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Einer der Entwickler des Nervengifts „Nowitschok”, Leonid Rink, hat im Gespräch mit Sputnik die Unstimmigkeiten zwischen dem Gesundheitszustand des Kremlkritikers Alexej Nawalny und den Symptomen einer „Nowitschok”-Vergiftung aufgezählt.

Laut ihm dauert es beim Kontakt mit dem Nervengift nur wenige Minuten, bevor die ersten Symptome einsetzen.

Bis zum Tod sind es zehn Minuten“, erläuterte der Forscher.

Gegen die Hypothese, Nawalny sei mit „Nowitschok“ vergiftet worden, sprechen laut Rink auch weitere Anzeichen – nämlich, dass bei ihm keine verengten Pupillen und Muskelkrämpfe vorhanden gewesen seien.

„Das sind krampferregende Substanzen, die Nervenimpulse unterbrechen und damit Muskelkrämpfe verursachen, insbesondere bei der Augenmuskulatur.“ Dies führe zu einer Verengung der Pupillen, die „bereits bei so geringen Dosen von ‚Nowitschok‘ sichtbar ist, wo von einer Vergiftung noch nicht die Rede ist”.

Diese Anzeichen fehlen Rink zufolge auf allen Fotos von Nawalny, die nach dem vermeintlichen Giftanschlag aufgenommen wurden.

Die deutschen Behörden hatten erklärt, dass der russische Oppositionsführer Alexej Nawalny mit einem Nervengift der „Nowitschok“-Reihe vergiftet worden sei. Nawalny war am 20. August in Omsk aus einem Flugzeug ins Krankenhaus gebracht und später in die Berliner Charité-Klinik verlegt worden. Die deutschen Ärzte weigerten sich, die Ergebnisse der medizinischen Untersuchung Nawalnys mitzuteilen.

Indessen ist bekannt, dass der Bundesnachrichtendienst (BND) seit den 1990er Jahren Zugang zu „Nowitschok“ hatte. Die Substanz wurde in 20 westlichen Staaten untersucht. Russland hatte noch im Jahr 1992 die Forschungsarbeiten im Bereich chemischer Waffen eingestellt und 2017 die gesamten Bestände an solchen Stoffen unter OPCW-Kontrolle vernichtet.

msch/sb/sna





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Von Veritatis

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