Eine Reihe von Programmen gegen „Fake News“ indoktriniert an den Schulen die Kinder mit einer falschen Botschaft: „Die großen Medien sind seriös – die Alternativ-Medien verbreiten rechte Verschwörungen“. Dadurch wird gesunde Skepsis gegenüber Medienkonzernen aberzogen: Das ist das Gegenteil von Medienkompetenz. Von Tobias Riegel.

Die Kinder sind momentan nicht nur Objekte hochumstrittener „Corona“-Maßnahmen. Sie sind außerdem Ziel von Indoktrination: Eine ganze Reihe von öffentlichen und privaten Programmen hat sich auf die Fahnen geschrieben, „in die Schulen zu gehen“, um dort gegen „Fake News“ aus dem Internet „aufzuklären“. Diese Programme gesellen sich noch zu den sich stets vermehrenden „Fakten-Checkern“ hinzu. Beispiele folgen weiter unten.

Gefahren durch große Medien werden verniedlicht

Was diese Programme, Ausnahmen bestätigen die Regel, weitgehend gemeinsam haben, ist das nicht ausgesprochene Ziel, die etablierten Medien seriös erscheinen zu lassen, indem man die Konkurrenz aus dem Netz als Fake-News bezeichnet – der von Albrecht Müller beschriebene „Wippschaukel-Effekt“ soll eintreten. Es wird auch das grundfalsche Bild etablierter Redakteure gezeichnet, die sich mit ihrem redlichen Journalismus in einem dramatischen Kampf den Internet-Kampagnen (etwa gegen die Corona-Maßnahmen) entgegenstellen. Zum einen erleben wir die viel zu pauschale Diffamierung der sehr unterschiedlichen Alternativ-Medien im Internet als „rechte Verschwörungstheoretiker“ durch „Medien-Aufklärer“ an den Schulen. Auf der anderen Seite ist eine verzerrende und verniedlichende Darstellung der Gefahren zu beobachten, die durch die Kampagnen großer Medien entstehen.

Beispiele – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – für solche Vorhaben wären etwa für deutsche Schulen entwickelte News-Apps wie „Buzzard“. Bei Buzzard lässt sich die Welt leicht in Ordnung bringen: Hier werden gute Medien und schlechte Medien auf die entsprechenden „Stapel“ verteilt. „Auf dem ersten Stapel liegen Medien, die wir in unserer täglichen Arbeit mit großem Grundvertrauen für eine fundierte Meinungsbildung empfehlen“, so Buzzard. Folgende Publikationen genießen dieses „Grundvertrauen“:

„Dazu gehören etablierte Medienmarken wie Deutschlandfunk, Zeit, FAZ, aber auch Indie-Medien und Blogs wie Netzpolitik oder Makronom und internationale Zeitungen wie der Guardian, die New York Times oder Foreign Affairs.“

Auf einem anderen Stapel liegen „Medien, die Teil des demokratischen Diskurses sind, bei denen aber immer wieder durchaus problematische Inhalte veröffentlicht und journalistische Standards verletzt werden.“ Auf diesem Haufen landen übrigens die NachDenkSeiten. Sie sind dort eingeordnet zwischen „Fox News“ und „Achgut“. Über die Seriosität dieser Klassifizierung können unsere medienkompetenten Leser selber entscheiden.

Allen Medien muss Skepsis entgegengebracht werden

Vor allem aber ist die Behauptung von „prinzipiell“ vertrauenswürdigen Medien das Gegenteil einer Vermittlung von Medienkompetenz. Die Bürger sollten allen Medienbeiträgen mit gesunder Skepsis begegnen (auch denen der NachDenkSeiten): Eine grundsätzliche oder gar vorauseilende Zustimmung zu unter dubiosen Kriterien als „seriös“ eingeordneten großen Medien lässt die für Medienkompetenz wichtige Medien-Skepsis verkümmern.

Denn ob Mainstream-Medien oder Internet – beide Formate sind potenziell voller Propaganda, der mit gesunden Instinkten und Distanz begegnet werden muss. Aber viele Menschen misstrauen mittlerweile der eigenen Einschätzung und den eigenen Instinkten – es fehlt zunehmend der Mut, sich des eigenen Verstandes zu bedienen. Die hier besprochenen Programme sollen mutmaßlich dafür sorgen, dass das auch bei der nachwachsenden Generation so bleibt oder noch verschärft wird.

Die Fake-News-Kampagnen der Medienkonzerne

Nicht zuletzt: Auch das Internet wird von den großen Medien dominiert. Aber bereits das Nachwachsen einer Konkurrenz durch Alternativ-Medien bringt diese dominanten Meinungsmacher ins Schwitzen, weshalb Betreiber „sozialer“ Medien massenhaft inhaltliche Zensur gegenüber strafrechtlich nicht relevanten Beiträgen ausüben: Das spricht nicht dafür, dass die etablierten Medien das Gefühl haben, einen souveränen, unangreifbaren Standpunkt zu vertreten.

Dazu sei betont: Die sehr unterschiedlichen alternativen und unabhängigen Internet-Medien können gar nicht so umfangreiche Fake-News-Kampagnen entfalten wie dies milliardenschwere Medienkonzerne und auch öffentlich-rechtliche Medien immer wieder vorexerzieren – unter vielen anderen zu den Themen Libyen/Syrien/Irak, Hartz-IV, Russland oder Privatisierung der Rente.

