Hintergrund: Pexels.com, Dollar: Pixabay.com, WHO: Freepik und Info-DIREKT; Gates: Wold Economic Forum, swiss-image.ch/Remy Steinegger (CC BY-SA 2.0); Komposition: Info-DIREKT

Jede große Krise, sei es eine reale oder „hochgezogene“, setzt Bedarf nach Experten, Organisatoren und Geldgebern frei. Das liegt in der Natur der Sache. Die Klimakrise hat Klimaforscher und die Finanzkrise Ökonomen zu Männern der Stunde gemacht. In der Corona-Krise ist das nicht anders. Expertise und Deutungshoheit konzentrieren sich dabei vor allem in einer Institution: der WHO. World Health Organisation, zu Deutsch: Welt-Gesundheits-Organisation. Das bedeutet eine immense Machtfülle.

Dieser Beitrag von Friedrich Langberg ist im Printmagazin Nr. 32 „Corona-Krise: Eine echte Gefahr für unsere Demokratie!“ erschienen, das Sie jetzt kostenlos zu jedem Abo erhalten.

Auf Grundlage ihrer Einschätzungen wird von den Regierungen aller Länder darüber entschieden, ob die Welt wieder „aufsperren“ darf oder weiter im „Shutdown“ bleibt. Und wie immer, wenn sich viel Macht in den Händen weniger verdichtet, ist es notwendig, genau hinzuschauen. Wer ist eigentlich die WHO? Wer finanziert sie? Welche Rolle spielen die Geschäftsinteressen von Konzernen? Diesen Fragen soll im Folgenden nachgegangen werden.

Gesundheit für alle!

Die WHO wurde am 7. April 1948 als Sonderorganisation der Vereinten Nationen gegründet und hat ihren Sitz in Genf. 194 Staaten sind Mitglied der Organisation, also praktisch die ganze Welt. Ihr Zweck ist in einer eigenen Verfassung festgelegt: „(…) allen Völkern zur Erreichung eines bestmöglichen Gesundheitszustandes zu verhelfen“. Das offizielle Motto lautet: „Gesundheit für alle im 21. Jahrhundert“. Wie möchte sie das erreichen? Unter anderem durch die „weltweite Koordination von nationalen und internationalen Aktivitäten beim Kampf gegen übertragbare Krankheiten“ oder die „Verbreitung globaler Impfprogramme zur Vorbeugung von Pandemien“. An sich klingt das alles edel.

Warum aber kommt von verschiedenen Seiten zunehmende Kritik? Nun, Projekte dieser Größenordnung brauchen viel Geld. Und wer Geld gibt, tut das in der Regel nicht frei von Interessen. Bereits 2010 gab es eine entsprechende Untersuchung im Europarat gegen die WHO (anlässlich der Schweinegrippe, auf die später noch eingegangen wird). Geleitet wurde diese Untersuchung von Paul Flynn. Er sagt noch immer: „Meiner Meinung nach ist sie [die WHO] auch heute noch exzessiv beeinflusst von der Pharmaindustrie, die sehr geschickt bei der Manipulation von Gesundheitsausgaben vorgeht, zugunsten eigener finanzieller Interessen.“ Dringend geboten ist also, sich die Finanzen der WHO genauer anzusehen.

Abhängigkeit von Pharmakonzernen

Das jährliche Budget der WHO beträgt in etwa vier Milliarden US-Dollar und speist sich aus verschiedenen öffentlichen und privaten Quellen. Zunächst werden Beiträge von den Mitgliedsstaaten eingehoben. Diese bemessen sich nach Wirtschaftsleistung und Zahlungsfähigkeit des jeweiligen Landes. Rund eine der insgesamt über vier Milliarden fließt auf diesem Weg in die Kassen der Organisation. Ursprünglich wurde die WHO fast ausschließlich von der Staatengemeinschaft finanziert. Das änderte sich ab den 80-er Jahren, als in weiten Teilen der Welt auch Gesundheitssysteme privatisiert und damit die Kassen schmäler wurden. 1993 setzten die USA zudem ein Einfrieren der Beitragshöhe durch. Die Gelder wurden somit knapp 30 Jahre nicht von staatlicher Seite erhöht. Dieses Jahr stellte Donald Trump die Zahlungen seitens der USA dann komplett ein.

Die dürftige Finanzierung durch die Mitgliedsstaaten ist keineswegs unkritisch zu sehen. Der Mangel an Liquidität trug stark zu jener Situation bei, für welche die WHO heute zu Recht kritisiert wird: ihre Abhängigkeit von privaten Geldgebern.

