Bilder: www.einprozent.de, Komposition: Info-DIREKT

Ob ein 35-Jähriger in Chemnitz oder eine 15-Jährige in Kandel, ein 28-Jähriger in Göttingen oder eine 45-Jährige in Reutlingen. Tote säumen den Weg zur multikulturellen Gesellschaft von der Nordseeküste bis an den Bodensee. Auf ein Ausrufezeichen, ein Signal, dass es so nicht mehr weitergeht, wartet man vergebens.

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Diese Erfahrung musste auch Karsten Hempel machen: Der syrische Totprügler seines Sohns ist am 26. März 2020 mit zwei Jahren Bewährung „bestraft“ worden. Doch auch jetzt gibt Hempel nicht auf.

Ein Fall von Tausend

Es ist der 29. September 2017: Mit wenigen, aber gezielten Schlägen prügelt Sabri H. den 30-jährigen Marcus Hempel zu Boden, dann hebt der Migrant ruhig die bei seiner Attacke heruntergefallene Mütze auf und verlässt den Schauplatz der Gewalttat, die Eingangsgasse zu einem Einkaufszentrum im sachsen-anhaltinischen Wittenberg. Marcus bleibt regungslos liegen und verstirbt wenige Stunden später im Krankenhaus.

Es dauert nicht lange, da verkündet die ermittelnde Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau bereits, dass Sabri wohl aus „Notwehr“ gehandelt habe. Karsten Hempel ist entsetzt, denn das Video einer Überwachungskamera vor dem Einkaufszentrum stellt den Sachverhalt vollkommen anders da. Nicht einmal die Polizei möchte sich der Notwehr-Theorie anschließen.

Was muss der Vater noch durchmachen?

Erst am 28. Februar 2020 fand endlich ein Prozess gegen Sabri statt. Bis dahin war es ein „Auf“ und „Ab“, ein Hin und Her zwischen Momenten, in denen es so aussah, als würde es nie zu einer Anklage kommen, und kurzen Zeitfenstern, in denen Karsten Hempel wieder Hoffnung schöpfte, dass vielleicht doch am Ende die Gerechtigkeit siegen würde. 

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Doch genauso holprig wie der Weg vor das Gericht verlief auch der Prozess selbst. Nach dem ersten vereinbarten Gerichtstermin hatte der Autor mit Karsten Hempel noch ein Gespräch geführt. Darin äußerte sich der Vater zuversichtlich und ein wenig hoffnungsvoll, denn alles sah so aus, als stände einer fairen Verhandlung nichts im Wege. Damals sagte Hempel: „Ich bin stolz, dass ich es bis hierher geschafft habe!“

Doch bereits die nächsten Verhandlungstage dämpften die Erwartungen. Das Gericht präsentierte sich schlecht vorbereitet; um etwa die entscheidenden Szenen aus dem Tatvideo anständig begutachten zu können, musste Hempel seinen eigenen Rechner mit in den Saal bringen. Richtig rund lief der Prozess nie.

Fragen über Fragen

Vor der Verhandlung hatte Hempel gehofft, das Gericht würde dafür sorgen, Antworten auf seine Fragen zu bekommen. Ein entscheidender Punkt war und ist die Altersfeststellung: Hempel hatte von Anfang gefordert, dass ein Beweis für die angebliche Minderjährigkeit des Täters vorgelegt werden müsse. Doch diese Frage konnte nie abschließend geklärt werden. Ein weiterer Punkt ist das unklare Verhältnis zwischen Opfer und Täter: Sowohl eigenständige Recherchen von Karsten Hempel wie auch die Ermittlungen der Polizei legen nahe, dass sich Sabri und Marcus gekannt haben könnten und der Konflikt schon länger schwelte. Doch dies wurde mit keinem Wort im Prozess erwähnt.

Die Beantwortung dieser Fragen ist nun wieder in weite Ferne gerückt. Nach dem Schockurteil von zwei Jahren Bewährung und einigen Sozialstunden muss Karsten Hempel weiter stark sein. Die Entscheidung liegt jetzt beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe; sollte der Revisionsantrag positiv beschieden werden, muss ein Landgericht in Sachsen-Anhalt den Fall Marcus H. neu aufrollen. Vielleicht nimmt dann die Justiz-Odyssee endlich ihr Ende. Dem Vater kann man das nur wünschen.

Aktuelle Informationen

Die Bürgerinitiative Ein Prozent hat sich des Falls angenommen und berichtet regelmäßig über Karsten Hempels Kampf für Gerechtigkeit. Mittlerweile hat der Todestag von Marcus Hempel sich zum dritten Mal gejährt. Am 26. September 2020 fand daher (wie auch in den Vorjahren) eine Kundgebung mit Gedenkmarsch in Wittenberg statt, zu der Karsten Hempel mit der AfD-Fraktion von Sachsen-Anhalt aufgerufen hatte.

 

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Von Veritatis

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