Fakten-Checker und Amadeu-Antonio-Stiftung „schützen“ unsere Kinder

Weitere Beispiele der versuchten Indoktrination der Kinder für die großen Medien und gegen die Alternativ-Medien vermeldet etwa das „Deutsche Schulportal“: Demnach möchte das Bündnis „Journalismus macht Schule“ Lehrerinnen und Lehrer „darin unterstützen, die Medienkompetenz von Schülerinnen und Schülern zu stärken, indem es ab sofort in allen Bundesländern Journalistinnen und Journalisten in den Unterricht vermittelt“. Wo kommen diese Journalisten her? Von der „Süddeutschen Zeitung, der ZEIT, des NDR, BR, WDR, ZDF, von der Reporterfabrik CORRECTIV, vom Projekt „Lie-Detectors“, von Journalistenschulen und Universitäten“.

Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat sich in den Meinungskampf um die Köpfe der Kinder eingeschaltet und bietet unter diesem Link eine ganze Liste an mehr oder weniger fragwürdigen „Initiativen“ gegen Fake News . Unter diesem Link berät die GEW Lehrer darin, wie sie bei angeblichen Verschwörungstheorien die „Gegenrede im Freundeskreis und im Netz“ trainieren können. Nicht fehlen darf in dieser Liste die – auch von der GEW empfohlene – Amadeu-Antonio-Stiftung mit ihren aktuellen Einlassungen zu Corona und „Verschwörungs-Mythen“. Es ist selbstverständlich, dass Kritik an der Corona-Politik in die Nähe der „Leugnung“ oder gar des „Antisemitismus“ gerückt wird. Als Beispiel unter vielen aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk sei hier etwa auf einen Leitfaden des Bayerischen Rundfunks verwiesen. Die Bundeszentrale für Politische Bildung wendet sich etwa in diesem Newsletter direkt an die Lehrer.

Flankiert wird die auf Schüler gerichtete Meinungsmache für große Medien von zahlreichen „Faktencheckern“ und anderen „Initiativen“. Eine neuere Ausprägung nennt sich „Detektiv Kollektiv”. Sie treten in die Fußstapfen der eisern die offiziellen Linien verteidigenden Aktivisten etwa von „Volksverpetzer“: Die wurden kürzlich allen Ernstes als „Blog des Jahres“ ausgezeichnet – angeblich ist das „Deutschlands ältester und renommiertester Influencer-Preis“, verliehen von der fragwürdigen Initiative “Goldener Blogger“. Den Charakter der „Fakten-Checker“ von „Correctiv“ haben die NachDenkSeiten kürzlich im Artikel „Corona und Correctiv: Einfalt und Zensur gegen „Gedankenverbrecher““ beschrieben. Dass mit „Newsguard“ auch eine „dubiose US-Firma Medienwächter spielt“, hat etwa Telepolis beschrieben.

„Das Zeitalter der Internetzensur“

Die Entwicklung geht weit über die Schulen hinaus, auch wenn es besonders unredlich ist, bereits die Kinder zu indoktrinieren. Der Journalist Norbert Häring beschreibt als Perspektive ein „Zeitalter der Internetzensur“:

„Was als Forderung an soziale Medien begann, gegen die Anpreisung ungeeigneter Hausmittel als Schutz vor Corona vorzugehen, mündet nun in die Totalzensur aller Einschätzungen, die der WHO und Gesundheitsbehörden widersprechen. (…) Sicherlich haben Sie es schon aus den Qualitätsmedien erfahren – nein? Das ist seltsam, nehmen die Qualitätsmedien doch für sich in Anspruch, über alles Wichtige zu berichten. Und immerhin treten wir dieser Tage endgültig in ein neues Zeitalter ein – das Zeitalter der Internetzensur nicht strafbarer Inhalte.“

Einseitige Schüler-Beeinflussung ist illegal

Dass es bei inhaltlichen Verzerrungen nicht bleibt, das zeigen Beispiele der versuchten Schikane gegen andersdenkende Lehrer. So fragt die Hamburger LINKE in dieser Anfrage ungeduldig, ob es im Zusammenhang mit abweichenden Lehrer-Meinungen zur Corona-Politik „bereits eingeleitete Disziplinarverfahren gegen Lehrkräfte“ geben würde. In Brandenburg prüft das Schulamt „die Einleitung disziplinarischer Schritte“ gegen eine Lehrerin, die gegen die Corona-Politik demonstriert hat. Immerhin: Auch Lehrkräfte seien Träger des Grundrechts auf Versammlungsfreiheit und dürften dies im Rahmen der rechtlichen Vorgaben ausüben, teilt das Bildungsministerium mit. Um die Lehrerin trotz dieses Grundrechts unter Druck setzen zu können, weist der Bericht auf diese Interpretation hin:

„Im Schulgesetz ist verankert, dass Schüler nicht einseitig beeinflusst werden dürfen.“

Dieses Gesetz steht dann aber auch der einseitigen Beeinflussung der Schüler im Sinne der großen Medienkonzerne entgegen.

Titelbild: svekloid/shutterstock.com



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Von Veritatis

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