalten, die Gründe für die starke Verschlechterung der Gesundheit eines russischen Bürgers zu klären. Wir möchten verantwortungsbewusst erklären, dass solche Aussagen eine Lüge sind“, fügte sie hinzu.

Zudem wies Sacharowa darauf hin, dass der Westen eine Desinformationskampagne über die Situation um den russischen Regierungskritiker Alexej Nawalny gestartet hatte. Die Rhetorik über die Beteiligung Russlands sei inakzeptabel, so Sacharowa.

Hintergrund

Der russische Kreml-Kritiker Alexej Nawalny hatte am 20. August auf einem Flug von Tomsk nach Moskau das Bewusstsein verloren, woraufhin das Flugzeug unverzüglich in Omsk landete. Er wurde in ein Omsker Krankenhaus gebracht und dort in ein künstliches Koma versetzt. Zwei Tage später wurde der 44-Jährige auf Drängen seiner Familie in die Berliner Universitätsklinik Charité verlegt.

Die Bundesregierung hatte am 2. September nach Untersuchungen eines Spezial-Labors der Bundeswehr mitgeteilt, sie sehe es als zweifelsfrei erwiesen an, dass Nawalny mit einem chemischen Nervenkampfstoff der „Nowitschok“-Reihe vergiftet worden sei. Die Schlussfolgerungen deutscher Sachverständiger seien von Labors in Schweden und Frankreich bestätigt worden, hieß es weiter.

Parallel dazu führt die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) auf Ersuchen Berlins eigene Untersuchungen durch. Der Kreml sagte diesbezüglich, dass Berlin Moskau nicht über seine Ergebnisse informiert habe. Das russische Außenministerium betonte wiederum, dass Russland auf eine Antwort Deutschlands auf die offizielle Anfrage warte.

Russland sei an der Aufklärung des Falls interessiert, wofür es Informationen aus Deutschland bräuchte, die noch nicht eingegangen seien, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Die Ermittlungsmaßnahmen in Bezug auf die Situation um Nawalny würden de facto laufen, teilte er weiter mit. Wenn das Vorhandensein einer giftigen Substanz bestätigt werde, würden die Ermittlungen de jure eingeleitet, so Peskow.

In einem Gespräch mit dem französischen Staatschef Emmanuel Macron soll der russische Präsident Wladimir Putin laut Angaben der Zeitung „Le Monde” die Vermutung zum Ausdruck gebracht haben, Nawalny könnte sich selbst vergiftet haben.

ac/mt/sna





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Von Veritatis

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