Wer zahlt, schafft an

Drei Viertel ihrer Einnahmen lukriert die WHO aus den freiwilligen Beiträgen meist privater Spender, also von (Pharma-)Konzernen oder Stiftungen. Anders als die öffentlichen Beiträge sind freiwillige Zahlungen zweckgebunden. Das heißt: Der Geldgeber bestimmt, wofür sein Beitrag verwendet wird. Der nicht nur bekannteste, sondern wohl auch größte private Geldgeber ist Bill Gates. Dessen Stiftung stellt allein insgesamt 14 Prozent der jährlichen Ausgaben. Warum aber tut Gates das? Aus reiner Liebe zu seinen Mitmenschen und dem Bedürfnis, zu ihrer Gesundheit beizutragen? Unwahrscheinlich. Es wäre sonst schwer zu erklären, warum seine Stiftung auch große Aktienpakete von Öl- und Alkoholkonzernen, Coca-Cola, Pepsi-Cola oder Nestlé hält – Konzerne, deren Erzeugnisse die WHO ja gerade einzudämmen versucht.

Nein, Gates ist ein Geschäftsmann, und Gesundheit ist ein lukratives Business. Das muss nicht einmal grundsätzlich schlecht sein. So hat die Gates-Stiftung etwa 1,6 Milliarden in die Erforschung und Eindämmung der Kinderlähmung investiert, wodurch die Krankheit weltweit praktisch ausgerottet werden konnte. Gleichzeitig war dieser Erfolg ein Riesengewinn für Pharmariesen, deren Vertreter im Vorstand der Gates-Stiftung sitzen. Die Stiftung wiederum hält Aktienpakete der Konzerne und verdient an deren steigenden Kursen mit: Gilead, Pfizer, Novartis uvm. Ein Gewinn für alle sozusagen. Problematisch wird dieses Modell erst dann, wenn Bedrohungen „erfunden“ werden, um an der Angst vor einer Lüge zu verdienen. Auch das ist schon passiert.

Panikmache als Millionengeschäft

Im Jahr 2005 verbreitete die WHO eine weltweite Panik vor der Vogelgrippe. Insgesamt, so damals WHO-Influenza-Direktor Klaus Stöhr, wäre am Ende der Infektionswelle mit bis zu sieben Millionen Toten zu rechnen. Die Angst ging durch die Medien, Staaten in aller Welt erwarben neben Millionen Masken auch Unmengen der Grippemittel Tamiflu und Relenza – allerdings ohne sie jemals zu benötigen. Die Vogelgrippe forderte keine sieben Millionen Menschenleben, sondern 152 – weltweit. Masken und Medikamente wurden nach Ablauf ihrer Haltbarkeit Jahre später vernichtet. Besagter Klaus Stöhr indes verließ die WHO umgehend. Nicht etwa, weil er nach diesem Debakel zum Arbeitsamt geschickt wurde. Nein, er trat einen Direktorenposten an – im Schweizer Pharmakonzern Novartis. Eine Wiederholung des Szenarios spielte sich 2009 mit der Schweinegrippe ab. Panik wurde verbreitet, Masken und Medikamente um Millionen angeschafft, aber nichts ist passiert. Abgesehen davon, dass manche reicher waren als vorher und die Steuerzahler ärmer.

Corona: Werden wir geschützt oder abgezockt?

Und die aktuelle Krise? Wie gefährlich oder ungefährlich Corona tatsächlich ist, wissen wir noch nicht. Die Experten sind sich in vielem uneinig. Sterberaten sind schwer zu ermitteln, weil niemand weiß, wie viele Menschen tatsächlich mit Covid-19 angesteckt sind. 80 – 90% verspüren bekanntlich keine oder kaum Symptome. Angenommen wird derzeit eine Sterblichkeit zwischen 0,3 und 1,2%. Das ist deutlich mehr als bei einer herkömmlichen Grippe. Aber weit weg von den Millionen Toten, die jedem Land in Aussicht gestellt wurden. Die Frage, die es im Rahmen einer Aufarbeitung zu klären gilt, lautet: Wird am Ende jemand reich, der uns vor einer tatsächlich großen Gefahr beschützt, oder wurden wir doch nur erschreckt und abgezockt? Die Zukunft wird es zeigen. Und es empfiehlt sich, genau hinzusehen.

 

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Von Veritatis

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