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Der US-Senat hat am Dienstag den sogenannten Rodchenkov Act zum Kampf gegen Doping verabschiedet. Wie die Anti-Doping-Agentur der USA (USADA) am Dienstag mitteilte, wird dieses Gesetz es der US-Justiz ermöglichen, gegen Dopingsünder gerichtlich vorzugehen, die an Sportveranstaltungen gemeinsam mit US-Athleten teilnehmen.

Das Gesetz trägt den Namen des in die USA geflüchteten früheren Moskauer Laborchefs Grigori Rodtschenkow. Das russische Ermittlungskomitee wirft ihm vor, die umstrittenen Datensätze gefälscht zu haben. Rodtschenkow ist Kronzeuge der Wada für die Vorwürfe wegen staatlichen Dopings gegen Russland.

10 Jahre Haft und 1 Mio US-Dollar Strafe

Mit dem Gesetz würden die Urheber betrügerischer Doping-Manipulationen bestraft. Das Gesetz schütze auch Informanten vor Rache und sichere den betrogenen Sportlern Entschädigung zu. Als Strafmaß seien eine Geldbuße von bis zu einer Million US-Dollar und bis zu zehn Jahre Freiheitsentzug vorgesehen, hieß es in der Mitteilung.

Unter den Rodchenkov Act falle das Umfeld der Sportler – Trainer, Agenten, Manager und Vertreter staatlicher Einrichtungen, die für Organisation und Finanzierung von Sportveranstaltungen zuständig seien. Die sündigen Sportler sollten von der Wada bestraft werden.

Wada kritisiert Rodchenkov Act

Indes übt die Wada heftige Kritik an dem neuen Gesetz. Die Agentur befürchtet, dass der Act den internationalen Anstrengungen im Kampf gegen das Doping im Wege stehen könnte.

„Der Rodchenkov Act könnte das globale Anti-Doping-System unterhöhlen“, erklärte ein Wada-Sprecher nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP.

Kreml besorgt

Dmitri Peskow, Sprecher von Russlands Präsident Wladimir Putin, bezeichnete das vom US-Senat verabschiedete Gesetz als einen „Versuch, die US-Jurisdiktion auf andere Länder auszudehnen“.

„Das missfällt Russland und löst Besorgnis aus“, sagte Peskow am Dienstag in Moskau.

Rodtschenkow hatte von 2006 bis 2015 das Moskauer Anti-Doping-Laboratorium geleitet. Nach der Entlassung aus diesem Amt reiste er in die USA, wo er in einem Interview örtlicher Medien Russland des „staatlich geförderten Doping-Systems“ bezichtigte. Später wurde er Wada-Informator. In Russland laufen gegen Rodtschenkow einige Strafverfahren.

am/gs





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Von Veritatis

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